Tiefbraune Verdauungsprobleme

26. September 2017

Lange haben wir nichts mehr gehört vom aus der FPÖ entsorgten Werner Königshofer, aber der Erfolg der rechtsextremen „Alternative für Deutschland“ im Altreich motiviert auch den selbsternannten „Freiheitlicher Einzelkämpfer für Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit“ (Original, hier gesichert) seinen geifernden Hass wieder abzusondern.

2017-09-26_180413Wie am Screenshot links dokumentiert erregt sich Königshofer ob körperlicher Gewalt eines Schwarzen gegen eine hellhäutige Schwangere: „Das muß man erst einmal verdauen …! Was meint Ihr dazu???“.

Das Video fand er auf dem Fakeaccount „Amelie Kerber“, der witzigerweise mit einem von einer multiethnischen Datingseite geklauten Profilbild operiert. Dort wird das Video angepriesen: „+++ AFRIKANER SCHLÄGT SCHWANGERE EUROPÄERIN ! +++“ – das das Aggressionen weckt liegt auf der Hand und wäre auch verständlich.

Aber ich kann Königshofers Verdauungssystem beruhigen, bei den beiden handelt es sich um Nathan Brown und Amina Maz, die beiden sind Aktvisten der „Trollstation“ und testen im Rahmen von Viral-Experimenten die Reaktionen uneingeweihter Passanten aus. Das fragliche Video ist schon eineinhalb Jahre alt und ohne jeglichen Aufwand als Fake zu enttarnen, zumal sogar das Logo von „Trollstation“ rechts oben im Video eingeblendet ist.

Dass man real damit konfrontiert womöglich eine solche Situation als echt wahrnimmt ist gut möglich. Einen bekannten alten Fake aber mit eindeutiger Intention und daher auch mit verhetzendem Kommentar zu verbreiten ist eine andere Dimension. So wird das jedenfalls nix mit „Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit“.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 26. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/werner.konigstiger/posts/543561342654779

Gegrillte Pilze

11. September 2017

Zunächst die geputzten Pilze an der Oberseite mit einer Mischung aus Olivenöl (nicht kalt gepresst), Knoblauch und Salz bestreichen… Hoppala, falscher Text. Jetzt aber.

Vor knapp einer Woche hatte ich mich hier mit recht dubiosen Randerscheinungen unter den Wahlwerbern zur Nationalratswahl 2017 auseinandergesetzt. Nie hätte ich gedacht, dass auch Kandidaten der „Liste Peter Pilz“ in meinem Blog aufschlagen. Aber wie Peter Nindler in der Tiroler Tageszeitung richtig anmerkt: die politischen Glücksritter haben wieder Hochsaison.

Relativ behäbig, aber doch hat Peter Pilz auf die seinem Tiroler Listenzweiten Wilhelm Schlögl gegenüber erhobenen Vorwürfe reagiert. Keine Reaktion von Pilz erfolge bislang bezüglich der Warnungen um seinen Tiroler Listenvierten Karl-Heinz „Charly“ Grill. Grill selbst reagiert damit mich mit Klage zu bedrohen. Gegen politische Kritik mit juridischen Mitteln vorzugehen wäre auch für Peter Pilz ein Tiefpunkt politischer Kultur. Deshalb mache ich hier öffentlich, was es bei Grill anzumerken gibt.

2017-09-09_095837Der Screenshot links stammt von seinem Facebook-Auftritt. Auf den ersten Blick scheint der Inhalt völlig harmlos, Harald Lesch referiert über den Klimawandel. Interessant ist allerdings, wer diese Seite betreibt, es ist der deutsche Rechtsextremist Ernst Werth. In seinem Twitter Account wird Werth deutlicher, hier nur zwei Beispiele:

Sogar Hitler war mehr Demokrat als Merkel“ und „Bevor man über Reparatonen [sic!] redet, liebe Polen, wie wäre es mit der Rückgabe deutscher Gebiete.“

Werth nutzt die unverfänglichen Themen seiner Facebook-Seite „Mensch und Politik heute“ um leichtgläubige Leser mit zunächst harmlosen Beiträgen für seine radikalen Ideen zu begeistern. Im Jahr 2017 gibt es für die Verbreitung von Inhalten dieses Rechtsextremisten keine Ausreden, Quellenkritik muss für jeden politischen Akteur selbstverständlich sein.

Wenn beispielsweise Gottfried Küssel etwas völlig unverfängliches über meinethalben Hochbeete, Differentialgetriebe oder andere unpolitische Themen schreibt, dann verbreitet man das auch nicht weiter, an solchen Leuten streift man nun mal nicht an. Schon gar nicht, wenn man sich – wie Peter Pilz ankündigte – gegen Extremisten jeglicher Couleur stemmen will. Aber hier nun ein zweites aktuelles Beispiel für Grill’s Sendungsbewußtsein.

wutOGDrVGestern postet Grill nebenstehend dokumentierten Beitrag. Gleiches Muster wie oben, der Beitrag völlig unverfänglich, aber der ursprüngliche Poster ein no-go. Hinter dem Facebook-Auftritt „Der Wächter“ steckt die Berliner „Firma“ „Anonymous Ltd“, und diese ist seit langen dafür bekannt Fakenews zu verbreiten.

Auf der Seite „Der Wächter“ finden sich beispielsweise Beiträge wie jener, dass die Mafia in Neapel für „Ordnung“ sorgen würde und 120 Flüchtlinge mit Kopfschuss „hingerichtet“ habe. Eine seriöse Quelle dazu ist nicht auffindbar.

In einem anderen Beitrag schreibt „Der Wächter“ über die angeblich geglückte Flucht von Adolf Hitler nach Argentinien. Nicht umsonst ist „Der Wächter“ Stammgast bei den Fake-News-Aufdeckern von mimikama.at.

