Familienbande

25. März 2017

Vor ein paar Jahren meinte der verhaltenskreative freiheitliche Hinterbänkler Werner Neubauer mich beüben zu müssen. Auf Geheiß des verurteilen rechtsextremen Hetzers und aus der FPÖ entsorgten vormaligen AbgzNR DDr. (alter Studienordnung) Werner-Franz-Werner (so genau weiß man das nicht) Königshofer hatte Neubauer das parlamentarische Interpelationsrecht mißbraucht und drei Anfragen zu meiner Person eingebracht, die allesamt mit den üblichen Worthülsen gesetzeskonform (nicht) beantwortet wurden.

Im Rahmen der aktuellen Diskussion um die sogenannten „Freeman“ und „Souveränen“, also die Staatsverweigerer kommt mir der Abgeordnete Neubauer nun wieder ab und an in den Sinn. Ein definierendes Moment heimischer Staatsverweigerer ist es, die Existenz Österreichs abzustreiten, sich dennoch aber gerne mit diversen Sozialleistungen des Staates versorgen zu lassen.

Ein ansatzweise ähnliches Lebensmodell scheint Neubauer auszuleben. Seit knapp zehneinhalb Jahren bezieht er 14 mal jährlich das nicht eben bescheidene Salär eines Abgeordneten zum österreichischen Nationalrates. Was ihn aber nicht davon abhält die Nation Österreich zu verleugnen. So hatte er beispielsweise 2010 als Agitator der rechtsextremen und verfassungsfeindlichen deutschen Kleinpartei pro NRW sichtlich aufgewühlt vom Podium gebrüllt ein Deutscher zu sein (zit): „Liebe deutsche Landsleute, ich darf das sagen, weil ich Deutscher bin […]“. Bei einer weiteren Veranstaltung Rechtsextremer peitscht Neubauer die Anwesenden unter anderem so auf: „[…] sind wir von unfähigen Politikern in Deutschland regiert, wieweit sind wir von ausländischen Agitatoren [sic!] bestimmt, und wieweit haben wir selber noch die Möglichkeit über das, was in unserem Land [Deutschland] passiert selbst noch zu entschieden.“.

Unter dem Aspekt des § 41 (1) NRWO sind das interessante Aussagen, Ausländer – wie Neubauer eigenen Angaben zufolge einer wäre – kommen nicht in den Genuss des passiven Wahlrechtes zu unserem Parlament. Aber aktuell beschäftigt weniger Werner Neubauer, denn seine Gattin Anita Neubauer. Sie hält seit 2009 für die FPÖ als Gemeinderätin in der „Führerstadt“ Linz die Stellung. Böse Zungen könnten das Ehepaar Neubauer als das deutschnationale dynamische Duo der oberösterreichischen FPÖ umschreiben, was in diesen Kreisen zwar nicht wirklich ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber dennoch erwähnenswert.

scr_130217_2224Der Screenshot links belegt, dass zwischen Frau Neubauer und ihren Angetrauten ideologisch kein Blatt Papier passt. Im Gedenken an die Coventrisierung Dresdens am 13. Feber 1945 verbreitet sie einen Artikel des laut DÖW rechtsextremen „Schutzverein Österreichische Landsmannschaft“ zum Thema.

Der von ihr verlinkte Artikel (Original, hier gesichert) ist erwartungsgemäß nicht historisch korrekt, sondern bedient die üblichen rechtsextremen Ressentiments. Die NS-Propagandalüge des Mittagsangriffes am Folgetag durch Goebbels‘ „Luftgangster“ wird ebenso wie die gefälschten Opferzahlen von bis zu 300.000 Toten wiedergegeben.

Dabei könnte Frau Neubauer sich historisches Gedenken doch so einfach machen. 350 Kilometer näher als Dresden liegt Mauthausen bei Linz. Der nationale Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 5. Mai bezieht sich auf die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen.

Ich konnte trotz intensiver Suche weder auf vom FPÖ-Nationalrat Werner Neubauer, noch auf von FPÖ-Gemeinderätin Anita Neubauer bedienter Internetauftritte ein Gedenken oder wenigstens eine Erwähnung dieses Gedenktages finden. Aber man wähnt sich ja deutsch, was interessieren da österreichische nationale Gedenktage…

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 23. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=1028098230538976&set=a.509851729030298.139128.100000164276920&type=3