Der Franz Leopold und der Norbert

12. August 2017

Die Wiener Zeitung berichtet in der heutigen Ausgabe darüber, dass der laut FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache „Einmal Verräter, immer Verräter“ Robert Lugar nicht nur wieder dort ist wo er hingehört, sondern auch offenbar keine Berührungsängste gegenüber den Staatsverweigerern hat.

Überraschend ist das nicht wirklich, der Hang zum Irrationalen ist in der freiheitlichen Funktionselite nichts Außergewöhnliches. So verbreitet beispielsweise der EU-Abgeordnete Harald Vilimsky Verschwörungsmythen um David Rockefeller, Nationalrat Werner Neubauer lebt im Wahn ein Deutscher zu sein und die parlamentarische Anfrage von Norbert Hofer zu den sogenannten „Chemtrails“ ist ja ohnehin ein Klassiker des Realkabarett.

Achja, Norbert Hofer, da isser ja wieder mal. Eh schon ein Stammgast auf meinem bescheidenen Blog. Vor wenigen Wochen erst hatte ich hier über sein Kuscheln mit den rechtsextremen Identitären berichtet, heute greife ich den eingangs angeführten Bericht der Wiener Zeitung auf – wie Fouché Lugar hegt auch Norbert Hofer seine Sympathien für die Staatsverweigerer.

2017-08-12_085152So lädt Hofer beispielsweise am 22. Feber 2017 den Staatsverweigerer Franz Leopold Hinterndorfer zu einer – Zitat – Plauderei in das Parlament.

Hinterndorfer hat die Plauderei am Youtube-Kanal des „Verein Reset – Zurück zum Leben als Mensch!“, den er laut Vereinsregisterauszug zusammen mit Klaus Glatzel betreibt. Wie am Screenshot links zu sehen ist, wird bei der Plauderei zwischen Franz Leopold und Norbert der Schriftzug der Webseite okitalk eingeblendet. Okitalk versteht sich als alternativer Nachrichtenkanal und wird von Glatzel betrieben. Norbert Hofer reiht sich mit diesem Video unter anderem bei der deutschen Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz ein, die ebenfalls bei Glatzl ihr Gift absondern durfte.

Passend dazu erwähnt Norbert Hofer in der Plauderei dass es doch eine gefährliche Entwicklung wäre, dass man „gewisse Dinge nicht mehr sagen darf“. Hofer verbindet das mit Kritik am Vorgehen gegen Fakenews, die er wohl eher bei etablierten Medien denn alternativen Kanälen sieht. Das dürfte freiheitliche Parteilinie sein, auch Obmann Heinz-Christian Strache hängt ja eher einem alternativen Wahrheitsverständnis nach. „Wahrheit“ ist bei Strache vor allem das, was ihm in der menschenverachtenden Propaganda nützt.

Sehr alternativ sind auch die Inhalte des Internetauftrittes des „Verein Reset“, die sich über weite Strecken auf das Lorem ipsum beschränken. Wo aber tatsächlich Content angeboten wird, da geht es wirklich zu Sache: „Die Behauptung, eine Demokratie in Bezug auf politische Systeme ist eine positive Entwicklung, bleibt eine große Täuschung.“ (Original, hier gesichert), verbreitet der Gesprächspartner von Norbert Hofer, Hintersdorfer.

11401128_30_1502527966Und dieser Franz Leopold Hintersdorfer ist ein zentraler Akteur der heimischen Staatsverweigerer-Szene, er versteht sich als Vertreter der wahren Lehre. Das kommt unter anderem in der Opposition zur mittlerweile inhaftierten „Staatenbund-Präsidentin“ Monika Unger zum Ausdruck (Original, hier gesichert, erwähntes Schreiben als PDF hier). In seiner Version der Realität haben Hintersdorfer und seine Entourage ja durchaus recht, sie betraten lange vor Monika Unger die Bühne des Wahnsinns und so wird Unger als Usurpatorin begriffen und bekämpft.

Wie so oft in der Staatsverweigerer-Szene ist das esoterische Moment auch bei Hintersdorfer prominent. Nicht nur, dass er auf seiner Vereins-Webseite „Tagesenergien“ des „Maya-Kalender“ (Original, hier gesichert) anbietet, hat er selbst einen Tischkalender mit Titel „Das vereinte Volk und sein energetischer Kalender 2014″ (Original, hier gesichert) verfasst, den man um knapp 25 Euro bestellen kann.

Ob dieser Kalender nun als Xenie den Schreibtisch von Norbert Hofer ziert ist leider nicht bekannt, den Hofer womöglich ansprechenden völkischen Titel hätte er ja. Jedenfalls entwickle ich langsam eine Idee, weshalb die Freiheitlichen im Parlament am 28. Juni gegen die Strafgesetznovelle gestimmt haben, man will ja schießlich seine durchgeknallte Klientel nicht vergraulen, zumal manche davon ja schon gewaltsame Putschversuche zugunsten der FPÖ andenken.

Quelle des ersten Screenshot: youtube.com, Stand 12. August 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=QYnNfOSxqCE

Quelle des zweiten Screenshot: meinbezirk.at, Stand 12. August 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: meinbezirk.at/melk/politik/lieber-politiker-lieber-pfarrer-lieber-arzt-lieber-beamter-m11401128,1891670.html

Dr. Evil

18. Juni 2017

Mitte April 2016 lud der Dritte Nationalratspräsident und mehrfach gescheiterte Hofburg-Anwärter Norbert Hofer zu einer Veranstaltung über die Zukunft des Pflegegeldes, bei der ExpertInnen über künftige Herausforderungen in der Pflege diskutierten. Anwesend war auch die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Parlament, die Freiheitliche Abgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

2017-06-18_093728 Unter anderen referierte der niederösterreichische Arzt Dr. Alfred Lepsinger über die Antragstellung von Pflegegeld und die Erstellung entsprechender Gutachten. Am Bild links ist er gleich rechts neben Norbert Hofer zu sehen. Lepsinger führte aus, dass „Gutachten stets subjektiv und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig [sind], darunter auch die Tagesverfassung der Patientin oder des Patienten.“. Ob Norbert Hofer sich Lepsinger’s einschlägiger Expertise bei seinem Antrag um Pflegegeld bedient hat ist nicht bekannt.

