Ute Bock

19. Januar 2018

Heute ist die großartige Ute Bock verstorben. Nachstehende ausgewählte Kommentare von FPÖ-Wählern müssen nicht weiter kommentiert werden.

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Anneliese, ach Anneliese

28. Dezember 2017

Bitte den Nachtrag ganz unten beachten!

Eigentlich hat der Kurier hier schon alles Wissenswerte über die von der FPÖ gestellte dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller geschrieben. Dass wir an Kitzmüller noch viel Freude haben werden zeigen die weiteren Berichte der letzten Woche, wobei insbesondere ein Photo einer Veranstaltung der rechtsextremen „Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik“ (AFP) für Aufregung sorgte.

Kitzmüller verwahrt sich jedenfalls dagegen dass sie neben Gottfried Küssel auf den in diversen Medien publizierten Photos wäre. Mitgeteilt wurde das samt der obligatorischen Klagsdrohung von ihrem Sprecher Konrad Belakowitsch, ein alter Herr der schlagenden Burschenschaft Silesia. Die dummen Jungs der Silesia sind noch gut von einer Auseinandersetzung im Wiener Rotlicht-Milieu in Erinnerung, bei der die damalige Chefsekretärin von Bundeskanzler Strache ausgerechnet einen gewissen Gottfried Küssel zur Hilfe rief.

Aber gut. Diese reinrassigen arischen Schönheiten sehen einander nun mal zum Verwechseln ähnlich. Leider habe ich kein Photo Kitzmüllers aus 2006, als die AfP-Akademie in Gumpoldskirchen tagte, zur Verfügung. Ein Abgleich mittels forensischer Gesichtserkennungssoftware mit einem Photo aus 2009 zeigt eine Übereinstimmung von eh nur 74.5%. Um es also mit teutscher Zunge zu sagen: „Kitzmüller und Küssel? Ich halte mich da raus! Ich glaube alles, was dogmatisch vorgeschrieben ist.„.

photo_2017-10-29_21-20-27Noch ein klein wenig mehr strapaziert wird unsere Glaubensbereitschaft angesichts des Gedenksteines in Kitzmüllers Heimatort Kirchschlag hier links. Dem Text zufolge wurde an dieser Stelle von US-Befreiern ein ungesühntes Kriegsverbrechen begannen: „Hier wurden 1945 – bei Kriegsende – drei ganz junge deutsche Soldaten von der amerikanischen Besatzungsmacht als Geiseln erschossen! Barmherziger Gott wir bitten Dich! Bewahre unsere Jugend und unsere Heimat vor einem neuen Krieg und der Zerstörung des christlichen Abendlandes!“.

Trotz umfangreicher Recherche lässt sich kein einziger Beleg für dieses angeblich von US-Streitkräften begangene Kriegsverbrechen finden. Was wir aber finden, lässt die Geschichte in einem anderen Licht erscheinen. Das Buch „Generationen erzählen“ schildert Lebenserinnerungen von Zeitzeugen der Kriegs- und Nachkriegsjahre, darunter auch jene des Linzers Franz Rieger.

Riegers Erinnerungen lesen sich so: „Wie zu Kriegsende die Amerikaner nach Kirchschlag vorgerückt sind, haben sich drei SS-ler im Wald verschanzt und wollten das Blatt noch wenden. Sie wollten noch gegen die Amerikaner kämpfen – am Ortseingang von Kirchschlag gibt es heute noch einen Gedenkstein, wo die SS-ler erschossen wurden.“ – Angehörige der verbrecherischen Organisation SS klingt schon ganz anders als das harmlose „ganz junge deutsche Soldaten“. Ebenso ist kein Wort von einer angeblichen Geiselnahme zu finden, das war ja ohnehin eher krimineller Usus der deutschen Kriegspartei. Der Schwachsinn, dass ausgerechnet die antichristliche NS-Vernichtungsmaschinerie uns vor der „Zerstörung des christlichen Abendlandes“ bewahren solle richtet sich ohnehin von selbst.

Ich kann nachvollziehen, dass man sich nicht unbedingt im Detail mit solchen geschichtsrevisionistischen Dämlichkeiten und mit Reinwaschungsversuchen von SS-Verbrechern auseinandersetzen muss, zumal der Gedenkstein nicht an einem prominenter Stelle sondern in einem winzigen oberösterreichischen Kaff steht. So hält sich beispielsweise die ÖVP-Bürgermeisterin Gertraud Deim in der Sache bedeckt und erteilt trotz mehrfacher Anfragen keine Auskünfte zur Sache. Man könnte sich aber Gedanken darüber machen wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass man den Gedenkstein nahezu täglich passiert, wie etwa der einschlägig unbescholtene Kirschschläger FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Kitzmüller, Gatte von Anneliese Kitzmüller.

2017-10-30_112915Am Satellitenbild hier links eingekreist der Meldewohnsitz der Kitzmüllers im Witikoweg (Witiko, zwinker, zwinker), weiter rechts im Bild die GPS-Markierung des geschichtsverfälschenden Gedenksteins.

Ob der örtlichen Nähe ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass Kitzmüllers darüber Bescheid wissen, von Bemühungen den Geschichtsrevisionismus im sozusagen Vorgarten zu korrigieren ist nichts bekannt. Dabei sollte man meinen, dass gerade Anneliese Kitzmüller Interesse an einer Aufarbeitung haben könnte, hat sie doch über eben diese Zeitspanne ein dilettantisches ewiggestriges Buch herausgegeben. Mitherausgeber war ein gewisser Martin Graf …oh, wait!

*** Nachtrag 30. Dezember 2017 ***

Der Kurier veröffentlicht heute, dass sich eine „Silvia M.“ gemeldet habe: „Fast untergegangen ist dabei Silvia M. mit ihrem Zwischenruf: ‚Ich bin der Mensch auf dem Foto.‘ Dass ihr Bild ‚überall gepostet und analysiert wird‘, werde sie sich nicht gefallen lassen, erklärt sie im KURIER-Gespräch. ‚Das ist rufschädigend für mich. Das war in der Vergangenheit, ich will damit nichts mehr zu tun haben.'“, und weiter: „‚Ja, ich war bei dieser Veranstaltung, aber das ist ja nichts Verbotenes‘, sagt Silvia M. – immer noch FPÖ-Wählerin, ‚aber kein Nazi‘, wie sie betont. Mit Küssel sei sie damals bekannt gewesen, er habe sie im Auto mit zur Veranstaltung nach Gumpoldskirchen genommen. Seit seiner Inhaftierung sei der Kontakt abgebrochen.“.