Was treibt einen Kandidaten der Liste Peter Pilz nun aber dazu rechtslastige Fake-News zu verbreiten? Ich weiß es nicht. Ich kann es auch nicht verstehen, weil wie oben geschrieben muss Quellenkritik für jeden politischen Akteur selbstverständlich sein, wer sich für den Nationalrat der Republik Österreich bewirbt sollte und darf nicht einfach jeden Inhalt im Internet teilen, immerhin macht sich Peter Pilz‘ Kandidat Karl-Heinz „Charly“ Grill somit zum Multiplikator der rechtsextremen Propagandamaschinerie.

Wieder bringt es Peter Nindler im oben schon einmal zitierten Beitrag der Tiroler Tageszeitung auf den Punkt: „Die Kandidatenauslese vor der Nationalratswahl am 15. Oktober läßt daran zweifeln, ob allen Parteien tatsächlich bewusst ist, dass das Hohe Haus die zentrale Schaltstelle der österreichischen Politik ist.“ Ich möchte nicht hoffen, dass es Kandidaten in den Nationalrat spült, die nicht imstande sind reale von Fakenews zu unterscheiden. Wie soll denn so jemand der Verantwortung gerecht werden Entscheidungen über das gesamte Land zu treffen?

Peter Pilz hatte angekündigt einen „Internet-Wahlkampf“ führen zu wollen. Wenn das bedeutet, dass seine Kandidaten auf rechte Fake-News zurückgreifen, dann haben wir ja noch einiges zu erwarten. Beschweren kann Pilz sich jedenfalls nicht, er war wiederholt gewarnt.

Mit diesem Personal ist die Liste Peter Pilz jedenfalls in Tirol unwählbar. Wie die Kronen Zeitung gestern richtig schreibt, hätte Pilz mit Erreichen der anvisierten zwei Mandate ein massives Problem. Der von Wilhelm Schlögl ihm gegenüber ausgesprochene Mandatsverzicht ist rechtlich völlig irrelevant. Schlögl käme ohne im Wahlkampf auch nur einen Finger gerührt zu haben in den Genuss eines Nationalratsmandates und somit würde ein Tiroler Pilz-Wähler womöglich die FPÖ stärken – die Nähe der „Agrarrebellen“ zu den Rechten ist ja evident.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 09. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/charly.grill.9/posts/10209855194356837

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 09. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/charly.grill.9/posts/10209863308799693?pnref=story

Randerscheinungen

3. September 2017

Zu den immer näher kommenden Nationalratswahlen am 15. Oktober möchte ich mich kurz mit einigen Personen auseinandersetzen, die auf meinen verschiedenen Internetauftritten bereits vorgekommen sind und es auf einen Wahlvorschlag geschafft haben.

Beginnen wir mit dem chancenreichsten Bewerber meiner Aufzählung. Auf der „Freie Liste Österreich & FPS Liste Dr. Karl Schnell (FLÖ)“ ist ein alter Bekannter als Spitzenkandidat in Tirol und auf Platz Fünf des Bundeswahlvorschlages zu finden: Alois Wechselberger.

2017-09-03_140440Wechselberger hatte den Einzug in den Nationalrat schon einmal versucht, 2013 hatte ich ihn kurz vor der Wahl als Landeskoordinator des Team Stronach in Tirol neutralisiert. Damals konnte ich ihm die verhetzende Webseite „tyroliannews – Infos abseits der Systempresse“ unwiderlegbar zuordnen. Abgesehen vom technischen Aspekt hat mittlerweile ein vergraulter ehemaliger Mitstreiter von Wechselberger, Walter Friedrich Schwaiger, dessen inhaltliche Verantwortung für die geifernde Hetze bezeugt.

Enger Mitarbeiter bei „tyroliannews“ war der verhaltensoriginelle Christian Warum. Er wirkte schon als Bezirksobmann des „Team Stronach“ Innsbruck Land an Wechselbergers Seite. Warum scheint eine Tendenz ins Unzivilisierte zu haben und ist am Rande der Staatsverweigerer-Szene aktiv. Er hatte den Fisser Ex-Hotelier und Freeman Jürgen Rietzler in rechtlichen Belangen beraten. Wenig überraschend sind Rietzler wie Warum in ihrer Realitätsverweigerung gescheitert.

Und wie Warum in die Staatsverweigerer-Szene verstrickt und ebenfalls auf der Liste des FLÖ ist ein nicht minder aktiver Hetzer, der Oberländer Gerhard Glatz. Er ist am 23. Listenplatz der Tiroler Landesparteiliste und am fünften Platz im Wahlkreis 7D zu finden.

Glatz ist mir im Juni 2014 aufgefallen. Der Königshofer-Unterstützer hatte damals die Hetzschrift „EG – Die Super-UdSSR von morgen“ mit den Worten: „Bitte Lesen!!! Wurde Ende der 80er Jahre geschrieben!!! Wahnsinn, eigentlich alles eingetroffen!!!!!!“ zustimmend verbreitet. In diesem Pamphlet versteigt sich der Autor zur Behauptung, dass nicht das NS-Regime sondern Freimaurer den industriellen Massenmord an Juden geplant und durchgeführt hätten. Angesichts der Verfolgung der Freimaurer und vieler dokumentierter Morde an diesen durch die Nationalsozialisten ist das ein besonders perfider Verschwörungsmythos, der aber offenbar in den Reihen der Freie Liste Österreich auf Zustimmung trifft.

2017-08-27_075535Aber nicht nur in der Vergangenheit, auch in unserer Gegenwart hat Glatz den Hang Lügen und Hetze zu verbreiten. So etwa nebenstehend das Märchen um Asylwerber, die den Führerschein kostenlos bekommen würden. Geteilt hat Glatz diese Falschmeldung von der Facebookseite gegenargument.at, welche im Eigentum der rechtsextremen Aula-Verlag GmbH und damit im Einflussbereich der FPÖ steht. Die Widerlegung der Geschichte ist beispielsweise hier zu finden.

Neben Geschichtsrevisionismus und dem damit offenbar zwanghaft einhergehenden Kontakt zu bekennenden Nationalsozialisten wie etwa Rosemarie Salmhofer hat Glatz auch ein Faible für die wirren Ideen der Staatsverweigerer und teilt oft und gerne den mehrfach verurteilten und inhaftierten Ex-Szene-Guru Andreas Monte Christo (echter Name, mehrfach rechtsgültig geändert).