 

 

2017-06-18_095219 Ein vielbeschäftigter Mann, dieser Dr. Lepsinger. Zum Streßabbau tut er sich auf Facebook rum. Dort postet er beispielsweise so „lustige“ Bilder wie das hier links dokumentierte. Klar erkennbar, dass Dr. Lepsinger Flüchtlingskindern den Tod wünscht. Noch klarer drückt der praktizierende Arzt dies aus, wenn er Kommentare „liked“ die hoffen dass die gezeigte Strasse von vielen LKW befahren wird.

Der Spezialisierung nach ist Dr. Lepsinger ein Internist. Ob er mit dieser Ausrichtung dem unter Harninkontinenz leidenden leitenden Identitären Martin Sellner helfen können wird weiß ich nicht.

Jedenfalls scheint Dr. Lepsinger sich mit der neonazistischen Identitären Bewegung vollends zu identifizieren. So hat er nicht nur sein Profilbild (Original, hier gesichert) mit dem Lambda-Logo der Identitären unterlegt, sondern er teilt auch Videos von Martin Sellner (Original, hier gesichert) und bastelt selbst ungelenke Propaganda für die Neonazis (Original, hier gesichert).

Wie nahe jemand, der Flüchtlingskinder von LKW’s überrollt sehen möchte in die Nähe des Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer passt frage ich gar nicht, das ist selbsterklärend. Ob so jemand als Arzt praktizieren soll – diese Frage werden andere beantworten, der Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer ist bereits mit ihm in dieser Causa befasst.

Nachtrag 18. Juli 2017:

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Das möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten, Dr. Lepsinger hat sein Facebook-Titelbild geändert. Eben noch von FPÖ-Hofer als Experte in das Parlament geladen, phantasiert er heute das Hohe Haus niederzubrennen. Norbert Hofer’s identitärer Freund scheint ja ein massives Problem mit Gewaltphantasien zu haben, das wirkt sich sicherlich vertrauensfördernd bei einem Arzt aus.

Quelle des ersten Screenshot: parlament.gv.at, Stand 18. Juni 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: parlament.gv.at/SERV/FOTO/VER/674953/6278983.shtml

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 18. Juni 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/groups/1659564484310433/permalink/1913601872240025/

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 18. Juli 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/profile.php?id=100012031060189

Der blaue Rufmörder

12. Mai 2017

Die FPÖ Niederösterreich scheint sich da ja mit Peter Terzer einen ganz Lustigen eingetreten zu haben. Meint man gar nicht, wenn man ihn sich so ansieht. Der Freiheitliche hat einige Ämter in der FPÖ angehäuft, er ist Gemeinderat in Altenmarkt, Mitglied des Bezirksvorstandes Baden und Mitglied des Schiedsgerichtes der FPÖ Niederösterreich. Bei dem Stress ist es bewundernswert, dass er sich seinen Humor bewahrt hat und kleine Heiterkeiten auf seinem Facebook-Account verbreitet.

2017-05-12_104050Heute etwa postet Terzer nebenstehenden Ausschnitt aus dem Bezirksblatt Neusiedl. Ach wie ist das lustig, ein Befragter der „Umfrage der Woche“ gibt an sich masturbierend zu entspannen.

Peter Terzer als besorgter Freiheitlicher kommentiert: „Das ‚egal wo‘ macht mir Sorgen. Weiß nicht, ob ich mit den Kindern so bald wieder nach Podersdorf fahre“.

Obgleich das Bezirksblatt Neusiedl frei erhältlich ist habe ich den Betroffenen am Screenshot anonymisiert. Terzer verbreitet da nämlich einen Fake, das Original ist hier zu finden und da ist das Wort Masturbieren nicht zu lesen, vielmehr entspannt sich der Befragte beim Motorradfahren.

Die veränderte Version konnte ich trotz intensiver Suche nur beim freiheitlichen Multifunktionär Terzer finden, es ist nicht auszuschließen, dass er die Fälschung womöglich selbst erstellte. Selbst wenn er die manipulierte Grafik „nur“ weiterverbreitet hatte ist das ein grobes Mißverhalten, selten war es einfacher die weiter oben verlinkte Primärquelle zu finden und abzugleichen. Quellenkritik sollte Terzer als Akademiker ja nicht fremd sein. Dieser Fake ist jedenfalls eine massive Beschädigung der Persönlichkeitsrechte des Betroffenen, der meines Wissens keine Person des öffentlichen Interesses ist. Mit seinem Kommentar setzt Terzer noch eines drauf und unterstellt dem Befragten schwere Straftaten – nämlich sich vor Kindern sexuell zu betätigen.

Wir lernen: man muss nicht politischer Gegner sein oder einer anderen von Freiheitlichen verachteten Menschengruppe angehören, Häme und Spott von FPÖ-Funktionären können jeden treffen, die Vermutung schwere Straftaten zu begehen werden schnell geäußert. Dem von Terzer verunglimpften Burgendländer ist zu wünschen, dass er eine gute Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 12. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=10210770630836226&set=a.1697276146102.2084240.1063802154&type=3&permPage=1

SYSTEMAtische Subversion

7. Mai 2017

Was bei den Aktivisten der österreichischen Staatsverweigererszene neben der zugegebenermaßen unhaltbaren Einschätzung als Sekte am meisten Widerspruch hervorruft ist die Einordnung im rechtsextremen Spektrum.