1cr_376853_463151570385968_693117121_nWie oben schon erwähnt – diese reinrassigen arischen Schönheiten sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Und es könnte sich auf dem Photo von der AfP-Tagung tatsächlich um Silvia Maritsch handeln. Bei Maritsch handelt es sich um kein unbeschriebenes Blatt. Als Lebensgefährtin des verurteilten Neonazi Edmund Eminger war sie nicht nur in der AfP aktiv, sondern hatte auch in den mittlerweile verbotenen neonazistischen HNG-Nachrichten veröffentlicht.

Das Photo links stammt von Maritsch‘ Facebook-Account und ist zeitlich nicht einordenbar. Aber wie bereits erwähnt, eine gewisse Ähnlichkeit nicht nur zur Person am AfP-Photo, sondern auch zu Kitzmüller ist nicht von der Hand zu weisen.

Quelle des ersten Bildes: eigenes Archiv, zum Vergrößern anklicken

Quelle des zweiten Bildes: google.com, Stand 28. Dezember 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: google.at/maps/place/Witikoweg+1,+4202+Kirchschlag+bei+Linz/@48.4171893,14.2769604,139m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x47739c2116a1775f:0x2db6597abe49aeef!8m2!3d48.4174644!4d14.2767095

Quelle des dritten Bildes: facebook.com, Stand 30. Dezember 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=463151570385968&set=a.463151560385969.107786.100000733860228&type=3&permPage=1

Jenseitig

18. November 2017

Vor fast genau zwei Jahren wurde das Nachrichtenmagazin „profil“ vom Österreichischen Presserat gerügt weil in einem Artikel FPÖ-Sympathisanten bei einer Parteiveranstaltung der FPÖ am Viktor-Adler-Markt in Wien als „die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt […]. Pickelhaut. Schlechte Zähne […]“ beschrieben wurden.

14192142_1512293728796062_350723681186677243_n Der Presserat meint in seiner Entscheidung, dass eine derartig intensive, pauschale Häufung negativer Attribute eine eindeutige Diskriminierung dieser Menschen darstellt. Nu, Schönheit ist eben subjektiv, und auf den links am Screenshot von Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer eingerahmten Alfred Blihall trifft zwar in eventu die Beschreibung des „profil“ zu, aber wichtiger ist ohnehin was in einem Kopf vorgeht, nicht wie er aussieht.

Das scheint aber in diesem Fall zu korrespondieren, nicht umsonst wird er zur Illustration eines Artikel über europäische Rechtsaußen in „The Nation“, US-Amerikas ältester politischer Wochenzeitschrift, herangezogen.

Das Leben des Alfred Blihall jenseits der Donau lässt sich auf drei Momente reduzieren: den Fußballklub Austria Wien, Essen und die FPÖ. Nicht viel, aber immer noch mehr als genug um einen Facebook-Account zu füllen. Dabei sind vor allem seine Videos sehenswert. In diesem Beispiel etwa führt er aus sich nicht nur für die FPÖ zu engagieren, sondern auch bei einer dubiosen Initiative „Hunde haben ein Recht auf einen Aufenthaltstitel in Österreich“, weil ja schließlich die Facebook-Seite „Hunde raus aus Österreich“ gegen Artikel sechs der Bundesverfassung verstößt – so weit, so dämlich.

2017-11-18_124512Blihall filmt sich aber nicht nur selbst gerne, er kommentiert auch ausgiebig fremde Videos. Beispielsweise am Screenshot links eines des Boulevard-Senders oe24.tv.

Was er da von sich gibt ist auf den ersten Blick strafwürdig, auf den zweiten fällt es aber wohl unter „milieubedingte Unmutsäußerung“. Auf die Spitze treibt er diese dann nach einer kleinen Provokation auf Facebook. Jemand hatte sein Photo verfremdet und das Fake-Profil „Ahmed Blihall“ erstellt, worauf er mit einem seiner skurrilen Videos reagiert.

Dieses Video ist so … Dings … dass ich es meinen p.t. Lesern nicht vorenthalten möchte:

Im Video wie in seinen Texten Verhetzung ohne Ende, aber wie weiter oben geschrieben – ich bin nicht sehr zuversichtlich, dass bei Blihall schuldhaftes Handeln erkannt wird. Sohin zeigen Menschen wie er einmal mehr ein Dilemma unserer Demokratie auf: Belangbar für seine Hetze ist er nicht, das Wahlrecht entziehen kann man ihm aber auch nicht.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 18. November 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=1512293728796062&set=a.507056565986455.138055.100000463470775&type=3&permPage=1

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 18. November 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/oe24.at/videos/10159794886050529/

Quelle des Video: facebook.com, Stand 18. November 2017
Deeplink: facebook.com/alfred.blihall/videos/2142270965798332/

Truva Atı

5. Oktober 2017

Einen hab ich noch aus der Serie der politischen Lichtgestalten der Tiroler Liste Pilz: Çelebi Harmanci kandidiert auf Platz sechs der Landesliste und ist Pilz‘ einziger Kandidat im Wahlkreis 7C.

Der Darstellung auf Pilz‘ Internetauftritt (Original, hier gesichert) zufolge will sich Harmanci auf die Themen Integration und interreligiöser Dialog konzentrieren: „Weil ich mich mit dem Thema „Politischer Islam“ intensiv beschäftige und glaube, mich hier konstruktiv einbringen zu können.“

Womöglich hat er sich dafür mit seiner 2008 an der Universität Innsbruck (laut Peter Pilz eine „Baumschule“) verfassten Diplomarbeit mit Titel „Zerfall des Osmanischen Reiches und seine nationalen Folgen“ qualifiziert. Eine genauerer Blick auf diese Arbeit erstaunt allerdings, da sie im Tenor so gar nicht mit Peter Pilz‘ Linie korrespondiert.