Der Konnex zur Szene der Staatsverweigerer bringt mich zur nächsten Liste: „Die Weissen – Das Recht geht vom Volk aus. Wir entscheiden in Österreich. Die Volksbewegung (Weiße)“ [sic!].

2017-09-03_184903Am ersten Listenplatz kandidiert Isabella Heydarfadai, Vorsitzende des „Kreditopferverein“. Heydarfadai ist tief verstrickt in der Staatsverweigerer-Szene. Am Screenshot hält sie einen Vortrag in Salzburg. Rot markiert Tassilo Alge, das Alter Ego von Johannes Kreissl. In ihren Ausführungen pflichtet Heydarfadai laufend Alges Gedanken zu einem angeblichen „Staatsbankrott“ bei, ein in der Staatsverweigerer-Szene weit verbreitetes Ideenkonstrukt zum Versuch der Delegitimierung unserer staatlichen Ordnung.

Als stellvertretende Obfrau von Heydarfadai im Verein Kreditopferhilfe fungiert Joya „FreeWoman“ Marschnig, die in diesem Video in bester Staatsverweigerer-Manier erläutert „ihre Person dem Personalverband der Republik Österreich zu entziehen“.

Von Marschnig gibt es eine direkte Verbindung zu Karl-Heinz Plankel, dem Listendritten am Bundeswahlvorschlag der Weißen, Listenzweiten in Wien, bzw. -ersten in 7G und offenbar dem Mastermind hinter der Partei. Plankel ist ein in Wien und Vorarlberg tätiger Rechtsanwalt, der mich nach meiner ersten ORF „Schauplatz“ Sendung zum Thema „Freeman“ geklagt hatte. Er hatte sich dagegen verwehrt mit den Staatsverweigerern, insbesondere mit dem Betrugsmodell der „WeRe Bank“ in Verbindung gebracht zu werden.

Erwartungsgemäß hatte die Staatsanwaltschaft Innsbruck das Verfahren gegen mich eingestellt und begründet: „Fakt ist jedoch, dass aufgrund der Warnung der FMA die Geschäfte [der „WeRe Bank“] wohl im Sinne der geltenden österreichischen Bestimmungen als nicht unbedenklich erscheinen. […] Insgesamt ergibt sich daher, dass sehr wohl der Anschein entsteht, als ob der Anzeiger Dr. Karl-Heinz Plankel […] eine Verbindung zur „WeRe Bank“ habe.“ – eventuell war es auch kontraproduktiv, dass Plankel in seinen Eingaben bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck zur Causa falsche Angaben machte.

Joya „FreeWoman“ Marschnig war damals angehalten in „geheimen“ „Were Bank“ Foren für Plankel zu koordinieren. Man möge sich mit allfälligen Fragen an Ihre Email-Adresse joya[at]kreditofperhilfe.net wenden, womit sich auch der Kreis zur weißen Spitzenkandidatin Heydarfadai schließt.

Ansonsten ist zu Karl-Heinz Plankel nicht viel zu sagen, außer vielleicht dass er als Präsident des „Nationalen Feuerwaffenverein Österreich“ eine Liberalisierung des Waffenrechtes fordert. Genau das brauchen wir in Österreich: waffenstarrende Staatsverweigerer.

Das Stichwort „nicht viel zu sagen“ bringt mich zum letzten Kandidaten heute: „Obdachlose in der Politik“ (ODP). Nur drei Personen stellen sich bei der ausschließlich in Wien antretenden Partei zur Wahl, zwei davon sind alte Bekannte: Hans-Georg Peitl und Gregor Ulrich.

Über Peitl hatte ich schon oft geschrieben, beispielsweise als er versuchte sich der FPÖ anzudienen und abgelehnt wurde, oder hier, als der Möchtegern-Politiker meinte nur mit „Menschen zu reden die es wert sind“. Nun, jedenfalls ist er diesmal beim Sammeln der Unterstützungserklärungen erfolgreicher als bei der letzten Nationalratswahl, da kam er gerade mal auf eine (1) Stimme.

Was diesmal auffällt ist dass er seine Strategie geändert hat. Bislang setzte er mit seiner Geisteskrankheit auf den Mitleidseffekt, aber da das wohl nicht funktionierte streitet er nun seine psychische Beeinträchtigung einfach ab. Nun habe ich Peitls psychiatrisches Gutachten hier vorliegen und kann gerne seine Erinnerung auffrischen: „Ein funktionelles organisches Psychosyndrom liegt vor, bedingt ist dies durch die verworrenen Gedankenabläufe, die eine Reduktion der kognitiven Leistungen mit sich bringen. […] Es liegt eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis vor. […] Die diagnostische Schlussfolgerung ist eine paranoide Schizophrenie mit zeitweiliger Neigung zur Exazerbration durch die Störung des formalen Gedankenablaufes und der Entdifferenzierung im affektiven Bereich gekennzeichnet. […] Die Perönlichkeitsstruktur des Untersuchten ist gekennzeichnet durch ein mangelndes Selbstwertgefühl, durch eine Ich-Schwäche und neurotische Strukturen mit Neigung zu Abwehrmechanismen.“.

Peitl hatte dem psychiatrischen Sachverständigen gegenüber behauptet, dass zwei seiner angeblichen Kinder (es gibt keinen Beleg für deren Existenz) von österreichischen Polizisten ermordet worden wären. Dies sei in Zusammenhang mit seinem „Ausstieg aus der Briefbomber-Szene“ geschehen – wie wir heute wissen war der Terrorist Franz Fuchs ein Einzeltäter. Peitl hatte sich jedoch damals als Kronzeuge präsentiert, wie hier in der vom ORF 1996 ausgestrahlten Tonbandaufzeichnung zu hören ist.

odpteamListenzweiter bei Peitl ist sein kongenialer Adlatus Gregor Ulrich (am Bild links neben Peitl), der unlängst als Ersttäter wegen Verleumdungsdelikten gegenüber der Wiener Polizei zu Sozialstunden verdonnert wurde. Viel ist zu Ulrich nicht zu sagen, politisch relevante Aussagen trifft er keine. Aufgefallen ist er allenfalls dadurch, dass er in der „Barbara Karlich Show“ im Alter von knapp 50 Jahren seine Jungfräulichkeit öffentlich beweint. Mittlerweile scheint Ulrich allerdings seine sexuelle Erfüllung gefunden zu haben, wobei Kinderturnschuhe keine unwesentliche Rolle zu spielen scheinen.