2017-05-07_163956Das Bild hier links hatte ich im Sommer 2015 auf der Demonstration gegen das Bilderbergertreffen in Telfs aufgenommen. Im Vordergrund, mit Mikrofon Johann Kreissl, der immer noch von manchen Medien szenerelevant dargestellt wird. Links am Bild als Hippie verkleidet der deutsche Neonazi Lars Mährholz, der Kreissl bei der Gelegenheit zu Veranstaltungen nach Deutschland einlud.

Es ist anzunehmen, dass Kreissl sich unter diesen Leuten sehr wohl fühlt, vertritt er doch hinter der Fassade des angeblich harmlosen „geistig-sittlichen Wesens“ durchaus rechtsradikale Positionen. Bei einem seiner wirren Vorträge im April 2014 schlug er vor die Bundesregierung zu inhaftieren um die FPÖ an die Macht zu putschen, auch der szenetypische Antisemitismus darf nicht fehlen.

Kreissl allerdings ist in der Szene Geschichte, andere sind an seine Stelle getreten. Wobei man nach der aktuellen Verhaftungs- und verurteilungswelle öffentlich ein klein wenig kürzer tritt. Aber es gibt immer noch zentrale Figuren mit sendungsbewußtsein auf freiem Fuß.

2017-05-07_182445Einer davon ist Alexander Hermann, hier links bei einem Interview mit Patrick Poppel vom Suworow Institut, dessen Aufgabe es ist für Putin’s Autokratie anti-westliche Propaganda unter österreichischen Rechtsextremen zu multiplizieren.

Hermann gibt den Kampfsporttrainer, allerdings nur in der reichlich dubiosen und wenig effizienten russischen Methode des Systema. Wie ich vor wenigen Tagen hier auf souveräne.at geschrieben habe, ist Hermann tief in der Staatsverweigerer-Szene verhaftet. So ist er nicht nur zweiter Vizepräsident der „International Intelligence Agency“ (IIA), des Pseudogeheimdienstes zum Pseudogericht ICCJV, sondern hielt auch seine schützende Hand über den sich der Abschiebung entziehenden Terry Russel Connor. Unverständlich ist dass Hermann sich immer noch auf freiem Fuß befindet, während die beiden anderen Funktionäre der IIA, Markus Steiner und Wolfgang Empacher unlängst wegen ihrem Engagement beim ICCJV zu Haftstrafen verurteilt wurden.

2017-05-07_130233Alexander Hermann jedenfalls genießt seine Freiheit und nutzt die Zeit um rechtsextreme anti-westliche Propaganda zu verbreiten. Und hier erschließt sich auch, weshalb ich den heutigen Beitrag hier und nicht auf souveräne.at veröffentliche.

Am Screenshot links verlinkt er zustimmend einen Beitrag vom Blog anonymousnews.ru, das vom deutschen Rechtsextremisten Mario Rönsch (hier schließt sich der Kreis zum weiter oben erwähnten Lars Mährholz) betrieben wird und mit der echten Anonymous-Bewegung nichts gemein hat.

In gegenständlichen Beitrag wird behauptet, dass die Illustration von einem angeblichen millionfachen Mord an Deutschen durch Westalliierte in den Rheinwiesenlagern stammen würde. Die rechtsextreme Szene fabuliert von über zwei Millionen Toten, belegbar sind maximal 40.000, wahrscheinlich aber wesentlich weniger. Neben der Opferzahl passt auch das Bild nicht zum Artikel und das zeigt die besondere Chuzpe, mit der Hermann agiert.

Nachweislich wurden in den Rheinwiesenlagern keine Kinder festgehalten und dennoch beharrt Hermann darauf, dass das Bld authentisch sei: „Wer über den Tellerrand sehen kann wird wissen das alle Siegermächte sich an den Frauen in ihren Besatzungszonen vergangen haben. Zu welcher Zone der Artikel Bezug nimmt steht ja ausser Frage. Abgesehen wurden russische Vergewaltiger laut Oberkommantatur vom Vorgesetzten erschoßen. Guter Mann lernen Sie Geschichte!“ – er versucht hier also sowjetische Kriegsverbrechen zu vertuschen und diese den Westalliierten in die Schuhe zu schieben. In Wahrheit stammt das Bild vom Massaker von Metgethen, welches im Feber 1945 von Sowjets an deutschen und ukrainischen Zivilisten in einem Vorort von Königsberg begannen wurde. Die Originale der Photos sind hier zu finden, die Authentizität wird auch von russischer Seite nicht bestritten.

Ebenso bewusst gelogen ist Hermann’s Anmerkung, dass es sich bei dem Bild um „einesl [sic!] der geschichtlichen Dokumente welche uns vom Sieger vorenthalten“ wird, handeln würde – die Bilder sind der Öffentlichkeit seit 1945 zugänglich.

2017-05-07_194156Bei Hermann trifft nun also so einiges zusammen: Putin-Hörigkeit, Rechtsextremismus und aktive Partizipation bei den Staatsverweigerern. Der Screenshot links ist vom Facebook-Auftritt seiner Systema-Initiative gezogen. Auffällig sind dabei mehrere Momente: Erstmal ist es hinterfragenswert auf welcher rechtlichen Basis Hermann seine Kurse anbietet, im Firmenregister scheint er nicht auf. Ebensowenig sind „SYSTEMA Austria“ und „Alexander Hermann“ wie behauptet als Marken angemeldet. Entlarvend ist der Hinweis auf das UCC, welcher in der Staatsverweigerer-Szene zum guten Ton gehört.