Beispielsweise stellt er Persönlichkeiten wie den ob seiner Grausamkeiten berüchtigten osmanischen Herrscher Mehmed II. ausschließlich überschwenglich positiv dar. Dieses Muster behält Harmanci bei der Beschreibung osmanischer Herrscher aller Zeitalter bei.

Besonders auffällig ist das in seinem Kapitel über den Völkermord an den Armeniern, wo Harmanci ausführt, dass die Gründe für dieses Verbrechen in der „Einmischung der Großmächte“ zu suchen wären. Das widerspricht jeglicher Forschung. Die politische Verantwortung des damaligen Herrschers Abdülhamid II. wird in in einem Nebensatz erwähnt. Es fällt schwer eine wissenschaftliche Motivation zu finden, eher könnte man vermuten Pilz‘ Kandidat war ideologisch versucht Abdülhamid II. zu exkulpieren?

cr_20170920_090233Der Gedanke der ideologischen Motivation drängt sich noch mehr im Kapitel über Atatürks Ansprache an die Jugend auf. Harmanci hat sich entschlossen diesen Text auf türkisch vollständig, in Deutsch jedoch nur ein kurzes Fragment wiederzugeben. Ausgerechnet jene Passage fehlt, in der vom „edlen Blut“ die Rede ist, das angeblich in türkischen Adern fließt.

Besonders verstörend ist eine Bemerkung Harmancis im Schlussteil seiner Diplomarbeit. Wie am Photo links zu sehen ist stellt er ohne Belege anzuführen oder diese zu benennen „israelische Gräueltaten“ in den Raum. Damit reflektiert er in einer wissenschaftlichen Arbeit Denkmuster stramm türkischer Nationalisten.

Über Unstimmigkeiten bei Quellenangaben – das böse P-Wort verwende ich ausdrücklich nicht – lasse ich mich nicht weiter aus, der damalige Begutachter von der Diplomarbeit möchte sich diese ohnehin nochmals durchsehen.

„Politisch bin ich ein weißes Blatt“ schreibt Harmanci in seiner Selbstdarstellung auf oben angeführtem Internetauftritt der Liste Pilz. Dass Weiß nicht unbedingt unbefleckt heißen muss liegt auf der Hand. So sind etwa auf seinem Youtube-Kanal (Original, hier gesichert) zwei von ihm erstellte Videos zu finden, die Peter Pilz‘ Kandidaten als Fan von Norbert Hofer outen.

Womöglich hat sich da also Peter Pilz ein türkisches Trojanisches Pferd – ein Truva Atı – in seine kleine Widerstandsbewegung gegen türkische Nationalisten geholt. Oder aber er denkt noch viel langfristiger als vermutet und baut auf andere Talente von Çelebi Harmanci. Immerhin hat Pilz gedroht bei erneuten allfälligem politischen Scheitern seine Gesangskarriere weiterzutreiben. Eine Hupfdohle hätte er mit seinem Kandidaten schon mal:

Quelle des Photo: Harmanci, Ç. (2008) Zerfall des Osmanischen Reiches und seine nationalen Folgen, Innsbruck, Univ., Dipl.-Arb., Seite 111

Quelle des Video: youtube.com, Stand 06. Oktober 2017
Deeplink: youtube.com/watch?v=72RXUgQF4uI

Nirwana

27. September 2017

Als ich vor 14 Tagen das erste Mal über Kandidaten der Liste Pilz schrieb war ich noch ein klein wenig verwundert, dass Leute wie Karl-Heinz „Charly“ Grill bei mir aufschlagen. Mittlerweile wundert mich gornisht mehr, was Peter Pilz angeht.

DKOjdlTXUAYE0HaMit 20. September hatte ich getwittert, dass Helene Gastl, Peter Pilz‘ Tiroler Landeslistenachte und drittgereihte Kandidatin im Wahlkreis 7B, sich das Nirwana – also Nichts – als politisches Ziel gesetzt hatte.

Einen Tag nach meinem Tweet, für Peter Pilz‘ Verhältnisse geradezu rasend schnell, war das Nirwana auf Gastls Seite ins Nirwana entschwunden – soviel zu „Unsere Kandidaten sind Programme„. Darauf basierend kann man sich lebhaft vorstellen, wie es bei einem allfälligen gutem Erfolg im parlamentarischen Klub von Peter Pilz zugehen wird: der Klubzwang wird wohl eher nicht fallen und ohne Sprachregelungen wird auch er nicht auskommen.

Aktuellen Umfragewerten zufolge wird das Helene Gastl zwar sicher nicht betreffen, aber dennoch werfen wir einen kurzen Blick auf sie, weil sie ein nettes Beispiel für die Kandidatenselektion der Liste Peter Pilz ist. Gastl führt am Internetauftritt der Liste Peter Pilz an auch als Yogalehrerin gearbeitet zu haben und sie ist auch heute noch als Obfrau des „Yoga Verein Kramsach“ zu finden (Original, hier gesichert).

Treibende Kraft unter Gastls Obfrauschaft bei den Kramsacher Yogis dürfte Rolf Wernisch sein, und hier werden wir fündig. Wernisch führt in seiner Selbstdarstellung (Original, hier gesichert) an, dass er unter anderem von 2005 bis 2007 eine „3-Jährige Grundausbildung zum ‚Spirituellen Heiler‘ bei El An Rea“ absolviert habe.

Schon bei den Worten „spiritueller Heiler“ werden meine p.t. Leser ein breites Grinsen nur schwer unterdrücken können – und tatsächlich, wir werden nicht enttäuscht: Bei „El An Rea“ handelt es sich um eine jener verrückten Betrügerinnen, die von sich behaupten von Licht zu leben (Original, hier gesichert). In der Ausbildung zum „spirituellen Heiler“ wurde Wernisch auch in den von „El An Rea“ praktizierten Methoden des „Theta Healing“ (Original, hier gesichert) und der „Neuen Germanischen Medizin“ (Original, hier gesichert) unterwiesen.

