SYSTEMAtische Subversion

7. Mai 2017

Was bei den Aktivisten der österreichischen Staatsverweigererszene neben der zugegebenermaßen unhaltbaren Einschätzung als Sekte am meisten Widerspruch hervorruft ist die Einordnung im rechtsextremen Spektrum.

2017-05-07_163956Das Bild hier links hatte ich im Sommer 2015 auf der Demonstration gegen das Bilderbergertreffen in Telfs aufgenommen. Im Vordergrund, mit Mikrofon Johann Kreissl, der immer noch von manchen Medien szenerelevant dargestellt wird. Links am Bild als Hippie verkleidet der deutsche Neonazi Lars Mährholz, der Kreissl bei der Gelegenheit zu Veranstaltungen nach Deutschland einlud.

Es ist anzunehmen, dass Kreissl sich unter diesen Leuten sehr wohl fühlt, vertritt er doch hinter der Fassade des angeblich harmlosen „geistig-sittlichen Wesens“ durchaus rechtsradikale Positionen. Bei einem seiner wirren Vorträge im April 2014 schlug er vor die Bundesregierung zu inhaftieren um die FPÖ an die Macht zu putschen, auch der szenetypische Antisemitismus darf nicht fehlen.

Kreissl allerdings ist in der Szene Geschichte, andere sind an seine Stelle getreten. Wobei man nach der aktuellen Verhaftungs- und verurteilungswelle öffentlich ein klein wenig kürzer tritt. Aber es gibt immer noch zentrale Figuren mit sendungsbewußtsein auf freiem Fuß.

2017-05-07_182445Einer davon ist Alexander Hermann, hier links bei einem Interview mit Patrick Poppel vom Suworow Institut, dessen Aufgabe es ist für Putin’s Autokratie anti-westliche Propaganda unter österreichischen Rechtsextremen zu multiplizieren.

Hermann gibt den Kampfsporttrainer, allerdings nur in der reichlich dubiosen und wenig effizienten russischen Methode des Systema. Wie ich vor wenigen Tagen hier auf souveräne.at geschrieben habe, ist Hermann tief in der Staatsverweigerer-Szene verhaftet. So ist er nicht nur zweiter Vizepräsident der „International Intelligence Agency“ (IIA), des Pseudogeheimdienstes zum Pseudogericht ICCJV, sondern hielt auch seine schützende Hand über den sich der Abschiebung entziehenden Terry Russel Connor. Unverständlich ist dass Hermann sich immer noch auf freiem Fuß befindet, während die beiden anderen Funktionäre der IIA, Markus Steiner und Wolfgang Empacher unlängst wegen ihrem Engagement beim ICCJV zu Haftstrafen verurteilt wurden.

2017-05-07_130233Alexander Hermann jedenfalls genießt seine Freiheit und nutzt die Zeit um rechtsextreme anti-westliche Propaganda zu verbreiten. Und hier erschließt sich auch, weshalb ich den heutigen Beitrag hier und nicht auf souveräne.at veröffentliche.

Am Screenshot links verlinkt er zustimmend einen Beitrag vom Blog anonymousnews.ru, das vom deutschen Rechtsextremisten Mario Rönsch (hier schließt sich der Kreis zum weiter oben erwähnten Lars Mährholz) betrieben wird und mit der echten Anonymous-Bewegung nichts gemein hat.

In gegenständlichen Beitrag wird behauptet, dass die Illustration von einem angeblichen millionfachen Mord an Deutschen durch Westalliierte in den Rheinwiesenlagern stammen würde. Die rechtsextreme Szene fabuliert von über zwei Millionen Toten, belegbar sind maximal 40.000, wahrscheinlich aber wesentlich weniger. Neben der Opferzahl passt auch das Bild nicht zum Artikel und das zeigt die besondere Chuzpe, mit der Hermann agiert.

Nachweislich wurden in den Rheinwiesenlagern keine Kinder festgehalten und dennoch beharrt Hermann darauf, dass das Bld authentisch sei: „Wer über den Tellerrand sehen kann wird wissen das alle Siegermächte sich an den Frauen in ihren Besatzungszonen vergangen haben. Zu welcher Zone der Artikel Bezug nimmt steht ja ausser Frage. Abgesehen wurden russische Vergewaltiger laut Oberkommantatur vom Vorgesetzten erschoßen. Guter Mann lernen Sie Geschichte!“ – er versucht hier also sowjetische Kriegsverbrechen zu vertuschen und diese den Westalliierten in die Schuhe zu schieben. In Wahrheit stammt das Bild vom Massaker von Metgethen, welches im Feber 1945 von Sowjets an deutschen und ukrainischen Zivilisten in einem Vorort von Königsberg begannen wurde. Die Originale der Photos sind hier zu finden, die Authentizität wird auch von russischer Seite nicht bestritten.

Ebenso bewusst gelogen ist Hermann’s Anmerkung, dass es sich bei dem Bild um „einesl [sic!] der geschichtlichen Dokumente welche uns vom Sieger vorenthalten“ wird, handeln würde – die Bilder sind der Öffentlichkeit seit 1945 zugänglich.

2017-05-07_194156Bei Hermann trifft nun also so einiges zusammen: Putin-Hörigkeit, Rechtsextremismus und aktive Partizipation bei den Staatsverweigerern. Der Screenshot links ist vom Facebook-Auftritt seiner Systema-Initiative gezogen. Auffällig sind dabei mehrere Momente: Erstmal ist es hinterfragenswert auf welcher rechtlichen Basis Hermann seine Kurse anbietet, im Firmenregister scheint er nicht auf. Ebensowenig sind „SYSTEMA Austria“ und „Alexander Hermann“ wie behauptet als Marken angemeldet. Entlarvend ist der Hinweis auf das UCC, welcher in der Staatsverweigerer-Szene zum guten Ton gehört.

Ebenfalls entlarvend, aber wohl eher unbeabsichtigt, ist seine Verlinkung eines Artikels der „Kronen Zeitung, in dem geschildert wird, wie Systema-Schulen zur Tarnung subversiver Aktionen im jeweiligen Zielland dienen. Subversion als Moskaus fünfte Kolonne beschreibt exakt, was Hermann mit seinem Engagement bei den Staatsverweigerern und mit der Verbreitung von anti-westlicher rechtsextremer Propaganda betreibt und unterstreicht einmal mehr meine These, dass gegen diese Szene robust vorgegangen werden muss, da nichts weniger als unsere pluralistische Demokratie auf dem Spiel steht.

Quelle des ersten Bildes: eigenes Archiv, zum Vergrößern anklicken

Quelle des zweiten Screenshot: youtube.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=awn6gNYJ4AE

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/AlexSYSTEMA/posts/1910402035867958

Quelle des vierten Screenshot: facebook.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/pg/systema.austria.wien/about/