Ebenfalls entlarvend, aber wohl eher unbeabsichtigt, ist seine Verlinkung eines Artikels der „Kronen Zeitung, in dem geschildert wird, wie Systema-Schulen zur Tarnung subversiver Aktionen im jeweiligen Zielland dienen. Subversion als Moskaus fünfte Kolonne beschreibt exakt, was Hermann mit seinem Engagement bei den Staatsverweigerern und mit der Verbreitung von anti-westlicher rechtsextremer Propaganda betreibt und unterstreicht einmal mehr meine These, dass gegen diese Szene robust vorgegangen werden muss, da nichts weniger als unsere pluralistische Demokratie auf dem Spiel steht.

Quelle des ersten Bildes: eigenes Archiv, zum Vergrößern anklicken

Quelle des zweiten Screenshot: youtube.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=awn6gNYJ4AE

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/AlexSYSTEMA/posts/1910402035867958

Quelle des vierten Screenshot: facebook.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/pg/systema.austria.wien/about/

Unmündig nennt man uns…

1. Mai 2017

Statt netter Spaziergänge und Verkehrsbehinderungen hier zum 1. Mai etwas meines Erachtens sinnvolleres – nämlich den Alltagsfaschismus mit Namen und Gesicht zu benennen.

2017-05-01_152938Am Bild links das auf den ersten Blick harmlose Facebook-Profil des Finanzreferenten der FPÖ Parndorf im Burgenland, Anton Strantz. Die FPÖ Parndorf ist ein schwach aufgestellter Familienbetrieb, seine Frau Michaela Strantz gibt die Ortsparteiobfrau.

Strantz verwendet als Profilbild den von 1935 – 1945 als Hoheitszeichen des 3. Reichs gebräuchlichen Reichsadler, lediglich das Hakenkreuz ist durch das VW-Logo ersetzt. Man könnte das als geschmacklose Halblustigkeit abtun, wäre nicht das Ensemble samt dem in Fraktur gehaltenen Schriftzug „Waffenschmiede Wolfsburg“ eindeutig rechtsradikal konnotiert, auf dieser Seite ist das näher ausgeführt: „Die übliche Ausrede der Waffenschmiede-Neonazis ist, dass ‚Waffenschmiede Wolfsburg‘ und ‚Waffenschmiede Rüsselsheim‘ unpolitische Tuning-Clubs seien. Doch die Ausrede offenbart um so mehr die Gefährlichkeit dieser Leute. Die getunten Autos werden wirklich wie Waffen verwendet […]“

2017-05-01_151416Und weil heute ein Feiertag ist, nach dem Burgendländischen noch ein Kärntner Depp. Aus Spittal an der Drau, und überraschenderweise ohne FPÖ-Funktion, stammt Joachim Kumnig. Er schlägt vor Fakenews zu bekämpfen. Das ist an sich notwendig und vernünftig – aber Kumnig behauptet, dass die industrielle Judenvernichtung im Dritten Reich „Fakenews“ wären.

Einen Artikel über die Thesen des französischen Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner Paul Rassinier am deutschen Neonazi-Blog „volksbetrugpunktnet“ verlinkend meint Kumnig: „Die Lügen werden bei uns per Gesetz geschützt. Sie wollen Fake News bekämpfen. Da könnten sie damit beginnen.“. Rassiniers einschlägige Lügen sind schon länger widerlegt, das ist nun wirklich nicht schwer zu überprüfen.

Egal, ob 1. Mai oder sonst ein Tag, der rechte Bodensatz stirbt nicht aus, sie werden noch nicht mal weniger… …same shit different day… Abschließend noch was in diesen Kreisen wohl eher zum „Tag der nationalen Arbeit“ gebräuchliches. Schließlich gilt es ja gerade heute der „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ zu widerstehen:

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Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 01. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/tony.strantz

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 01. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/joachim.kumnig/posts/1363210450383989

Quelle des dritten Bildes: eigenes Archiv; Wer den Titel dieses Blogeintrages nicht zuordnen kann… …hat die letzten 140 Jahre verschlafen.

Monsterwelle

29. März 2017

Österreich möchte nun also aus dem Umverteilungsprogramm der EU für Flüchtlinge aussteigen. Wir haben in der Flüchtlingskrise mehr als andere EU-Länder geleistet, meint Bundeskanzler Kern, daher soll den Verpflichtungen der mitbeschlossenen Relocation nicht mehr nachkommen werden. Selbstverständlich tragen die Freiheitlichen diese Linie mit, so meint etwa Strache, dass Österreich jedes Recht und vor allem die Pflicht habe‚ Stopp zum Relocation-Programm zu sagen.

Irgendwas scheint da aber beim Durchreichen der Message in der FPÖ nach unten zum Stimmvieh diesmal nicht funktioniert zu haben.

2017-03-29_090107In der Facebook-Gruppe „Unsere Heimat, unsere Werte“ veröffentlicht der hierorts schon bekannte Gerhad Zeiser ein ORF-Video, in dem Bundeskanzler Kern den Ausstieg erläutert.

