WeRe Bank (ohne Passwort)

Nachstehende Ausführungen sind ausnahmsweise infolge der aktuellen Entwicklungen und der großen Nachfrage zur „WeRe Bank“ frei zugänglich. Daraus gründet sich kein Anspruch auf Einsicht in andere Inhalte dieser Webseite, auch nicht auf im Artikel verlinkte.

Abriss:

  • Die sogenannte „WeReBank“ ist ein Betrugsmodell
  • Die ausgestellten „LLTs“ sind wertlos
  • Anwender begehen ein Betrugsdelikt

Die sogenannte „WeRe Bank“ wurde eigenen Angaben zufolge im April 2015 vom britischen Staatsbürger Alan Peter Michael Smith, der sich selbst „Peter of England“ nennt, in Manchester gegründet. In der Eigendarstellung führt Smith aus, dass die „WeRe Bank“ sich keinen nationalen und internationalen Regulierungen unterwerfen würde, was schizophren ist da sich die „WeRe Bank“ selektiv auf etliche nationale und internationale Bestimmungen beruft.

2016-01-24_112620 Was von Smith zu halten ist zeigt sich beispielsweise am nebenstehend dokumentierten Posting von seiner Facebook-Seite. Papst Franziskus war im Mai 2014 in der Gedenkstätte Yad Vashem mit Überlebenden des Holocaust zusammengetroffen, Smith kommentiert: „Er, der sich [vor Juden] verbeugt, ist minderwertig.“. Antisemitismus- und katholizismus ist auch tragendes Moment des ideologischen Unterbaues der „WeRe Bank“. In einem prominent plazierten Statement am Internetauftritt der „Bank“ wird ausgeführt, dass man sich der Kontrolle der „freimaurerisch-zionistisch-jesuitischen Vatikan-Hegemonie“ nicht unterwerfen würde. Smith schafft es tatsächlich fast alle gängigen Verschwörungsmythen in einem einzigen Halbsatz unterzubringen.

Was sich Smith mit der „WeRe Bank“ ausgedacht hat ist eine Weiterentwicklung oder Abspaltung der bisherigen Verweigerungshaltung der „Souveränen“. Er propagiert sich nicht weiterhin mit den diversen sinnentleerten Protestschreiben und Drohungen gegen allfällige Forderungen zur Wehr zu setzen, sondern diese einfach zu begleichen. Dazu bietet er sogenannte „LLT’s“ (legal and lawful tender) an, von denen behauptet wird, dass es sich um gesetzliche Zahlungsmittel handeln würde. Alleine gibt es zufolge Art 11 § 61 (1) NBG nur ein gesetzliches Zahlungsmittel in Österreich, den Euro. Die von der „WeRe Bank“ ausgegebenen Papiere sind demnach wertlos.

2016-01-24_114019 Sitz der „Bank“ ist dieses schmucke Häuschen im englischen Manchester. Im Gegensatz zum Bordell im ersten Stock handelt es sich allerdings nur um ein gemietetes Postfach.

Das Geschäftsmodell – oder besser Betrugsmodell – der „WeRe Bank“ gestaltet sich folgendermaßen: Ein Interessent muss 35 £, also ca. 46 €, Einschreibgebühr und in Folge einen Monatsbeitrag von 10 £, also ca. 13 €, viertel-, halb- oder jährlich in bar in Alufolie gewickelt an Smith senden. Mit der Einschreibung bindet man sich auf zehn Jahre, das heisst es entstehen direkte Kosten von zumindest ca. 1.600 €. Wie erwähnt besteht Smith auf die Zusendung von regulärem Bargeld, er selbst nimmt seine eigenen „LLT’s“ wenig überraschend nicht an. Mit der Zusendung von Bargeld ergaunert er ein steuerfreies Einkommen, das seinen eigenen Angaben zufolge an der Millionengrenze kratzt. Zusätzlich muss der Interessent der „WeRe Bank“ einen Schuldschein über 150.000 £, also knapp 200.000 € unterzeichnen, dafür bekommt man „LLT’s“ im „Wert“ von 148.000 „Re“. Der „Re“ ist die von Smith erdachte „Währung“ aus „Zeit und Raum“, mit dem die „LLT’s“ abgerechnet werden.