Bei „Theta Healing“ handelt es sich um pseudomedizinische Scharlatanerie die laut BBC im Ruf steht „unverantwortlich und sogar kriminell“ zu sein. Behauptet wird, dass mit dieser Methode Aids, Krebs, Knochenbrüche, Parasitenbefall, Diabetes und noch vieles mehr geheilt werden könne, ja sogar Autos repariert („geheilt“) werden können. Seriöse klinische Studien oder andere objektive Belege über angebliche Heilungserfolge sind nicht existent.

Ebenfalls in den Ausbildungen zum Heiler bei „El An Rea“ kommt die „Germanische Neue Medizin“ vor, welche in Österreich seit 1995 durch den Fall Olivia Pilhar einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist. Die Eltern hatten das krebskranke Kind einer sinnvollen Behandlung entzogen und dem Wunderheiler Ryke Geerd Hamer anvertraut. Das Kind konnte buchstäblich in letzter Minute gerettet werden, um die 500 Todesopfer seiner Behandlungsmethoden hatten dieses Glück nicht.

Dass seinen mörderischen Methoden Kritik entgegengebracht wird begründet Hamer mit antisemitischen Verschwörungsmythen: „Dass seine Habilitationsschrift und Lehre nicht angenommen wurden, sei dem Einfluss ‚jüdischer Logen‘ geschuldet. Diese würden Professoren, Richter und Journalisten beeinflussen, um eine „beispiellose Erkenntnisunterdrückungskampagne“ durchzusetzen. Er meint weiter, dass die ‚dumme alte Schulmedizin eigentlich eine jüdische Medizin‘ sei und es wäre ‚der wahnsinnige Kampf der Talmud-Zionisten, alle Nichtjuden umbringen zu wollen‘.“

Wenig überraschend hat sich der mittlerweile verstorbene Hamer den Reichsbürgern und Pilhar den Staatsverweigerern angeschlossen, Pilhar engagiert sich im unlängst zerschlagenen „Staatenbund Österreich“ um Monika Unger.

In solchen und noch mehr gefährlichen Ideologien wurde also ein maßgeblich federführender Mitarbeiter von Peter Pilz‘ Tiroler Kandidatin Helene Gastl drei Jahre lang indoktriniert. Nicht umsonst wird „El An Rea“ auch im Esoterik- und Sektenbericht des Landes Steiermark erwähnt. Nirwana scheint mir da gar nicht mal die schlechteste Option für die Liste Pilz in Tirol.

Quelle des ersten Screenshot: listepilz.at, Stand 20. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: listepilz.at/helene-gastl

Tiefbraune Verdauungsprobleme

26. September 2017

Lange haben wir nichts mehr gehört vom aus der FPÖ entsorgten Werner Königshofer, aber der Erfolg der rechtsextremen „Alternative für Deutschland“ im Altreich motiviert auch den selbsternannten „Freiheitlicher Einzelkämpfer für Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit“ (Original, hier gesichert) seinen geifernden Hass wieder abzusondern.

2017-09-26_180413Wie am Screenshot links dokumentiert erregt sich Königshofer ob körperlicher Gewalt eines Schwarzen gegen eine hellhäutige Schwangere: „Das muß man erst einmal verdauen …! Was meint Ihr dazu???“.

Das Video fand er auf dem Fakeaccount „Amelie Kerber“, der witzigerweise mit einem von einer multiethnischen Datingseite geklauten Profilbild operiert. Dort wird das Video angepriesen: „+++ AFRIKANER SCHLÄGT SCHWANGERE EUROPÄERIN ! +++“ – das das Aggressionen weckt liegt auf der Hand und wäre auch verständlich.

Aber ich kann Königshofers Verdauungssystem beruhigen, bei den beiden handelt es sich um Nathan Brown und Amina Maz, die beiden sind Aktvisten der „Trollstation“ und testen im Rahmen von Viral-Experimenten die Reaktionen uneingeweihter Passanten aus. Das fragliche Video ist schon eineinhalb Jahre alt und ohne jeglichen Aufwand als Fake zu enttarnen, zumal sogar das Logo von „Trollstation“ rechts oben im Video eingeblendet ist.

Dass man real damit konfrontiert womöglich eine solche Situation als echt wahrnimmt ist gut möglich. Einen bekannten alten Fake aber mit eindeutiger Intention und daher auch mit verhetzendem Kommentar zu verbreiten ist eine andere Dimension. So wird das jedenfalls nix mit „Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit“.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 26. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/werner.konigstiger/posts/543561342654779

Gegrillte Pilze

11. September 2017

Zunächst die geputzten Pilze an der Oberseite mit einer Mischung aus Olivenöl (nicht kalt gepresst), Knoblauch und Salz bestreichen… Hoppala, falscher Text. Jetzt aber.

Vor knapp einer Woche hatte ich mich hier mit recht dubiosen Randerscheinungen unter den Wahlwerbern zur Nationalratswahl 2017 auseinandergesetzt. Nie hätte ich gedacht, dass auch Kandidaten der „Liste Peter Pilz“ in meinem Blog aufschlagen. Aber wie Peter Nindler in der Tiroler Tageszeitung richtig anmerkt: die politischen Glücksritter haben wieder Hochsaison.

Relativ behäbig, aber doch hat Peter Pilz auf die seinem Tiroler Listenzweiten Wilhelm Schlögl gegenüber erhobenen Vorwürfe reagiert. Keine Reaktion von Pilz erfolge bislang bezüglich der Warnungen um seinen Tiroler Listenvierten Karl-Heinz „Charly“ Grill. Grill selbst reagiert damit mich mit Klage zu bedrohen. Gegen politische Kritik mit juridischen Mitteln vorzugehen wäre auch für Peter Pilz ein Tiefpunkt politischer Kultur. Deshalb mache ich hier öffentlich, was es bei Grill anzumerken gibt.