Aber bei den beiden muss man sich nun wirklich keine Sorgen machen, dass sie in den Nationalrat gespült werden. Bei den Wahlen zur Bezirksvertretung in Wien 2010 erreichte Peitl gerade mal fünf (5) Vorzugsstimmen, und hatte so seinen Beitrag zum „Erfolg“ der von ihm unterstützten wahlwerbenden Gruppierung „Plattform direkte Demokratie“, die insgesamt ein Ergebnis von 0,04% erzielte, geleistet. Großartige Zuwächse sind wohl diesmal auch nicht zu erwarten.

Nun ist mir schon klar, dass die Volksvertreter in unserer repräsentativen Demokratie einen Querschnitt durch die Bevölkerung abbilden sollen, aber die hier beschriebenen Kandidaten scheinen mir alle ein wenig… …Dings.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=107541879982353&set=a.105746653495209.1073741826.100021796239348&type=3

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/gerhard.glatz.1/posts/1333670609986379?pnref=story

Quelle des dritten Screenshot: youtube.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=GVA-TVk65ic

Quelle des vierten Screenshot: jachwe.wordpress.com, Stand 03. September 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: jachwe.files.wordpress.com/2017/09/odpteam.jpg

Der Franz Leopold und der Norbert

12. August 2017

Die Wiener Zeitung berichtet in der heutigen Ausgabe darüber, dass der laut FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache „Einmal Verräter, immer Verräter“ Robert Lugar nicht nur wieder dort ist wo er hingehört, sondern auch offenbar keine Berührungsängste gegenüber den Staatsverweigerern hat.

Überraschend ist das nicht wirklich, der Hang zum Irrationalen ist in der freiheitlichen Funktionselite nichts Außergewöhnliches. So verbreitet beispielsweise der EU-Abgeordnete Harald Vilimsky Verschwörungsmythen um David Rockefeller, Nationalrat Werner Neubauer lebt im Wahn ein Deutscher zu sein und die parlamentarische Anfrage von Norbert Hofer zu den sogenannten „Chemtrails“ ist ja ohnehin ein Klassiker des Realkabarett.

Achja, Norbert Hofer, da isser ja wieder mal. Eh schon ein Stammgast auf meinem bescheidenen Blog. Vor wenigen Wochen erst hatte ich hier über sein Kuscheln mit den rechtsextremen Identitären berichtet, heute greife ich den eingangs angeführten Bericht der Wiener Zeitung auf – wie Fouché Lugar hegt auch Norbert Hofer seine Sympathien für die Staatsverweigerer.

2017-08-12_085152So lädt Hofer beispielsweise am 22. Feber 2017 den Staatsverweigerer Franz Leopold Hinterndorfer zu einer – Zitat – Plauderei in das Parlament.

Hinterndorfer hat die Plauderei am Youtube-Kanal des „Verein Reset – Zurück zum Leben als Mensch!“, den er laut Vereinsregisterauszug zusammen mit Klaus Glatzel betreibt. Wie am Screenshot links zu sehen ist, wird bei der Plauderei zwischen Franz Leopold und Norbert der Schriftzug der Webseite okitalk eingeblendet. Okitalk versteht sich als alternativer Nachrichtenkanal und wird von Glatzel betrieben. Norbert Hofer reiht sich mit diesem Video unter anderem bei der deutschen Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz ein, die ebenfalls bei Glatzl ihr Gift absondern durfte.

Passend dazu erwähnt Norbert Hofer in der Plauderei dass es doch eine gefährliche Entwicklung wäre, dass man „gewisse Dinge nicht mehr sagen darf“. Hofer verbindet das mit Kritik am Vorgehen gegen Fakenews, die er wohl eher bei etablierten Medien denn alternativen Kanälen sieht. Das dürfte freiheitliche Parteilinie sein, auch Obmann Heinz-Christian Strache hängt ja eher einem alternativen Wahrheitsverständnis nach. „Wahrheit“ ist bei Strache vor allem das, was ihm in der menschenverachtenden Propaganda nützt.

Sehr alternativ sind auch die Inhalte des Internetauftrittes des „Verein Reset“, die sich über weite Strecken auf das Lorem ipsum beschränken. Wo aber tatsächlich Content angeboten wird, da geht es wirklich zu Sache: „Die Behauptung, eine Demokratie in Bezug auf politische Systeme ist eine positive Entwicklung, bleibt eine große Täuschung.“ (Original, hier gesichert), verbreitet der Gesprächspartner von Norbert Hofer, Hintersdorfer.

11401128_30_1502527966Und dieser Franz Leopold Hintersdorfer ist ein zentraler Akteur der heimischen Staatsverweigerer-Szene, er versteht sich als Vertreter der wahren Lehre. Das kommt unter anderem in der Opposition zur mittlerweile inhaftierten „Staatenbund-Präsidentin“ Monika Unger zum Ausdruck (Original, hier gesichert, erwähntes Schreiben als PDF hier). In seiner Version der Realität haben Hintersdorfer und seine Entourage ja durchaus recht, sie betraten lange vor Monika Unger die Bühne des Wahnsinns und so wird Unger als Usurpatorin begriffen und bekämpft.

