Jenseitig

18. November 2017

Vor fast genau zwei Jahren wurde das Nachrichtenmagazin „profil“ vom Österreichischen Presserat gerügt weil in einem Artikel FPÖ-Sympathisanten bei einer Parteiveranstaltung der FPÖ am Viktor-Adler-Markt in Wien als „die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt […]. Pickelhaut. Schlechte Zähne […]“ beschrieben wurden.

14192142_1512293728796062_350723681186677243_n Der Presserat meint in seiner Entscheidung, dass eine derartig intensive, pauschale Häufung negativer Attribute eine eindeutige Diskriminierung dieser Menschen darstellt. Nu, Schönheit ist eben subjektiv, und auf den links am Screenshot von Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer eingerahmten Alfred Blihall trifft zwar in eventu die Beschreibung des „profil“ zu, aber wichtiger ist ohnehin was in einem Kopf vorgeht, nicht wie er aussieht.

Das scheint aber in diesem Fall zu korrespondieren, nicht umsonst wird er zur Illustration eines Artikel über europäische Rechtsaußen in „The Nation“, US-Amerikas ältester politischer Wochenzeitschrift, herangezogen.

Das Leben des Alfred Blihall jenseits der Donau lässt sich auf drei Momente reduzieren: den Fußballklub Austria Wien, Essen und die FPÖ. Nicht viel, aber immer noch mehr als genug um einen Facebook-Account zu füllen. Dabei sind vor allem seine Videos sehenswert. In diesem Beispiel etwa führt er aus sich nicht nur für die FPÖ zu engagieren, sondern auch bei einer dubiosen Initiative „Hunde haben ein Recht auf einen Aufenthaltstitel in Österreich“, weil ja schließlich die Facebook-Seite „Hunde raus aus Österreich“ gegen Artikel sechs der Bundesverfassung verstößt – so weit, so dämlich.

2017-11-18_124512Blihall filmt sich aber nicht nur selbst gerne, er kommentiert auch ausgiebig fremde Videos. Beispielsweise am Screenshot links eines des Boulevard-Senders oe24.tv.

Was er da von sich gibt ist auf den ersten Blick strafwürdig, auf den zweiten fällt es aber wohl unter „milieubedingte Unmutsäußerung“. Auf die Spitze treibt er diese dann nach einer kleinen Provokation auf Facebook. Jemand hatte sein Photo verfremdet und das Fake-Profil „Ahmed Blihall“ erstellt, worauf er mit einem seiner skurrilen Videos reagiert.

Dieses Video ist so … Dings … dass ich es meinen p.t. Lesern nicht vorenthalten möchte:

Im Video wie in seinen Texten Verhetzung ohne Ende, aber wie weiter oben geschrieben – ich bin nicht sehr zuversichtlich, dass bei Blihall schuldhaftes Handeln erkannt wird. Sohin zeigen Menschen wie er einmal mehr ein Dilemma unserer Demokratie auf: Belangbar für seine Hetze ist er nicht, das Wahlrecht entziehen kann man ihm aber auch nicht.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 18. November 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=1512293728796062&set=a.507056565986455.138055.100000463470775&type=3&permPage=1

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 18. November 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/oe24.at/videos/10159794886050529/

Quelle des Video: facebook.com, Stand 18. November 2017
Deeplink: facebook.com/alfred.blihall/videos/2142270965798332/