Schaler Fisch und Gammelfleisch

29. September 2015

Nachtrag 30. September 2015: Die Redaktion von fischundfleisch.com hat infolge untenstehenden Beitrages Wolfgang Pestl von der Plattform ausgeschlossen und entschuldigt sich via Twitter bei mir.

Letzten Samstag demonstrierte ein vernachlässigbares Häuflein Modernisierungsverlierer in Graz unter dem Motto „Für ein besseres Österreich“. Medienberichten zufolge fanden sich gerade mal knapp 200 Personen zur angekündigten „Grosskundgebung“, während eine Gegenkundgebung mehr als doppelt so viele Menschen zur Teilnahme motivieren konnte. Laut der Facebook-Seite der Veranstaltung waren übringens weit mehr als 12.000 Personen zur Kundgebung eingeladen, man kann also die reale Reichweite der rechten Spinner einigermassen realistisch einschätzen.

2015-09-27_120141 Heute interessiert mich allerdings weniger die Kundgebung an sich, sondern explizit einer der Redner. Vom Veranstalter und von Medien als der „Bayer Frank Arm“ beschrieben, handelt es sich um den Steirer Wolfgang Pestl. „Frank Arm“ ist nicht sein einziger Nom de guerre, auf Facebook trat er auch als „Hans Georg Wilhelm Schnurz“, anderswo im Internet als „hirnbeamter“ [sic!] auf.

Pestl ist einer jener Irren, die sich zur Ansicht verstiegen haben, dass Österreich und damit alle staatlichen Institutionen nicht existieren würden. Pestl betreibt den Internetauftritt diefirmaoesterreich.jimdo.com auf dem er allerlei Unsinniges unter die Leute bringt – im Grunde Ideen, wie sie von mir hier schon widerlegt wurden.

Wolfgang Pestl jedenfalls erfüllt archetypisch die Kriterien des „Freeman“ – zu den wirren Ideen um die Nichtexistenz der Republik gesellt sich ein rechtsradikaler Hintergrund bis hin zu Holocaustleugnung.

2015-03-14_122256 Der Screenshot links stammt von seiner mittlerweile gelöschten Facebook-Seite. Der Eigeneliminierung war eine Auseinandersetzung meinerseites mit dem Blog fischundfleisch.com auf Twitter vorangegangen.

Pestl ist Autor auf fischundfleisch.com, als ich via Twitter bei den Betreiberinnen nachgefragt hatte, weshalb sie einem Rechtsradikalen Verrückten Platz bieten, war das ein klein wenig eskaliert. Fischundflisch.com verfälscht in der Folge meine Anfrage und schreibt, ich hatte behauptet, dass Pestl wegen Holocaustleugnung verurteilt worden sei. Kleiner großer Fehler: Ich hatte nachweislich nie von einer Verurteilung geschrieben.

crcr www.fischundfleisch.com_2015-05-17_20-49-52 Verständlicherweise nachvollziehbar setzt Pestl sich gegen diese unglaubliche Behauptung zur Wehr, vom angeblich von ihm eingeschalteten Anwalt habe ich allerdings nie Post bekommen – soviel zur Glaubwürdigkeit. Interessant aber hier wiederum die Quelle, mit der Pestl seine Argumentation unterlegt: er beruft sich auf die rechtsextreme „Europäische Aktion“, einer Dachorganisation europäischer Holocaust-Leugner und Rechtsextremisten.

Wer sich auf solche Deppen beruft, der zeigt meines Erachtens recht deutlich, wessen Geistes Kind er ist. Dass die Betreiber von fischundflsich.com das unreflektiert durchgehen lassen, zeigt entweder deren Bildungsstand oder deren eigenen ideologischen Hintergrund auf. Jede dieser Optionen wäre fatal.

Ich hatte auf Twitter Pestls Klarnamen geoutet, er hatte sich darob beschwert und mein Twitter-Account wurde gesperrt. Mein Fehler. Wie nun aber vonseiten fischundfleisch.com reagiert wurde ist … bemerkenswert. Mir wurde vorgeworfen zu „lügen“ und in letzter Konsequenz: „Dir sagt die Redaktion: Ab zum Psychiater!“ [sic!]. Die Redaktion, das wäre vor allem Silvia Jelincic, ob sie auch den Twitter-Account der Seite bedient, wurde mit leider auch auf wiederholte Nachfrage nicht mitgeteilt.

Die Erfahrung, dass fischundfleisch.com hysterisch dünnhäutig auf Kritik am Projekt reagiert habe nicht nur ich gemacht. …und wieder eine an sich gute Idee, die sich ob der handelnden Personen selbst disqualifiziert….

Quelle des ersten Screenshot: youtube.com, Stand 26. September 2015, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=JCP7AZppBIU

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 14. März 2015, zum Vergrößern anklicken
Original nicht mehr vorhanden, hierorts gerichtsfest gesichert.

Quelle des dritten Screenshot: fischundfleisch.com, Stand 26. September 2015, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: fischundfleisch.com/blogs/politik/erste-zensur-der-2-republik.html

PS zum dritten Screenshot: Ich brauche keinen „Linzer Polizisten um mir Klarnamen zu besorgen“… eher andersrum… 😛 :)