Wie so oft in der Staatsverweigerer-Szene ist das esoterische Moment auch bei Hintersdorfer prominent. Nicht nur, dass er auf seiner Vereins-Webseite „Tagesenergien“ des „Maya-Kalender“ (Original, hier gesichert) anbietet, hat er selbst einen Tischkalender mit Titel „Das vereinte Volk und sein energetischer Kalender 2014″ (Original, hier gesichert) verfasst, den man um knapp 25 Euro bestellen kann.

Ob dieser Kalender nun als Xenie den Schreibtisch von Norbert Hofer ziert ist leider nicht bekannt, den Hofer womöglich ansprechenden völkischen Titel hätte er ja. Jedenfalls entwickle ich langsam eine Idee, weshalb die Freiheitlichen im Parlament am 28. Juni gegen die Strafgesetznovelle gestimmt haben, man will ja schießlich seine durchgeknallte Klientel nicht vergraulen, zumal manche davon ja schon gewaltsame Putschversuche zugunsten der FPÖ andenken.

Quelle des ersten Screenshot: youtube.com, Stand 12. August 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=QYnNfOSxqCE

Quelle des zweiten Screenshot: meinbezirk.at, Stand 12. August 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: meinbezirk.at/melk/politik/lieber-politiker-lieber-pfarrer-lieber-arzt-lieber-beamter-m11401128,1891670.html

Dr. Evil

18. Juni 2017

Mitte April 2016 lud der Dritte Nationalratspräsident und mehrfach gescheiterte Hofburg-Anwärter Norbert Hofer zu einer Veranstaltung über die Zukunft des Pflegegeldes, bei der ExpertInnen über künftige Herausforderungen in der Pflege diskutierten. Anwesend war auch die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Parlament, die Freiheitliche Abgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

2017-06-18_093728 Unter anderen referierte der niederösterreichische Arzt Dr. Alfred Lepsinger über die Antragstellung von Pflegegeld und die Erstellung entsprechender Gutachten. Am Bild links ist er gleich rechts neben Norbert Hofer zu sehen. Lepsinger führte aus, dass „Gutachten stets subjektiv und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig [sind], darunter auch die Tagesverfassung der Patientin oder des Patienten.“. Ob Norbert Hofer sich Lepsinger’s einschlägiger Expertise bei seinem Antrag um Pflegegeld bedient hat ist nicht bekannt.

 

 

2017-06-18_095219 Ein vielbeschäftigter Mann, dieser Dr. Lepsinger. Zum Streßabbau tut er sich auf Facebook rum. Dort postet er beispielsweise so „lustige“ Bilder wie das hier links dokumentierte. Klar erkennbar, dass Dr. Lepsinger Flüchtlingskindern den Tod wünscht. Noch klarer drückt der praktizierende Arzt dies aus, wenn er Kommentare „liked“ die hoffen dass die gezeigte Strasse von vielen LKW befahren wird.

Der Spezialisierung nach ist Dr. Lepsinger ein Internist. Ob er mit dieser Ausrichtung dem unter Harninkontinenz leidenden leitenden Identitären Martin Sellner helfen können wird weiß ich nicht.

Jedenfalls scheint Dr. Lepsinger sich mit der neonazistischen Identitären Bewegung vollends zu identifizieren. So hat er nicht nur sein Profilbild (Original, hier gesichert) mit dem Lambda-Logo der Identitären unterlegt, sondern er teilt auch Videos von Martin Sellner (Original, hier gesichert) und bastelt selbst ungelenke Propaganda für die Neonazis (Original, hier gesichert).

Wie nahe jemand, der Flüchtlingskinder von LKW’s überrollt sehen möchte in die Nähe des Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer passt frage ich gar nicht, das ist selbsterklärend. Ob so jemand als Arzt praktizieren soll – diese Frage werden andere beantworten, der Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer ist bereits mit ihm in dieser Causa befasst.

Nachtrag 18. Juli 2017:

2017-07-18_030812

Das möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten, Dr. Lepsinger hat sein Facebook-Titelbild geändert. Eben noch von FPÖ-Hofer als Experte in das Parlament geladen, phantasiert er heute das Hohe Haus niederzubrennen. Norbert Hofer’s identitärer Freund scheint ja ein massives Problem mit Gewaltphantasien zu haben, das wirkt sich sicherlich vertrauensfördernd bei einem Arzt aus.

Quelle des ersten Screenshot: parlament.gv.at, Stand 18. Juni 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: parlament.gv.at/SERV/FOTO/VER/674953/6278983.shtml

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 18. Juni 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/groups/1659564484310433/permalink/1913601872240025/

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 18. Juli 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/profile.php?id=100012031060189

Der blaue Rufmörder

12. Mai 2017

Die FPÖ Niederösterreich scheint sich da ja mit Peter Terzer einen ganz Lustigen eingetreten zu haben. Meint man gar nicht, wenn man ihn sich so ansieht. Der Freiheitliche hat einige Ämter in der FPÖ angehäuft, er ist Gemeinderat in Altenmarkt, Mitglied des Bezirksvorstandes Baden und Mitglied des Schiedsgerichtes der FPÖ Niederösterreich. Bei dem Stress ist es bewundernswert, dass er sich seinen Humor bewahrt hat und kleine Heiterkeiten auf seinem Facebook-Account verbreitet.

2017-05-12_104050Heute etwa postet Terzer nebenstehenden Ausschnitt aus dem Bezirksblatt Neusiedl. Ach wie ist das lustig, ein Befragter der „Umfrage der Woche“ gibt an sich masturbierend zu entspannen.

Peter Terzer als besorgter Freiheitlicher kommentiert: „Das ‚egal wo‘ macht mir Sorgen. Weiß nicht, ob ich mit den Kindern so bald wieder nach Podersdorf fahre“.

Obgleich das Bezirksblatt Neusiedl frei erhältlich ist habe ich den Betroffenen am Screenshot anonymisiert. Terzer verbreitet da nämlich einen Fake, das Original ist hier zu finden und da ist das Wort Masturbieren nicht zu lesen, vielmehr entspannt sich der Befragte beim Motorradfahren.