2017-09-09_095837Der Screenshot links stammt von seinem Facebook-Auftritt. Auf den ersten Blick scheint der Inhalt völlig harmlos, Harald Lesch referiert über den Klimawandel. Interessant ist allerdings, wer diese Seite betreibt, es ist der deutsche Rechtsextremist Ernst Werth. In seinem Twitter Account wird Werth deutlicher, hier nur zwei Beispiele:

Sogar Hitler war mehr Demokrat als Merkel“ und „Bevor man über Reparatonen [sic!] redet, liebe Polen, wie wäre es mit der Rückgabe deutscher Gebiete.“

Werth nutzt die unverfänglichen Themen seiner Facebook-Seite „Mensch und Politik heute“ um leichtgläubige Leser mit zunächst harmlosen Beiträgen für seine radikalen Ideen zu begeistern. Im Jahr 2017 gibt es für die Verbreitung von Inhalten dieses Rechtsextremisten keine Ausreden, Quellenkritik muss für jeden politischen Akteur selbstverständlich sein.

Wenn beispielsweise Gottfried Küssel etwas völlig unverfängliches über meinethalben Hochbeete, Differentialgetriebe oder andere unpolitische Themen schreibt, dann verbreitet man das auch nicht weiter, an solchen Leuten streift man nun mal nicht an. Schon gar nicht, wenn man sich – wie Peter Pilz ankündigte – gegen Extremisten jeglicher Couleur stemmen will. Aber hier nun ein zweites aktuelles Beispiel für Grill’s Sendungsbewußtsein.

wutOGDrVGestern postet Grill nebenstehend dokumentierten Beitrag. Gleiches Muster wie oben, der Beitrag völlig unverfänglich, aber der ursprüngliche Poster ein no-go. Hinter dem Facebook-Auftritt „Der Wächter“ steckt die Berliner „Firma“ „Anonymous Ltd“, und diese ist seit langen dafür bekannt Fakenews zu verbreiten.

Auf der Seite „Der Wächter“ finden sich beispielsweise Beiträge wie jener, dass die Mafia in Neapel für „Ordnung“ sorgen würde und 120 Flüchtlinge mit Kopfschuss „hingerichtet“ habe. Eine seriöse Quelle dazu ist nicht auffindbar.

In einem anderen Beitrag schreibt „Der Wächter“ über die angeblich geglückte Flucht von Adolf Hitler nach Argentinien. Nicht umsonst ist „Der Wächter“ Stammgast bei den Fake-News-Aufdeckern von mimikama.at.

Was treibt einen Kandidaten der Liste Peter Pilz nun aber dazu rechtslastige Fake-News zu verbreiten? Ich weiß es nicht. Ich kann es auch nicht verstehen, weil wie oben geschrieben muss Quellenkritik für jeden politischen Akteur selbstverständlich sein, wer sich für den Nationalrat der Republik Österreich bewirbt sollte und darf nicht einfach jeden Inhalt im Internet teilen, immerhin macht sich Peter Pilz‘ Kandidat Karl-Heinz „Charly“ Grill somit zum Multiplikator der rechtsextremen Propagandamaschinerie.

Wieder bringt es Peter Nindler im oben schon einmal zitierten Beitrag der Tiroler Tageszeitung auf den Punkt: „Die Kandidatenauslese vor der Nationalratswahl am 15. Oktober läßt daran zweifeln, ob allen Parteien tatsächlich bewusst ist, dass das Hohe Haus die zentrale Schaltstelle der österreichischen Politik ist.“ Ich möchte nicht hoffen, dass es Kandidaten in den Nationalrat spült, die nicht imstande sind reale von Fakenews zu unterscheiden. Wie soll denn so jemand der Verantwortung gerecht werden Entscheidungen über das gesamte Land zu treffen?

Peter Pilz hatte angekündigt einen „Internet-Wahlkampf“ führen zu wollen. Wenn das bedeutet, dass seine Kandidaten auf rechte Fake-News zurückgreifen, dann haben wir ja noch einiges zu erwarten. Beschweren kann Pilz sich jedenfalls nicht, er war wiederholt gewarnt.

Mit diesem Personal ist die Liste Peter Pilz jedenfalls in Tirol unwählbar. Wie die Kronen Zeitung gestern richtig schreibt, hätte Pilz mit Erreichen der anvisierten zwei Mandate ein massives Problem. Der von Wilhelm Schlögl ihm gegenüber ausgesprochene Mandatsverzicht ist rechtlich völlig irrelevant. Schlögl käme ohne im Wahlkampf auch nur einen Finger gerührt zu haben in den Genuss eines Nationalratsmandates und somit würde ein Tiroler Pilz-Wähler womöglich die FPÖ stärken – die Nähe der „Agrarrebellen“ zu den Rechten ist ja evident.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 09. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/charly.grill.9/posts/10209855194356837

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 09. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/charly.grill.9/posts/10209863308799693?pnref=story

Randerscheinungen

3. September 2017

Zu den immer näher kommenden Nationalratswahlen am 15. Oktober möchte ich mich kurz mit einigen Personen auseinandersetzen, die auf meinen verschiedenen Internetauftritten bereits vorgekommen sind und es auf einen Wahlvorschlag geschafft haben.

Beginnen wir mit dem chancenreichsten Bewerber meiner Aufzählung. Auf der „Freie Liste Österreich & FPS Liste Dr. Karl Schnell (FLÖ)“ ist ein alter Bekannter als Spitzenkandidat in Tirol und auf Platz Fünf des Bundeswahlvorschlages zu finden: Alois Wechselberger.

2017-09-03_140440Wechselberger hatte den Einzug in den Nationalrat schon einmal versucht, 2013 hatte ich ihn kurz vor der Wahl als Landeskoordinator des Team Stronach in Tirol neutralisiert. Damals konnte ich ihm die verhetzende Webseite „tyroliannews – Infos abseits der Systempresse“ unwiderlegbar zuordnen. Abgesehen vom technischen Aspekt hat mittlerweile ein vergraulter ehemaliger Mitstreiter von Wechselberger, Walter Friedrich Schwaiger, dessen inhaltliche Verantwortung für die geifernde Hetze bezeugt.

Enger Mitarbeiter bei „tyroliannews“ war der verhaltensoriginelle Christian Warum. Er wirkte schon als Bezirksobmann des „Team Stronach“ Innsbruck Land an Wechselbergers Seite. Warum scheint eine Tendenz ins Unzivilisierte zu haben und ist am Rande der Staatsverweigerer-Szene aktiv. Er hatte den Fisser Ex-Hotelier und Freeman Jürgen Rietzler in rechtlichen Belangen beraten. Wenig überraschend sind Rietzler wie Warum in ihrer Realitätsverweigerung gescheitert.