Gerhard Zeiser: „du Verräter wir haben dich nicht gewellt“

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/

Das ist entweder ein interessanter Twist – offenbar möchte der rechte Bodensatz, dass mehr Flüchtlinge ins Land kommen. Entsprechend auch die weiteren milieubedingten Unmutsäußerungen in der Gruppe, unkommentiert dokumentiert:

 

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Sieglinde Kristandl: „Dummer…korrupter und gebriefter Verräter…“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771713429809224&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

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Fritz Rapid Scherhaufer: „wann ich den wappler seh kommt ma des speiben“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771714789809088&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

2017-03-29_091909

Markus Kisser: „Bei der Watschnpappn kommt ma regelmäßig das große Kotzen“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771715063142394&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

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Karl-heinz Hartl: „der faymann soll seinen arsch nach afrika verlegen, da gehört dieser vollpfosten nämlich hin! und das kerndl auch ab zu den negern!“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771721163141784&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

2017-03-29_092251

Markus Fink: „Der dreckfetzn der unedige“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771727059807861&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

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Geri Brosafari: „Wer erkennt den Lügner? Negga nach Österreich Bananenrepublik“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771828666464367&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

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Helmi Viola Meinhof: „schrankenwärter und weichenschmierer!!! und sonst NIX!!!“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771877846459449&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R6%22%7D

 

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Horst Ruhdorfer: „dieses grauslich falsche Gfries mit der schiefen Pappn – ich kann den nixnutzigen grindigen Koffer nimmer sehen!!“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1772035773110323&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R0%22%7D

 

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Matthias Bichler: „Musterschüler, aber Hilfsschule.“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1772041859776381&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R%22%7D

Propaganda für Dummies II

28. März 2017

Nachstehendem Video zufolge haben sich Begüm und Hakan Gördü ja trefflich dieser Tage in der Türkei amüsiert. Via Facebook lassen uns die Gördüs an ihrem hasstriefenden Spott teilhaben und stellen in den Raum, dass alle Berichte aus der Türkei über Repressalien gegen regierungskritische Menschen, Masseninhaftierungen, Folter und politisch motivierte Morde schlicht falsch wären, geradewegs als wäre die heutige Türkei ein Hort der Meinungsfreiheit und moderner demokratischer Gegebenheiten.

Der mit so viel Freude zur Schau gestellte Zynismus der beiden im Video wird wohl nur noch von Ramazan Aktaş getoppt, der sich in einer Diskussion zur Aussage verstieg, dass es den Türken in Europa derzeit wie seinerzeit den Juden ergehen würde. Jetzt mag Aktaş nicht unbedingt der Klügste sein, aber dass Dummheit nicht vor Strafverfolgung schützt hat ja auch der eine oder andere Freiheitliche von meiner Seite hier ja schon lernen müssen.

Was Gördü und Aktaş verbindet ist das Engagement für die mit faschistischen Methoden agierende AKP-Frontorganisation UETD. Wie ich hier beschrieben habe betreibt Erdoğans fünfte Kolonne Propaganda mit allen Mitteln, immer haarscharf an der strafrechtlichen Relevanz vorbei und mit einem Wahrheitsgehalt der selbst einen Herbert Kickl vor Scham erröten lässt.

Heute wollen wir aber einen Blick darauf werfen, wie es abseits der Funktionärskaste der UETD bei gemeinen Mitläufern unter den Erdoğan-Groupies in Österreich so aussieht. Ich such mal irgendeinen raus – random pick – und weil Kufstein in der Nähe ist, nehm ich mal den Nedim Aksak. Den Photos auf seinem Facebook-Profil zufolge wirkt er völlig normal und bestens integriert. 2010 hatte er gesucht am politischen Prozess zu partizipieren und mit seiner Gründung „Demokratie für Alle“ (DFA) für die Gemeinderatswahl in Kufstein kandidiert. Er konnte sogar heiße 1,55% der Wähler für sich gewinnen, für einen Einzug ins Stadtparlament reichte das aber nicht. Ein halbes Jahr später entschlummerte auch der Internetauftritt der DFA, nicht ohne vorher noch schnell gegen meine Urheberrechte zu verstoßen, aber was soll’s.

2017-03-28_160515Ob die von Aksak in der Folge via Facebook verbreiteten Inhalte weniger gschmackig ausgefallen wären, würde er Gemeinderat in Kufstein sein sei dahingestellt, auf mich wirkt es als ob er sich immer mehr radikalisiert hätte. Hier einige Beispiele:

Im Screenshot links teilt Aksak ein Video, in dem Österreich auf Skandalöses von Fritzl, über Bischof Krenn bis hin zu Hitler reduziert wird. Man könnte meinen, dass er hier schon vor Jahren AKP- bzw. UETD-Propaganda vorweg nimmt.

Politisch völlig naive Menschen wie ich könnten der Vermutung anheim fallen, dass es mit Aksaks politischen Ambitionen eventuell ein klein wenig friktionsfreier gewesen sein hätte können, hätte er einen etwas positiveren Zugang zu Österreich kommuniziert. Aber was weiß ich schon…

2017-03-28_161818Interessant auf seiner Seite auch ein Ausschnitt aus dem umstrittenen Bollywood-Film Kurbaan, der von islamistischen Propagandisten immer wieder gerne zur Rechtfertigung von Terroranschlägen im Westen herangezogen wird.

Im Ausschnitt wird erläutert, dass der sogenannte „heilige Krieg“ im Islam zugunsten von Friede und Toleranz in den Hintergrund treten würde und dass die gängige Definition von Terror falsch wäre. Die Filmfigur Riyaz deutet Terror überhaupt um und behauptet, dass „der weiße Westen“ die wahren Terroristen wären. Das tut er völlig wirr indem er in den Raum stellt, dass die Terroranschläge am 11. September 2001 eine Folge der Befreiung Afghanistans von den Taleban gewesen wären, und nicht umgekehrt.

Nicht umsonst wird dieses Video oft und gerne von Islamisten geteilt, was es aber auf der Facebook-Seite eines Kandidaten zum Kufsteiner Gemeinderat verloren haben soll verschließt sich mir völlig.

2017-03-28_163537Und weil wir gerade bei Verschwörungsmythen sind, hier links noch ein besonders schönes Beispiel. Das Photo stammt vom August 1991 und zeigt das mit mehreren tausend albanischen Flüchtlingen überfüllte Schiff Vlora.