Die veränderte Version konnte ich trotz intensiver Suche nur beim freiheitlichen Multifunktionär Terzer finden, es ist nicht auszuschließen, dass er die Fälschung womöglich selbst erstellte. Selbst wenn er die manipulierte Grafik „nur“ weiterverbreitet hatte ist das ein grobes Mißverhalten, selten war es einfacher die weiter oben verlinkte Primärquelle zu finden und abzugleichen. Quellenkritik sollte Terzer als Akademiker ja nicht fremd sein. Dieser Fake ist jedenfalls eine massive Beschädigung der Persönlichkeitsrechte des Betroffenen, der meines Wissens keine Person des öffentlichen Interesses ist. Mit seinem Kommentar setzt Terzer noch eines drauf und unterstellt dem Befragten schwere Straftaten – nämlich sich vor Kindern sexuell zu betätigen.

Wir lernen: man muss nicht politischer Gegner sein oder einer anderen von Freiheitlichen verachteten Menschengruppe angehören, Häme und Spott von FPÖ-Funktionären können jeden treffen, die Vermutung schwere Straftaten zu begehen werden schnell geäußert. Dem von Terzer verunglimpften Burgendländer ist zu wünschen, dass er eine gute Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 12. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=10210770630836226&set=a.1697276146102.2084240.1063802154&type=3&permPage=1

SYSTEMAtische Subversion

7. Mai 2017

Was bei den Aktivisten der österreichischen Staatsverweigererszene neben der zugegebenermaßen unhaltbaren Einschätzung als Sekte am meisten Widerspruch hervorruft ist die Einordnung im rechtsextremen Spektrum.

2017-05-07_163956Das Bild hier links hatte ich im Sommer 2015 auf der Demonstration gegen das Bilderbergertreffen in Telfs aufgenommen. Im Vordergrund, mit Mikrofon Johann Kreissl, der immer noch von manchen Medien szenerelevant dargestellt wird. Links am Bild als Hippie verkleidet der deutsche Neonazi Lars Mährholz, der Kreissl bei der Gelegenheit zu Veranstaltungen nach Deutschland einlud.

Es ist anzunehmen, dass Kreissl sich unter diesen Leuten sehr wohl fühlt, vertritt er doch hinter der Fassade des angeblich harmlosen „geistig-sittlichen Wesens“ durchaus rechtsradikale Positionen. Bei einem seiner wirren Vorträge im April 2014 schlug er vor die Bundesregierung zu inhaftieren um die FPÖ an die Macht zu putschen, auch der szenetypische Antisemitismus darf nicht fehlen.

Kreissl allerdings ist in der Szene Geschichte, andere sind an seine Stelle getreten. Wobei man nach der aktuellen Verhaftungs- und verurteilungswelle öffentlich ein klein wenig kürzer tritt. Aber es gibt immer noch zentrale Figuren mit sendungsbewußtsein auf freiem Fuß.

2017-05-07_182445Einer davon ist Alexander Hermann, hier links bei einem Interview mit Patrick Poppel vom Suworow Institut, dessen Aufgabe es ist für Putin’s Autokratie anti-westliche Propaganda unter österreichischen Rechtsextremen zu multiplizieren.

Hermann gibt den Kampfsporttrainer, allerdings nur in der reichlich dubiosen und wenig effizienten russischen Methode des Systema. Wie ich vor wenigen Tagen hier auf souveräne.at geschrieben habe, ist Hermann tief in der Staatsverweigerer-Szene verhaftet. So ist er nicht nur zweiter Vizepräsident der „International Intelligence Agency“ (IIA), des Pseudogeheimdienstes zum Pseudogericht ICCJV, sondern hielt auch seine schützende Hand über den sich der Abschiebung entziehenden Terry Russel Connor. Unverständlich ist dass Hermann sich immer noch auf freiem Fuß befindet, während die beiden anderen Funktionäre der IIA, Markus Steiner und Wolfgang Empacher unlängst wegen ihrem Engagement beim ICCJV zu Haftstrafen verurteilt wurden.

2017-05-07_130233Alexander Hermann jedenfalls genießt seine Freiheit und nutzt die Zeit um rechtsextreme anti-westliche Propaganda zu verbreiten. Und hier erschließt sich auch, weshalb ich den heutigen Beitrag hier und nicht auf souveräne.at veröffentliche.

Am Screenshot links verlinkt er zustimmend einen Beitrag vom Blog anonymousnews.ru, das vom deutschen Rechtsextremisten Mario Rönsch (hier schließt sich der Kreis zum weiter oben erwähnten Lars Mährholz) betrieben wird und mit der echten Anonymous-Bewegung nichts gemein hat.

In gegenständlichen Beitrag wird behauptet, dass die Illustration von einem angeblichen millionfachen Mord an Deutschen durch Westalliierte in den Rheinwiesenlagern stammen würde. Die rechtsextreme Szene fabuliert von über zwei Millionen Toten, belegbar sind maximal 40.000, wahrscheinlich aber wesentlich weniger. Neben der Opferzahl passt auch das Bild nicht zum Artikel und das zeigt die besondere Chuzpe, mit der Hermann agiert.

Nachweislich wurden in den Rheinwiesenlagern keine Kinder festgehalten und dennoch beharrt Hermann darauf, dass das Bld authentisch sei: „Wer über den Tellerrand sehen kann wird wissen das alle Siegermächte sich an den Frauen in ihren Besatzungszonen vergangen haben. Zu welcher Zone der Artikel Bezug nimmt steht ja ausser Frage. Abgesehen wurden russische Vergewaltiger laut Oberkommantatur vom Vorgesetzten erschoßen. Guter Mann lernen Sie Geschichte!“ – er versucht hier also sowjetische Kriegsverbrechen zu vertuschen und diese den Westalliierten in die Schuhe zu schieben. In Wahrheit stammt das Bild vom Massaker von Metgethen, welches im Feber 1945 von Sowjets an deutschen und ukrainischen Zivilisten in einem Vorort von Königsberg begannen wurde. Die Originale der Photos sind hier zu finden, die Authentizität wird auch von russischer Seite nicht bestritten.

