Unmündig nennt man uns…

1. Mai 2017

Statt netter Spaziergänge und Verkehrsbehinderungen hier zum 1. Mai etwas meines Erachtens sinnvolleres – nämlich den Alltagsfaschismus mit Namen und Gesicht zu benennen.

2017-05-01_152938Am Bild links das auf den ersten Blick harmlose Facebook-Profil des Finanzreferenten der FPÖ Parndorf im Burgenland, Anton Strantz. Die FPÖ Parndorf ist ein schwach aufgestellter Familienbetrieb, seine Frau Michaela Strantz gibt die Ortsparteiobfrau.

Strantz verwendet als Profilbild den von 1935 – 1945 als Hoheitszeichen des 3. Reichs gebräuchlichen Reichsadler, lediglich das Hakenkreuz ist durch das VW-Logo ersetzt. Man könnte das als geschmacklose Halblustigkeit abtun, wäre nicht das Ensemble samt dem in Fraktur gehaltenen Schriftzug „Waffenschmiede Wolfsburg“ eindeutig rechtsradikal konnotiert, auf dieser Seite ist das näher ausgeführt: „Die übliche Ausrede der Waffenschmiede-Neonazis ist, dass ‚Waffenschmiede Wolfsburg‘ und ‚Waffenschmiede Rüsselsheim‘ unpolitische Tuning-Clubs seien. Doch die Ausrede offenbart um so mehr die Gefährlichkeit dieser Leute. Die getunten Autos werden wirklich wie Waffen verwendet […]“

2017-05-01_151416Und weil heute ein Feiertag ist, nach dem Burgendländischen noch ein Kärntner Depp. Aus Spittal an der Drau, und überraschenderweise ohne FPÖ-Funktion, stammt Joachim Kumnig. Er schlägt vor Fakenews zu bekämpfen. Das ist an sich notwendig und vernünftig – aber Kumnig behauptet, dass die industrielle Judenvernichtung im Dritten Reich „Fakenews“ wären.

Einen Artikel über die Thesen des französischen Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner Paul Rassinier am deutschen Neonazi-Blog „volksbetrugpunktnet“ verlinkend meint Kumnig: „Die Lügen werden bei uns per Gesetz geschützt. Sie wollen Fake News bekämpfen. Da könnten sie damit beginnen.“. Rassiniers einschlägige Lügen sind schon länger widerlegt, das ist nun wirklich nicht schwer zu überprüfen.

Egal, ob 1. Mai oder sonst ein Tag, der rechte Bodensatz stirbt nicht aus, sie werden noch nicht mal weniger… …same shit different day… Abschließend noch was in diesen Kreisen wohl eher zum „Tag der nationalen Arbeit“ gebräuchliches. Schließlich gilt es ja gerade heute der „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ zu widerstehen:

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Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 01. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/tony.strantz

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 01. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/joachim.kumnig/posts/1363210450383989

Quelle des dritten Bildes: eigenes Archiv; Wer den Titel dieses Blogeintrages nicht zuordnen kann… …hat die letzten 140 Jahre verschlafen.