Bei Aksak wird das Photo umgedeutet und aus flüchtenden Albanern werden Europäer, die angeblich im Ersten Weltkrieg nach Marokko und Tunesien zu fliehen versuchen würden. Demnach eine üble propagandistische Umdeutung, welche die türkische Regierungslinie der aufopfernden Rolle in der Flüchtlingsfrage reflektiert.

Im Reigen dieser türkischen Allmachts-Phantasien darf das Gördü-Zniachtel natürlich auch nicht fehlen (Original, hier gesichert), aber genug Grindiges für heute. Zusammengefasst lässt sich festhalten dass Aksaks Inhalte sehr hinterfragenswert sind, zumal er angibt Politikwissenschaften studiert zu haben (Original, hier gesichert). Anstatt aber Informationen kritisch zu würdigen gibt er völlig unreflektiert antiwestliche türkische und damit AKP-Propaganda und Fakenews wieder. Damit macht er sich zum idealen Mitläufer der Faschos in der UETD. Das natürlich nur, sollte er seinen Facebook-Auftritt selbst bedienen. Bei seiner Webseite zur DFA zumindest könnte man vermuten, dass er Hilfe an der Hand hatte welche geübter als er selbst im Umgang mit der hiesigen Landessprache ist. Aber das ist reine Spekulation und hat demnach auf meinen Seiten keinen Platz.

Quelle des Video: facebook.com, Stand 28. März 2017
Deeplink: facebook.com/hakan.gordu/videos/1039467359519875/

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 28. März 2016, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/nedim.aksak/posts/1253447031356688

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 28. März 2016, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/nedim.aksak/posts/1210563235645068

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 28. März 2016, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/nedim.aksak/posts/1192594700775255

Das sehr tife Tauchen

26. März 2017

Recht leise ist es die Tage um den Steirer Thomas Kirschner von der „Partei des Volkes“ geworden. Das mag zum einem an der Verurteilung seines Partners Wolfgang Pestl zu 20 Monaten bedingter Haft wegen Nationalsozialistischer Wiederbestätigung liegen, zum anderen an den Veröffentlichungen auf Richard Pfingstls neuem Internetauftritt unwiderstehlich.org, der interessante Details zur Schändung einer Grazer Moschee mit aufgehängten Schweineköpfen Anfang Mai 2016 unter Beteiligung Kirschners verbreitet.

2017-03-26_115138Auf Facebook aber, da ist Kirschner nach wie vor hyperaktiv und postet beinahe im Stundentakt geifernd seine Weltsicht. So ruft er gestern unverständlich zynisch dazu auf, sich als Schwimmlehrer für Asylwerber zu melden. Die Ernsthaftigkeit seines Aufrufes ist seinen Lesern klar, entsprechend fallen auch die Kommentare aus.

Soweit eh gelebte Kirschner’sche Normalität, aber beachtenswert ist diesmal die politische Heimat der Kommentatoren, es sind großteils in der FPÖ verwurzelte Flachwurzler.

So meint etwa Karin Ingerl, Schriftführerin der FPÖ Graz-Lend: „Tauchkurse im Haifischbecken“. Ebenfalls FPÖ-affin der Niederösterreicher Gottfried Hollerer (hier mit dem einschlägig bekannten Wiener Heinz-Christian Strache): „ICH WÜRDE DENEN DAS SEHR TIFE TAUCHEN LERNEN, IM MITTELMEER, 300 KG UM DEN HALS, DANN GIBTS KOA MITTEL MEHR [sic!]“.

Ulrike Frisch, sie kandidierte am siebten Platz der FPÖ Graz-Gösting bei der Bezirksratswahl 2017, meint: „Hab keine Zeit die können untergehen“, während Manuela Bichler, die sich gerne vom freiheitlichen AbgzNR Gernot Darmann durch das Hohe Haus führen läßt, und Kirschners zynischen Subtext reflektierend sich „schon gemeldet“ habe. Dass solche Gestalten wie Bichler das Rednerpult des Bundesrates entehren stellt mir die Nackenhaare auf.

Nur am Rande erwähnt noch die Wienerin Simone Grötz: „Niemals höchstens zum ertränken […] in einem see mit piranias [sic!]“. Da sich bei Frau Grötz das äußere Erscheinungsbild mit der moralischen Qualität ihrer Aussagen deckt, verzichte ich hier auf Photos.

Wie die Kommentare, so die Likes. Der notorische Hetzer Horst Ruhdorfer scheint ebenso auf wie der Grazer PEDIGA-Aktivist Herbert Lang und die FPÖ-Gemeinderätin in Aspern Aloisia Vanicek.

Wie weit der Konsens freiheitlicher Funktionsträger mit der rechtsextremen Kleinstpartei „Partei des Volkes“ geht, sollte nicht nur normalen Menschen zu denken geben, sondern auch die FPÖ aufschrecken. Eventuell sollten sich die Freiheitlichen darin investieren, ihre Funktionäre und Wähler zu resozialisieren. Wäre auch mal eine Idee.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 26. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=753901701438713&set=a.104970502998506.10945.100004566693438&type=3

Familienbande

25. März 2017

Vor ein paar Jahren meinte der verhaltenskreative freiheitliche Hinterbänkler Werner Neubauer mich beüben zu müssen. Auf Geheiß des verurteilen rechtsextremen Hetzers und aus der FPÖ entsorgten vormaligen AbgzNR DDr. (alter Studienordnung) Werner-Franz-Werner (so genau weiß man das nicht) Königshofer hatte Neubauer das parlamentarische Interpelationsrecht mißbraucht und drei Anfragen zu meiner Person eingebracht, die allesamt mit den üblichen Worthülsen gesetzeskonform (nicht) beantwortet wurden.