Ebenso bewusst gelogen ist Hermann’s Anmerkung, dass es sich bei dem Bild um „einesl [sic!] der geschichtlichen Dokumente welche uns vom Sieger vorenthalten“ wird, handeln würde – die Bilder sind der Öffentlichkeit seit 1945 zugänglich.

2017-05-07_194156Bei Hermann trifft nun also so einiges zusammen: Putin-Hörigkeit, Rechtsextremismus und aktive Partizipation bei den Staatsverweigerern. Der Screenshot links ist vom Facebook-Auftritt seiner Systema-Initiative gezogen. Auffällig sind dabei mehrere Momente: Erstmal ist es hinterfragenswert auf welcher rechtlichen Basis Hermann seine Kurse anbietet, im Firmenregister scheint er nicht auf. Ebensowenig sind „SYSTEMA Austria“ und „Alexander Hermann“ wie behauptet als Marken angemeldet. Entlarvend ist der Hinweis auf das UCC, welcher in der Staatsverweigerer-Szene zum guten Ton gehört.

Ebenfalls entlarvend, aber wohl eher unbeabsichtigt, ist seine Verlinkung eines Artikels der „Kronen Zeitung, in dem geschildert wird, wie Systema-Schulen zur Tarnung subversiver Aktionen im jeweiligen Zielland dienen. Subversion als Moskaus fünfte Kolonne beschreibt exakt, was Hermann mit seinem Engagement bei den Staatsverweigerern und mit der Verbreitung von anti-westlicher rechtsextremer Propaganda betreibt und unterstreicht einmal mehr meine These, dass gegen diese Szene robust vorgegangen werden muss, da nichts weniger als unsere pluralistische Demokratie auf dem Spiel steht.

Quelle des ersten Bildes: eigenes Archiv, zum Vergrößern anklicken

Quelle des zweiten Screenshot: youtube.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: youtube.com/watch?v=awn6gNYJ4AE

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/AlexSYSTEMA/posts/1910402035867958

Quelle des vierten Screenshot: facebook.com, Stand 07. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/pg/systema.austria.wien/about/

Unmündig nennt man uns…

1. Mai 2017

Statt netter Spaziergänge und Verkehrsbehinderungen hier zum 1. Mai etwas meines Erachtens sinnvolleres – nämlich den Alltagsfaschismus mit Namen und Gesicht zu benennen.

2017-05-01_152938Am Bild links das auf den ersten Blick harmlose Facebook-Profil des Finanzreferenten der FPÖ Parndorf im Burgenland, Anton Strantz. Die FPÖ Parndorf ist ein schwach aufgestellter Familienbetrieb, seine Frau Michaela Strantz gibt die Ortsparteiobfrau.

Strantz verwendet als Profilbild den von 1935 – 1945 als Hoheitszeichen des 3. Reichs gebräuchlichen Reichsadler, lediglich das Hakenkreuz ist durch das VW-Logo ersetzt. Man könnte das als geschmacklose Halblustigkeit abtun, wäre nicht das Ensemble samt dem in Fraktur gehaltenen Schriftzug „Waffenschmiede Wolfsburg“ eindeutig rechtsradikal konnotiert, auf dieser Seite ist das näher ausgeführt: „Die übliche Ausrede der Waffenschmiede-Neonazis ist, dass ‚Waffenschmiede Wolfsburg‘ und ‚Waffenschmiede Rüsselsheim‘ unpolitische Tuning-Clubs seien. Doch die Ausrede offenbart um so mehr die Gefährlichkeit dieser Leute. Die getunten Autos werden wirklich wie Waffen verwendet […]“

2017-05-01_151416Und weil heute ein Feiertag ist, nach dem Burgendländischen noch ein Kärntner Depp. Aus Spittal an der Drau, und überraschenderweise ohne FPÖ-Funktion, stammt Joachim Kumnig. Er schlägt vor Fakenews zu bekämpfen. Das ist an sich notwendig und vernünftig – aber Kumnig behauptet, dass die industrielle Judenvernichtung im Dritten Reich „Fakenews“ wären.

Einen Artikel über die Thesen des französischen Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner Paul Rassinier am deutschen Neonazi-Blog „volksbetrugpunktnet“ verlinkend meint Kumnig: „Die Lügen werden bei uns per Gesetz geschützt. Sie wollen Fake News bekämpfen. Da könnten sie damit beginnen.“. Rassiniers einschlägige Lügen sind schon länger widerlegt, das ist nun wirklich nicht schwer zu überprüfen.

Egal, ob 1. Mai oder sonst ein Tag, der rechte Bodensatz stirbt nicht aus, sie werden noch nicht mal weniger… …same shit different day… Abschließend noch was in diesen Kreisen wohl eher zum „Tag der nationalen Arbeit“ gebräuchliches. Schließlich gilt es ja gerade heute der „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ zu widerstehen:

20011797

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 01. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/tony.strantz

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 01. Mai 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/joachim.kumnig/posts/1363210450383989

Quelle des dritten Bildes: eigenes Archiv; Wer den Titel dieses Blogeintrages nicht zuordnen kann… …hat die letzten 140 Jahre verschlafen.

Monsterwelle

29. März 2017

Österreich möchte nun also aus dem Umverteilungsprogramm der EU für Flüchtlinge aussteigen. Wir haben in der Flüchtlingskrise mehr als andere EU-Länder geleistet, meint Bundeskanzler Kern, daher soll den Verpflichtungen der mitbeschlossenen Relocation nicht mehr nachkommen werden. Selbstverständlich tragen die Freiheitlichen diese Linie mit, so meint etwa Strache, dass Österreich jedes Recht und vor allem die Pflicht habe‚ Stopp zum Relocation-Programm zu sagen.

Irgendwas scheint da aber beim Durchreichen der Message in der FPÖ nach unten zum Stimmvieh diesmal nicht funktioniert zu haben.

2017-03-29_090107In der Facebook-Gruppe „Unsere Heimat, unsere Werte“ veröffentlicht der hierorts schon bekannte Gerhad Zeiser ein ORF-Video, in dem Bundeskanzler Kern den Ausstieg erläutert.

