Déjà-vu

Vor genau zwei Jahren, am 14. Feber 2012, hatte ich in einem Blogeintrag darüber berichtet, wie der Hochstapler und Haßprediger Peitl versucht hatte, sich bei FPÖ einzuschleichen. Damals hatte er sich aus den Fingern gesogen, dass er mit der FPÖ eine Kooperation nach Muster CDU-CSU vereinbart habe. Selbstverständlich wurde diese Behauptung seitens der FPÖ umgehend dementiert. Peitl würde „Desinformationen“ verbreiten und man würde „jegliche Zusammenarbeit und Unterstützung“ mit und für Peitl ablehnen, wurde damals formuliert.

Klare Worte, man sollte meinen dass die Deutlichkeit der Abneigung selbst einer Person minderer Intelligenz wie Peitl nicht verborgen bleibt. Aber glücklicherweise ist Österreichs politische Landschaft eine bunte, und so hat sich Haßprediger Peitl zwei Jahre später ein neues Opfer auserkoren, diesmal versucht er Ewald Stadler und dessen „REKOS – Die Reformkonservativen“ zu umgarnen um so aus der rechtsradikalen Schmuddelecke zu kommen.

Und tatsächlich tauchen Peitl und sein Spießgeselle Gregor Ulrich bei der Programmpräsentation der REKOS am 12. Feber auf, fast genau zwei Jahre seit er sich den letzten politischen Arschtritt geholt hatte. Dokumentiert ist die Anwesenheit des impotenten Duo in der ORF „Zeit im Bild“, in der auch eindrucksvoll belegt ist wie ernsthaft Peitl seine angebliche Tätigkeit als Journalist angeht, steht doch Vormittags um 1100 Uhr schon ein bereits zur Hälfte geleertes großes Glas Bier vor ihm… …so leicht illuminiert schreibt sich der Blogeintrag dann gleich viel flüssiger. Peitl formuliert die Überschrift „Unsere Präsentation im Fernsehen“ und im Text „Hier die erste Präsentation unseres Programms in der ZIB vom 12.02.2013″ (Original, hier gesichert und hier im Cache).

Wie war das? „Unsere Präsentation“ und „unser Programm“? Diese Formulierung bettelt um Nachfrage bei den REKOS. Und umgehend kommt die wenig überraschende Antwort aus Ewald Stadlers Büro: Man distanziert sich ausdrücklich von Hans-Georg Peitl und Gregor Ulrich, es gibt keine Form der Zusammenarbeit mit den beiden, was absolut verständlich ist. Das Letzte, was Stadler in seinem Umfeld gebrauchen kann sind Rechtsradikale. Na, wenn das kein Déjà-vu ist, exakt der idente Vorgang wie vor exakt zwei Jahren, diesmal allerdings in den ORF Hauptnachrichten bildlich festgehalten, allerdings, wie Ulrich bedauert nur „für 3 Sekunden im Fernsehen“ (Original, hier gesichert). Seine Enttäuschung ist verständlich, der Mann ist es gewohnt im Rampenlicht zu stehen, und sei es nur, um mit Ende 40 über seine dauerhafte Jungfräulichkeit im Unterschichtenfernsehen zu schwadronieren.

In den letzten Jahren war Ulrich immer wieder als phänotypisches Muttersöhnchen ein gut gebuchter Gast bei diversen Sendungen des öffentlich-rechtlichen Trash-TV. Zuletzt trat er am 8. Jänner bei der „Burgenländerin, die diese Diskussion am Nachmittag macht“ (© Eugen Freund) auf. Im Schlepptau war – Überraschung – Haßprediger Peitl, der stumm im Publikum saß, während Ulrich, wie oben erwähnt, weinerlich ob seiner körperlichen Unberührtheit, allerlei Einfältiges von sich gab. In der Sendung fiel kein einziges Wort zum politischen Kontext von Ulrich, dennoch hat das impotente Duo den Auftritt in ihrem Blog als politischen Erfolg gefeiert (Original, hier gesichert und hier im Cache), worauf ich die „Barbara Karlich Show“ auf diesen Umstand ansprach.

Seitens der „Barbara Karlich Show“ wird darauf hingewiesen, dass die politische Gesinnung der geladenen Gäste nicht weiter relevant sei und dass Barbara Karlich lediglich moderieren würde, redaktionelle Belange allerdings nicht in ihre Zuständigkeit fallen würden. Die Argumentation, dass isoliert nur ein Aspekt einer Person in der Sendung dargestellt werden würde scheint mir in dem Fall unzulässig, zumal das nichts am Fakt ändert, dass Peitl und Ulrich den Auftritt als politischen Erfolg werten. Diese Karlichschen Scheuklappen, das Ausblenden von Teilen der Realität, ist geradezu absurd, demnach spräche nichts dagegen den Neonazi Gottfried Küssel dazu einzuladen in ORF „Universum“ über Nacktmulle zu referieren, es gibt schließlich keinen Zusammenhang zu seiner politischen Tätigkeit. Ebensogut könnte der Karlichschen Logik folgend Josef Fritzl die Moderation der Übertragung des Opernball übernehmen, schließlich hat das nichts mit seinen Straftaten zu tun. Wer diesen Leuten eine Bühne gibt, ermöglicht, dass sie sich in der Mitte unserer Gesellschaft breitmachen und ihr gesellschaftspolitisches Gift dort ausdünsten. Es hätte nur wenig an Recherche bedurft um Ulrichs radikale Anwandlungen, insbesondere im Zusammenwirken mit Peitl, zu erkennen. Dass beide dennoch in der „Barbara Karlich Show“ auftraten zeugt entweder von einer gerüttelten Verantwortungslosigkeit oder von einer bemerkenswerten Inkompetenz der Redaktion, das können auch die schönsten Ausflüchte nicht kaschieren.

An sich ist mein Blog hier rein textbasiert, aber da die Redaktion der „Barbara Karlich Show“ meint, mir die Publikation untersagen zu können, poste ich abschließend noch ein paar Eindrücke vom Auftritt des impotenten Duo:

Peitls Spießgeselle Gregor Ulrich, eine gar nicht so seltene Symbiose aus Muttersöhnchen und Rechtsaussen. Wohl eher nicht der Traum aller Schwiegermütter…

„Ähhh… pfrrr…“

Links Barbara Karlich, nur wenig entfernt von ihr rechts der Hochstapler und Haßprediger Hans-Georg Peitl.

Riskant nahe, zumal Peitl von einem Gerichtssachverständigen eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde.

Vormittägliche rechte Kampftrinker schleichen sich als „Journalisten“ getarnt bei der REKOS-Pressekonferenz ein.