Im Rahmen der aktuellen Diskussion um die sogenannten „Freeman“ und „Souveränen“, also die Staatsverweigerer kommt mir der Abgeordnete Neubauer nun wieder ab und an in den Sinn. Ein definierendes Moment heimischer Staatsverweigerer ist es, die Existenz Österreichs abzustreiten, sich dennoch aber gerne mit diversen Sozialleistungen des Staates versorgen zu lassen.

Ein ansatzweise ähnliches Lebensmodell scheint Neubauer auszuleben. Seit knapp zehneinhalb Jahren bezieht er 14 mal jährlich das nicht eben bescheidene Salär eines Abgeordneten zum österreichischen Nationalrates. Was ihn aber nicht davon abhält die Nation Österreich zu verleugnen. So hatte er beispielsweise 2010 als Agitator der rechtsextremen und verfassungsfeindlichen deutschen Kleinpartei pro NRW sichtlich aufgewühlt vom Podium gebrüllt ein Deutscher zu sein (zit): „Liebe deutsche Landsleute, ich darf das sagen, weil ich Deutscher bin […]“. Bei einer weiteren Veranstaltung Rechtsextremer peitscht Neubauer die Anwesenden unter anderem so auf: „[…] sind wir von unfähigen Politikern in Deutschland regiert, wieweit sind wir von ausländischen Agitatoren [sic!] bestimmt, und wieweit haben wir selber noch die Möglichkeit über das, was in unserem Land [Deutschland] passiert selbst noch zu entschieden.“.

Unter dem Aspekt des § 41 (1) NRWO sind das interessante Aussagen, Ausländer – wie Neubauer eigenen Angaben zufolge einer wäre – kommen nicht in den Genuss des passiven Wahlrechtes zu unserem Parlament. Aber aktuell beschäftigt weniger Werner Neubauer, denn seine Gattin Anita Neubauer. Sie hält seit 2009 für die FPÖ als Gemeinderätin in der „Führerstadt“ Linz die Stellung. Böse Zungen könnten das Ehepaar Neubauer als das deutschnationale dynamische Duo der oberösterreichischen FPÖ umschreiben, was in diesen Kreisen zwar nicht wirklich ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber dennoch erwähnenswert.

scr_130217_2224Der Screenshot links belegt, dass zwischen Frau Neubauer und ihren Angetrauten ideologisch kein Blatt Papier passt. Im Gedenken an die Coventrisierung Dresdens am 13. Feber 1945 verbreitet sie einen Artikel des laut DÖW rechtsextremen „Schutzverein Österreichische Landsmannschaft“ zum Thema.

Der von ihr verlinkte Artikel (Original, hier gesichert) ist erwartungsgemäß nicht historisch korrekt, sondern bedient die üblichen rechtsextremen Ressentiments. Die NS-Propagandalüge des Mittagsangriffes am Folgetag durch Goebbels‘ „Luftgangster“ wird ebenso wie die gefälschten Opferzahlen von bis zu 300.000 Toten wiedergegeben.

Dabei könnte Frau Neubauer sich historisches Gedenken doch so einfach machen. 350 Kilometer näher als Dresden liegt Mauthausen bei Linz. Der nationale Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 5. Mai bezieht sich auf die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen.

Ich konnte trotz intensiver Suche weder auf vom FPÖ-Nationalrat Werner Neubauer, noch auf von FPÖ-Gemeinderätin Anita Neubauer bedienter Internetauftritte ein Gedenken oder wenigstens eine Erwähnung dieses Gedenktages finden. Aber man wähnt sich ja deutsch, was interessieren da österreichische nationale Gedenktage…

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 23. März 2017, zum Vergrößern anklicken
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Propaganda für Dummies

12. März 2017

Vor knapp zwei Wochen hatte ich kurz Hakan Gördü angerissen, er ist wie beschrieben ein halbwegs bemühter Agitator in Erdoğan’s fünfter Kolonne UETD, der mit seinen rudimentären Deutschkenntnissen durch heimischische Medien gereicht wird, wenn diese ein bemüht adrettes Patsy brauchen, das den Faschismus in Erdoğanscher Prägung verteidigt.

Trotz seiner momentanen Medienpräsenz ist Gördü aber eigentlich eine vernachlässigbare Größe, in der UETD hat er sich selbst ins Abseits gestellt, eventuell musste er die Notbremse ziehen, da nach dem erfolglosen Pseudo-Putsch in der Türkei die Gefolgschaft seiner Frau Begüm zur Gülen-Bewegung nicht mehr toleriert wird.

CropImageDas Alles wäre keine Erwähnung wert, würde Gördü nicht massive Vorwürfe gegen unsere österreichischen Parlamentarier erheben und diese damit einer realen physischen Gefahr aussetzen. Insbesondere die Abgeordnete zum Nationalrat Aslan dürfte das Primärziel der Erdoğan-Fanboys in Österreich sein. Das läßt sich oberflächlich dadurch erklären, dass Aslan der kurdischen Ethnie angehört. Weiter gedacht stellt sie für bedeutungslose Zniachteln wie Gördü aber eine noch viel größere Provokation dar. Eine selbstbestimmte, gebildete und erfolgreiche Frau paßt nun mal nicht in ein archaisch-anatolisches Weltbild, wie es das System Erdoğan und seine hiesigen Hools zu leben versuchen.

Der Screenshot links stammt aus der Puls 4 Sendung „Pro und Contra“ vom 6. März. Was Gördü da theatralisch ins Bild hält ist ein Photo, das Aslan bei einer Infoveranstaltung zu hauptsächlich sozialpolitischen Fragen in Innsbruck bei einem alevitischen Verein zeigt. Im Facebook-Eintrag des Veranstalters, der auch ursprünglich das Photo gepostet hatte, ist klar verständlich ausgeführt, dass erst im Anschluss an Aslans Vortrag das türkische Verfassungsreferendum diskutiert wurde. Glaubhafte Zeugen können bestätigen, dass sie bei dieser Diskussion nicht mehr anwesend war.