Und wie Warum in die Staatsverweigerer-Szene verstrickt und ebenfalls auf der Liste des FLÖ ist ein nicht minder aktiver Hetzer, der Oberländer Gerhard Glatz. Er ist am 23. Listenplatz der Tiroler Landesparteiliste und am fünften Platz im Wahlkreis 7D zu finden.

Glatz ist mir im Juni 2014 aufgefallen. Der Königshofer-Unterstützer hatte damals die Hetzschrift „EG – Die Super-UdSSR von morgen“ mit den Worten: „Bitte Lesen!!! Wurde Ende der 80er Jahre geschrieben!!! Wahnsinn, eigentlich alles eingetroffen!!!!!!“ zustimmend verbreitet. In diesem Pamphlet versteigt sich der Autor zur Behauptung, dass nicht das NS-Regime sondern Freimaurer den industriellen Massenmord an Juden geplant und durchgeführt hätten. Angesichts der Verfolgung der Freimaurer und vieler dokumentierter Morde an diesen durch die Nationalsozialisten ist das ein besonders perfider Verschwörungsmythos, der aber offenbar in den Reihen der Freie Liste Österreich auf Zustimmung trifft.

2017-08-27_075535Aber nicht nur in der Vergangenheit, auch in unserer Gegenwart hat Glatz den Hang Lügen und Hetze zu verbreiten. So etwa nebenstehend das Märchen um Asylwerber, die den Führerschein kostenlos bekommen würden. Geteilt hat Glatz diese Falschmeldung von der Facebookseite gegenargument.at, welche im Eigentum der rechtsextremen Aula-Verlag GmbH und damit im Einflussbereich der FPÖ steht. Die Widerlegung der Geschichte ist beispielsweise hier zu finden.

Neben Geschichtsrevisionismus und dem damit offenbar zwanghaft einhergehenden Kontakt zu bekennenden Nationalsozialisten wie etwa Rosemarie Salmhofer hat Glatz auch ein Faible für die wirren Ideen der Staatsverweigerer und teilt oft und gerne den mehrfach verurteilten und inhaftierten Ex-Szene-Guru Andreas Monte Christo (echter Name, mehrfach rechtsgültig geändert).

Der Konnex zur Szene der Staatsverweigerer bringt mich zur nächsten Liste: „Die Weissen – Das Recht geht vom Volk aus. Wir entscheiden in Österreich. Die Volksbewegung (Weiße)“ [sic!].

2017-09-03_184903Am ersten Listenplatz kandidiert Isabella Heydarfadai, Vorsitzende des „Kreditopferverein“. Heydarfadai ist tief verstrickt in der Staatsverweigerer-Szene. Am Screenshot hält sie einen Vortrag in Salzburg. Rot markiert Tassilo Alge, das Alter Ego von Johannes Kreissl. In ihren Ausführungen pflichtet Heydarfadai laufend Alges Gedanken zu einem angeblichen „Staatsbankrott“ bei, ein in der Staatsverweigerer-Szene weit verbreitetes Ideenkonstrukt zum Versuch der Delegitimierung unserer staatlichen Ordnung.

Als stellvertretende Obfrau von Heydarfadai im Verein Kreditopferhilfe fungiert Joya „FreeWoman“ Marschnig, die in diesem Video in bester Staatsverweigerer-Manier erläutert „ihre Person dem Personalverband der Republik Österreich zu entziehen“.

Von Marschnig gibt es eine direkte Verbindung zu Karl-Heinz Plankel, dem Listendritten am Bundeswahlvorschlag der Weißen, Listenzweiten in Wien, bzw. -ersten in 7G und offenbar dem Mastermind hinter der Partei. Plankel ist ein in Wien und Vorarlberg tätiger Rechtsanwalt, der mich nach meiner ersten ORF „Schauplatz“ Sendung zum Thema „Freeman“ geklagt hatte. Er hatte sich dagegen verwehrt mit den Staatsverweigerern, insbesondere mit dem Betrugsmodell der „WeRe Bank“ in Verbindung gebracht zu werden.

Erwartungsgemäß hatte die Staatsanwaltschaft Innsbruck das Verfahren gegen mich eingestellt und begründet: „Fakt ist jedoch, dass aufgrund der Warnung der FMA die Geschäfte [der „WeRe Bank“] wohl im Sinne der geltenden österreichischen Bestimmungen als nicht unbedenklich erscheinen. […] Insgesamt ergibt sich daher, dass sehr wohl der Anschein entsteht, als ob der Anzeiger Dr. Karl-Heinz Plankel […] eine Verbindung zur „WeRe Bank“ habe.“ – eventuell war es auch kontraproduktiv, dass Plankel in seinen Eingaben bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck zur Causa falsche Angaben machte.

Joya „FreeWoman“ Marschnig war damals angehalten in „geheimen“ „Were Bank“ Foren für Plankel zu koordinieren. Man möge sich mit allfälligen Fragen an Ihre Email-Adresse joya[at]kreditofperhilfe.net wenden, womit sich auch der Kreis zur weißen Spitzenkandidatin Heydarfadai schließt.

Ansonsten ist zu Karl-Heinz Plankel nicht viel zu sagen, außer vielleicht dass er als Präsident des „Nationalen Feuerwaffenverein Österreich“ eine Liberalisierung des Waffenrechtes fordert. Genau das brauchen wir in Österreich: waffenstarrende Staatsverweigerer.

Das Stichwort „nicht viel zu sagen“ bringt mich zum letzten Kandidaten heute: „Obdachlose in der Politik“ (ODP). Nur drei Personen stellen sich bei der ausschließlich in Wien antretenden Partei zur Wahl, zwei davon sind alte Bekannte: Hans-Georg Peitl und Gregor Ulrich.

Über Peitl hatte ich schon oft geschrieben, beispielsweise als er versuchte sich der FPÖ anzudienen und abgelehnt wurde, oder hier, als der Möchtegern-Politiker meinte nur mit „Menschen zu reden die es wert sind“. Nun, jedenfalls ist er diesmal beim Sammeln der Unterstützungserklärungen erfolgreicher als bei der letzten Nationalratswahl, da kam er gerade mal auf eine (1) Stimme.