Dieser „Re“ sei angeblich mit einer Billion £, das wären etwas mehr als 1,3 Billionen €, in Gold besichert. Dieser Betrag wird in Österreich bei diversen Vorträgen von Robert Sziber verbreitet, Smith selbst spricht von fünf Billionen US$, also etwa 4,6 Billionen €. Quelle dieses unglaublichen Reichtums ist das Märchen um die „Dragon Family“ und den US-amerikanischen Betrüger Neil Keenan, der 2011 vor einem US-amerikanischen Zivilgericht versuchte mehrere Trillionen US$ von den Vereinten Nationen, dem WEF, der Republik Italien und anderen einzuklagen. Ungefähr sechs Monate nach Klagseinreichung zog Keenan seine Klage freiwillig zurück um so einem Beweiserhebungsverfahren zu entgehen. Sziber stellt dies fälschlicherweise so dar als sei die Klage abgewiesen worden. Was bleibt ist die Gewissheit, dass der „Re“ und damit die „LLT’s“ der „WeRe Bank“ ein völlig unbesichertes Phantasieprodukt von Smith‘ wirrem Geist ist.

f35t9p660n3_YDyAZaEO_cr Nun gibt es aber unter den „Souveränen“ trotz oben angeführter Fakten genügend Leichtgläubige, die meinen mit Hilfe der „WeRe Bank“ aus allfälligen finanziellen Kalamitäten zu entkommen. Sollte also ein Betrugsopfer Smith‘ mit einer Forderung konfrontiert sein, dann soll er einen ausgefüllten „LLT“ mit einem Anschreiben samt Handlungsanweisungen an den Gläubiger senden. Im Begleitschreiben wird ausgeführt, dass die „LLT’s“ „gesetzliche Zahungsmittel gem. YALTA1&2 Beschluss vom 15.02.1945“ wären. Alleine hat sich die Konferenz von Jalta nie mit finanztechnischen Fragen beschäftigt, vielmehr ging es um die europäische Nachkriegsordnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Begleitschreiben ist der in der Szene übliche sinnentleerte pseudojuristische Mumpitz, über die Qualifikation als gesetzliches Zahlungsmittel habe ich weiter oben schon ausgeführt. In diversen Foren und Facebook-Seiten der „Bank“ wird argumentiert, dass die gängigen Bankregulatorien auf sie nicht zutreffen würden, da es sich um eine Privatbank unter Common Law handeln würde. Auch das hanebüchener Blödsinn, da jede nicht-staatliche Bank eine Privatbank ist und das Common Law in Kontinentaleuropa ohnehin keine Rolle spielt.

Am Bild weiter oben links ist ein Beispiel für so einen „LLT“ zu sehen. Der Schuldner sandte diesen an die BAWAG PSK um damit ein überzogenes Konto auszugleichen. Knapp zwei Monate später wurde das wertlose Papier von der Bank an den Schuldner rückübermittelt, durch den Betrugsversuch fielen weitere 53 € Spesen an, das Konto ist selbstverständlich immer noch nicht ausgeglichen. Für den Fall der Nichtannahme des „LLT“ behauptet die „WeRe Bank“ unter Berufung auf den britischen Bills of Exchange Act 1882, dass die Forderung verfallen würde. Dass ein britisches Gesetz bei uns nicht anwendbar ist ficht die heimischen „Souveränen“ nicht weiter an.

Mit der Verwendung der „LLT“ wird das Betrugsopfer nunmehr zum Täter. Wer versucht mit diesem Mittel eine Forderung zu begleichen begeht zumindest ein Betrugsdelikt, wer es als Unternehmer versucht einen gewerblichen Betrug, wer es wiederholt versucht einen schweren Betrug.

Dass es sich bei Alan Peter Michael Smith um einen Kriminellen handelt hat ein kanadisches Gericht bereits im November 2015 festgestellt. Verhandelt wurde eine Immobilie, deren Verwertung mit einem „LLT“ der „WeRe Bank“ abgewendet werden sollte. Im sehr ausführlichen Urteil hält der Richter fest, dass alle Verfahrensbeteiligten Opfer sind und der einzige Profiteur Smith sei. Im Papier wird eine sehr klare Sprache verwendet, das Modell der „WeRe Bank“ ist gobbledygook, der „Re“ ist eine imaginäre Einheit und ebenso könnte man „magische Bohnen“ versprechen. Festgehalten wird, dass die „WeRe Bank“ und „Peter of England“ geradezu Paradebeispiele für das Betrugsmodell um die „Souveränen“ sind: mit falschen Versprechungen und irreleitenden Handlungsanweisungen werden Leichtgläubige ausgenommen. Die Beweislage zeigt, dass „Peter of England“ den finanziellen Ruin und die straf- und zivilrechtliche Verfolgung seiner Anhänger wissentlich in Kauf nimmt.

2016-01-24_190203 Die britische Finanzmarktaufsicht „Financial Conduct Authority“ veröffentlichte im September 2015 eine Warnung vor der „WeRe Bank“. Im Jänner 2016 veröffentlicht die heimische Finanzmarktaufsicht ebenso eine Warnung.

Doch „Peter of England“ weiß wie er Kritik begegnet: „Unsere Gegner sind nichts als verzweifelte Schachfiguren der dunklen Seite. […] Jeder, der gegen uns ist, stellt sich auf die Seite der zionistischen kriegstreibenden Kabale…“. Rationale Gegenargumente bringt Smith keine vor, aber das wird von seinen Anhängern wohl auch nicht erwartet.

Updated: 27. Januar 2016 — 0:02