2017-03-12_085446Und was machen nun die faschistischen Agitatoren der UETD daraus? Wider besseren Wissens reißen sie das Bild aus dem Kontext und erfinden frei: „Nationalratsabgeordnete Aslan wirbt für „Nein“ für das Verfassungsrefendum in der Türkei“.

Die Markierungen am Bild sind nicht nur diffamierend, sondern im muslimischen Kontext brandgefährlich. Es ist eines, das „Nein“-Plakat der türkischen Kommunisten hervorzuheben – auch wenn die AbgzNR Aslan selbstverständlich nichts mit der Raumdekoration zu schaffen hatte – aber auch unser christliches Kreuz hervorzuheben, das impliziert dass man sie dem Vorwurf der Apostasie aussetzt. Diese wird im barbarischen System des unaufgeklärten Islam auch im 21. Jahrhundert noch mit dem Tode geahndet, auch in Westeuropa sind Bedrohungen evident. Wer also ebendieses Bild unreflektiert verbreitet setzt eine unserer österreichischen Parlamentarierinnen einer massiven physischen Gefahr aus.

Es ist nun eines, wenn sich Corinna Milborn als Diskussionsleiterin der Sendung „Pro und Contra“ durch Gördü’s antrainierte verbindliche Art übertölpeln lässt, und zulässt dass er dieses Bild lange in die Kamera hält, eine ganz andere Dimension erreicht es aber, wenn weitere österreichische Journalisten diesem Fake anheim fallen und ihn von jeglichen journalistischen Grundsätzen befreit weiterverbreiten.

2017-03-11_144656Einer davon ist der ATV-Redakteur Ruşen Timur Aksak, der zusammen mit Martin Thür 2015 den „Journalistenpreis Integration 2015″ verliehen bekam. Knapp zwei Jahre später mischt Aksak fröhlich bei der faktenbefreiten Hetze gegen eine Nationalrätin mit Migrationshintergrund mit. Am Screenshot links freut er sich über das gegenständliche Photo und vermeint eine smoking gun gefunden zu haben: „Das ist ja Gold […] Aslan hält Vortrag in Tirol, warum man mit nein beim türk. Referendum stimmen sollte […]“. Besonders erschwerend wäre hier zu werten, dass Aksak türkischstämmig ist und sehr wohl den Originalbeitrag zu lesen und verstehen in der Lage ist, das legt den Schluss nahe, dass er bewusst und wider besseren Wissens gegen die Abgeordnete Aslan hetzt, und sich im Laufe der Diskussion auch noch dem Gefährder Gördü fraternisiert.

Zustimmung erfährt er in diesem Austausch auf Facebook von Eva Zelechowski, einer Online-Redakteurin der Wiener Zeitung. Dass Zelechowski sich an dieser Hetzkampagne so bereitwillig beteiligt ist nochmal bedenklicher, da Herausgeber der Wiener Zeitung die Republik Österreich ist. Ob es zu den Aufgaben von Redakteuren staatsnaher Medien gehört, Nationalratsabgeordnete Gefahren auszusetzen, wird zeitnah anderswo beurteilt.

2017-03-11_143404Und da diese beiden „Qualitätsjournalisten“ gar so wenig von Quellenkritik halten, dokumentiere ich hier gerne ein weiteres Beispiel dafür, was von Gefährder Gördü’s beforzugter Lektüre so zu halten ist.

Das Bild zeigt wie der Parlamentsabgeordnete der in der Türkei regierenden AKP, Mehmet Babaoğlu, den Sitz der rechtsextremen MHP in Konya besucht um für ein „Ja“ zum Verfassungsrefendum zu werben. Im Text steht sinngemäß, dass jedes „Ja“ eine Ohrfeige der Osmanen an die Kreuzritter (also den Westen) sei. Am Bild zu sehen, wie sehr Babaoğlu sich über ein Spalier den faschistischen Wolfsgruß zeigender Parteigänger erfreut. Das reflektiert nun also die Quellenlage, die der ATV-Journalist Aksak mit „Gold“ umschreibt.

Grundsätzlich muss für die demokratischen Kräfte in Österreich gelten, dass wir unsere Mandatarinnen und Mandatare, egal welcher Couleur, weder von inländischen noch von ausländischen Agitatoren bedrohen, beziehungsweise irgendeiner Art von Gefahr aussetzen lassen. Wer auf diese Weise versucht den demokratischen Gestaltungsprozess zu beeinflussen, sollte mit der maximalen Härte des Gesetzes zur Verantwortung gezogen werden. Das sollte Konsens sein, umso unverständlicher ist es, dass es toleriert wird, wenn sich Journalisten wie der ATV-Redakteur Ruşen Timur Aksak und die Online-Redakteurin der Wiener Zeitung Eva Zelechowski an solchen Hetzkampagnen aktiv beteiligen. Eventuell wären hier allfällige Geldflüsse von der Türkei nach Österreich zu klären? …aber das ist pure faktenbefreite Spekulation und diese überlasse ich gerne den beiden sogenannten „Qualitätsjournalisten“.

Quelle des ersten Screenshot: puls4.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: puls4.com/pro-und-contra/videos/ganze-folgen/Ganze-Folgen/Pro-und-Contra-der-PULS-4-News-Talk-vom-06.03.2017-493540

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/ViyanaGuncel/photos/a.1398730577006978.1073741828.1398724323674270/1870195823193782/?type=3

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=10203092929241012&set=a.1043370461396.5635.1739663886&type=3

Quelle des vierten Screenshot: facebook.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/ViyanaGuncel/photos/a.1398730577006978.1073741828.1398724323674270/1873143269565704/?type=3