Was diesmal auffällt ist dass er seine Strategie geändert hat. Bislang setzte er mit seiner Geisteskrankheit auf den Mitleidseffekt, aber da das wohl nicht funktionierte streitet er nun seine psychische Beeinträchtigung einfach ab. Nun habe ich Peitls psychiatrisches Gutachten hier vorliegen und kann gerne seine Erinnerung auffrischen: „Ein funktionelles organisches Psychosyndrom liegt vor, bedingt ist dies durch die verworrenen Gedankenabläufe, die eine Reduktion der kognitiven Leistungen mit sich bringen. […] Es liegt eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis vor. […] Die diagnostische Schlussfolgerung ist eine paranoide Schizophrenie mit zeitweiliger Neigung zur Exazerbration durch die Störung des formalen Gedankenablaufes und der Entdifferenzierung im affektiven Bereich gekennzeichnet. […] Die Perönlichkeitsstruktur des Untersuchten ist gekennzeichnet durch ein mangelndes Selbstwertgefühl, durch eine Ich-Schwäche und neurotische Strukturen mit Neigung zu Abwehrmechanismen.“.

Peitl hatte dem psychiatrischen Sachverständigen gegenüber behauptet, dass zwei seiner angeblichen Kinder (es gibt keinen Beleg für deren Existenz) von österreichischen Polizisten ermordet worden wären. Dies sei in Zusammenhang mit seinem „Ausstieg aus der Briefbomber-Szene“ geschehen – wie wir heute wissen war der Terrorist Franz Fuchs ein Einzeltäter. Peitl hatte sich jedoch damals als Kronzeuge präsentiert, wie hier in der vom ORF 1996 ausgestrahlten Tonbandaufzeichnung zu hören ist.

odpteamListenzweiter bei Peitl ist sein kongenialer Adlatus Gregor Ulrich (am Bild links neben Peitl), der unlängst als Ersttäter wegen Verleumdungsdelikten gegenüber der Wiener Polizei zu Sozialstunden verdonnert wurde. Viel ist zu Ulrich nicht zu sagen, politisch relevante Aussagen trifft er keine. Aufgefallen ist er allenfalls dadurch, dass er in der „Barbara Karlich Show“ im Alter von knapp 50 Jahren seine Jungfräulichkeit öffentlich beweint. Mittlerweile scheint Ulrich allerdings seine sexuelle Erfüllung gefunden zu haben, wobei Kinderturnschuhe keine unwesentliche Rolle zu spielen scheinen.

Aber bei den beiden muss man sich nun wirklich keine Sorgen machen, dass sie in den Nationalrat gespült werden. Bei den Wahlen zur Bezirksvertretung in Wien 2010 erreichte Peitl gerade mal fünf (5) Vorzugsstimmen, und hatte so seinen Beitrag zum „Erfolg“ der von ihm unterstützten wahlwerbenden Gruppierung „Plattform direkte Demokratie“, die insgesamt ein Ergebnis von 0,04% erzielte, geleistet. Großartige Zuwächse sind wohl diesmal auch nicht zu erwarten.

Nun ist mir schon klar, dass die Volksvertreter in unserer repräsentativen Demokratie einen Querschnitt durch die Bevölkerung abbilden sollen, aber die hier beschriebenen Kandidaten scheinen mir alle ein wenig… …Dings.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=107541879982353&set=a.105746653495209.1073741826.100021796239348&type=3

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/gerhard.glatz.1/posts/1333670609986379?pnref=story

Quelle des dritten Screenshot: youtube.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=GVA-TVk65ic

Quelle des vierten Screenshot: jachwe.wordpress.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: jachwe.files.wordpress.com/2017/09/odpteam.jpg

Der Franz Leopold und der Norbert

12. August 2017

Die Wiener Zeitung berichtet in der heutigen Ausgabe darüber, dass der laut FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache „Einmal Verräter, immer Verräter“ Robert Lugar nicht nur wieder dort ist wo er hingehört, sondern auch offenbar keine Berührungsängste gegenüber den Staatsverweigerern hat.

Überraschend ist das nicht wirklich, der Hang zum Irrationalen ist in der freiheitlichen Funktionselite nichts Außergewöhnliches. So verbreitet beispielsweise der EU-Abgeordnete Harald Vilimsky Verschwörungsmythen um David Rockefeller, Nationalrat Werner Neubauer lebt im Wahn ein Deutscher zu sein und die parlamentarische Anfrage von Norbert Hofer zu den sogenannten „Chemtrails“ ist ja ohnehin ein Klassiker des Realkabarett.

Achja, Norbert Hofer, da isser ja wieder mal. Eh schon ein Stammgast auf meinem bescheidenen Blog. Vor wenigen Wochen erst hatte ich hier über sein Kuscheln mit den rechtsextremen Identitären berichtet, heute greife ich den eingangs angeführten Bericht der Wiener Zeitung auf – wie Fouché Lugar hegt auch Norbert Hofer seine Sympathien für die Staatsverweigerer.

2017-08-12_085152So lädt Hofer beispielsweise am 22. Feber 2017 den Staatsverweigerer Franz Leopold Hinterndorfer zu einer – Zitat – Plauderei in das Parlament.

Hinterndorfer hat die Plauderei am Youtube-Kanal des „Verein Reset – Zurück zum Leben als Mensch!“, den er laut Vereinsregisterauszug zusammen mit Klaus Glatzel betreibt. Wie am Screenshot links zu sehen ist, wird bei der Plauderei zwischen Franz Leopold und Norbert der Schriftzug der Webseite okitalk eingeblendet. Okitalk versteht sich als alternativer Nachrichtenkanal und wird von Glatzel betrieben. Norbert Hofer reiht sich mit diesem Video unter anderem bei der deutschen Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz ein, die ebenfalls bei Glatzl ihr Gift absondern durfte.

Passend dazu erwähnt Norbert Hofer in der Plauderei dass es doch eine gefährliche Entwicklung wäre, dass man „gewisse Dinge nicht mehr sagen darf“. Hofer verbindet das mit Kritik am Vorgehen gegen Fakenews, die er wohl eher bei etablierten Medien denn alternativen Kanälen sieht. Das dürfte freiheitliche Parteilinie sein, auch Obmann Heinz-Christian Strache hängt ja eher einem alternativen Wahrheitsverständnis nach. „Wahrheit“ ist bei Strache vor allem das, was ihm in der menschenverachtenden Propaganda nützt.

Sehr alternativ sind auch die Inhalte des Internetauftrittes des „Verein Reset“, die sich über weite Strecken auf das Lorem ipsum beschränken. Wo aber tatsächlich Content angeboten wird, da geht es wirklich zu Sache: „Die Behauptung, eine Demokratie in Bezug auf politische Systeme ist eine positive Entwicklung, bleibt eine große Täuschung.“ (Original, hier gesichert), verbreitet der Gesprächspartner von Norbert Hofer, Hintersdorfer.

11401128_30_1502527966Und dieser Franz Leopold Hintersdorfer ist ein zentraler Akteur der heimischen Staatsverweigerer-Szene, er versteht sich als Vertreter der wahren Lehre. Das kommt unter anderem in der Opposition zur mittlerweile inhaftierten „Staatenbund-Präsidentin“ Monika Unger zum Ausdruck (Original, hier gesichert, erwähntes Schreiben als PDF hier). In seiner Version der Realität haben Hintersdorfer und seine Entourage ja durchaus recht, sie betraten lange vor Monika Unger die Bühne des Wahnsinns und so wird Unger als Usurpatorin begriffen und bekämpft.

Wie so oft in der Staatsverweigerer-Szene ist das esoterische Moment auch bei Hintersdorfer prominent. Nicht nur, dass er auf seiner Vereins-Webseite „Tagesenergien“ des „Maya-Kalender“ (Original, hier gesichert) anbietet, hat er selbst einen Tischkalender mit Titel „Das vereinte Volk und sein energetischer Kalender 2014″ (Original, hier gesichert) verfasst, den man um knapp 25 Euro bestellen kann.

Ob dieser Kalender nun als Xenie den Schreibtisch von Norbert Hofer ziert ist leider nicht bekannt, den Hofer womöglich ansprechenden völkischen Titel hätte er ja. Jedenfalls entwickle ich langsam eine Idee, weshalb die Freiheitlichen im Parlament am 28. Juni gegen die Strafgesetznovelle gestimmt haben, man will ja schießlich seine durchgeknallte Klientel nicht vergraulen, zumal manche davon ja schon gewaltsame Putschversuche zugunsten der FPÖ andenken.

Quelle des ersten Screenshot: youtube.com, Stand 12. August 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=QYnNfOSxqCE

Quelle des zweiten Screenshot: meinbezirk.at, Stand 12. August 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: meinbezirk.at/melk/politik/lieber-politiker-lieber-pfarrer-lieber-arzt-lieber-beamter-m11401128,1891670.html

Dr. Evil

18. Juni 2017

Mitte April 2016 lud der Dritte Nationalratspräsident und mehrfach gescheiterte Hofburg-Anwärter Norbert Hofer zu einer Veranstaltung über die Zukunft des Pflegegeldes, bei der ExpertInnen über künftige Herausforderungen in der Pflege diskutierten. Anwesend war auch die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Parlament, die Freiheitliche Abgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

2017-06-18_093728 Unter anderen referierte der niederösterreichische Arzt Dr. Alfred Lepsinger über die Antragstellung von Pflegegeld und die Erstellung entsprechender Gutachten. Am Bild links ist er gleich rechts neben Norbert Hofer zu sehen. Lepsinger führte aus, dass „Gutachten stets subjektiv und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig [sind], darunter auch die Tagesverfassung der Patientin oder des Patienten.“. Ob Norbert Hofer sich Lepsinger’s einschlägiger Expertise bei seinem Antrag um Pflegegeld bedient hat ist nicht bekannt.

 

 

2017-06-18_095219 Ein vielbeschäftigter Mann, dieser Dr. Lepsinger. Zum Streßabbau tut er sich auf Facebook rum. Dort postet er beispielsweise so „lustige“ Bilder wie das hier links dokumentierte. Klar erkennbar, dass Dr. Lepsinger Flüchtlingskindern den Tod wünscht. Noch klarer drückt der praktizierende Arzt dies aus, wenn er Kommentare „liked“ die hoffen dass die gezeigte Strasse von vielen LKW befahren wird.

Der Spezialisierung nach ist Dr. Lepsinger ein Internist. Ob er mit dieser Ausrichtung dem unter Harninkontinenz leidenden leitenden Identitären Martin Sellner helfen können wird weiß ich nicht.

Jedenfalls scheint Dr. Lepsinger sich mit der neonazistischen Identitären Bewegung vollends zu identifizieren. So hat er nicht nur sein Profilbild (Original, hier gesichert) mit dem Lambda-Logo der Identitären unterlegt, sondern er teilt auch Videos von Martin Sellner (Original, hier gesichert) und bastelt selbst ungelenke Propaganda für die Neonazis (Original, hier gesichert).

Wie nahe jemand, der Flüchtlingskinder von LKW’s überrollt sehen möchte in die Nähe des Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer passt frage ich gar nicht, das ist selbsterklärend. Ob so jemand als Arzt praktizieren soll – diese Frage werden andere beantworten, der Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer ist bereits mit ihm in dieser Causa befasst.

Nachtrag 18. Juli 2017:

2017-07-18_030812

Das möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten, Dr. Lepsinger hat sein Facebook-Titelbild geändert. Eben noch von FPÖ-Hofer als Experte in das Parlament geladen, phantasiert er heute das Hohe Haus niederzubrennen. Norbert Hofer’s identitärer Freund scheint ja ein massives Problem mit Gewaltphantasien zu haben, das wirkt sich sicherlich vertrauensfördernd bei einem Arzt aus.

Quelle des ersten Screenshot: parlament.gv.at, Stand 18. Juni 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: parlament.gv.at/SERV/FOTO/VER/674953/6278983.shtml

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 18. Juni 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/groups/1659564484310433/permalink/1913601872240025/

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 18. Juli 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/profile.php?id=100012031060189