Gerhard Zeiser: „du Verräter wir haben dich nicht gewellt“

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/

Das ist entweder ein interessanter Twist – offenbar möchte der rechte Bodensatz, dass mehr Flüchtlinge ins Land kommen. Entsprechend auch die weiteren milieubedingten Unmutsäußerungen in der Gruppe, unkommentiert dokumentiert:

 

2017-03-29_091133

Sieglinde Kristandl: „Dummer…korrupter und gebriefter Verräter…“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771713429809224&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

2017-03-29_091652

Fritz Rapid Scherhaufer: „wann ich den wappler seh kommt ma des speiben“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771714789809088&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

2017-03-29_091909

Markus Kisser: „Bei der Watschnpappn kommt ma regelmäßig das große Kotzen“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771715063142394&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

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Karl-heinz Hartl: „der faymann soll seinen arsch nach afrika verlegen, da gehört dieser vollpfosten nämlich hin! und das kerndl auch ab zu den negern!“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771721163141784&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

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Markus Fink: „Der dreckfetzn der unedige“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771727059807861&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

2017-03-29_092420

Geri Brosafari: „Wer erkennt den Lügner? Negga nach Österreich Bananenrepublik“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771828666464367&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D

 

2017-03-29_092539

Helmi Viola Meinhof: „schrankenwärter und weichenschmierer!!! und sonst NIX!!!“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1771877846459449&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R6%22%7D

 

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Horst Ruhdorfer: „dieses grauslich falsche Gfries mit der schiefen Pappn – ich kann den nixnutzigen grindigen Koffer nimmer sehen!!“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1772035773110323&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R0%22%7D

 

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Matthias Bichler: „Musterschüler, aber Hilfsschule.“
Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 29. März 2017
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/permalink/1771710966476137/?comment_id=1772041859776381&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R%22%7D

Propaganda für Dummies II

28. März 2017

Nachstehendem Video zufolge haben sich Begüm und Hakan Gördü ja trefflich dieser Tage in der Türkei amüsiert. Via Facebook lassen uns die Gördüs an ihrem hasstriefenden Spott teilhaben und stellen in den Raum, dass alle Berichte aus der Türkei über Repressalien gegen regierungskritische Menschen, Masseninhaftierungen, Folter und politisch motivierte Morde schlicht falsch wären, geradewegs als wäre die heutige Türkei ein Hort der Meinungsfreiheit und moderner demokratischer Gegebenheiten.

Der mit so viel Freude zur Schau gestellte Zynismus der beiden im Video wird wohl nur noch von Ramazan Aktaş getoppt, der sich in einer Diskussion zur Aussage verstieg, dass es den Türken in Europa derzeit wie seinerzeit den Juden ergehen würde. Jetzt mag Aktaş nicht unbedingt der Klügste sein, aber dass Dummheit nicht vor Strafverfolgung schützt hat ja auch der eine oder andere Freiheitliche von meiner Seite hier ja schon lernen müssen.

Was Gördü und Aktaş verbindet ist das Engagement für die mit faschistischen Methoden agierende AKP-Frontorganisation UETD. Wie ich hier beschrieben habe betreibt Erdoğans fünfte Kolonne Propaganda mit allen Mitteln, immer haarscharf an der strafrechtlichen Relevanz vorbei und mit einem Wahrheitsgehalt der selbst einen Herbert Kickl vor Scham erröten lässt.

Heute wollen wir aber einen Blick darauf werfen, wie es abseits der Funktionärskaste der UETD bei gemeinen Mitläufern unter den Erdoğan-Groupies in Österreich so aussieht. Ich such mal irgendeinen raus – random pick – und weil Kufstein in der Nähe ist, nehm ich mal den Nedim Aksak. Den Photos auf seinem Facebook-Profil zufolge wirkt er völlig normal und bestens integriert. 2010 hatte er gesucht am politischen Prozess zu partizipieren und mit seiner Gründung „Demokratie für Alle“ (DFA) für die Gemeinderatswahl in Kufstein kandidiert. Er konnte sogar heiße 1,55% der Wähler für sich gewinnen, für einen Einzug ins Stadtparlament reichte das aber nicht. Ein halbes Jahr später entschlummerte auch der Internetauftritt der DFA, nicht ohne vorher noch schnell gegen meine Urheberrechte zu verstoßen, aber was soll’s.

2017-03-28_160515Ob die von Aksak in der Folge via Facebook verbreiteten Inhalte weniger gschmackig ausgefallen wären, würde er Gemeinderat in Kufstein sein sei dahingestellt, auf mich wirkt es als ob er sich immer mehr radikalisiert hätte. Hier einige Beispiele:

Im Screenshot links teilt Aksak ein Video, in dem Österreich auf Skandalöses von Fritzl, über Bischof Krenn bis hin zu Hitler reduziert wird. Man könnte meinen, dass er hier schon vor Jahren AKP- bzw. UETD-Propaganda vorweg nimmt.

Politisch völlig naive Menschen wie ich könnten der Vermutung anheim fallen, dass es mit Aksaks politischen Ambitionen eventuell ein klein wenig friktionsfreier gewesen sein hätte können, hätte er einen etwas positiveren Zugang zu Österreich kommuniziert. Aber was weiß ich schon…

2017-03-28_161818Interessant auf seiner Seite auch ein Ausschnitt aus dem umstrittenen Bollywood-Film Kurbaan, der von islamistischen Propagandisten immer wieder gerne zur Rechtfertigung von Terroranschlägen im Westen herangezogen wird.

Im Ausschnitt wird erläutert, dass der sogenannte „heilige Krieg“ im Islam zugunsten von Friede und Toleranz in den Hintergrund treten würde und dass die gängige Definition von Terror falsch wäre. Die Filmfigur Riyaz deutet Terror überhaupt um und behauptet, dass „der weiße Westen“ die wahren Terroristen wären. Das tut er völlig wirr indem er in den Raum stellt, dass die Terroranschläge am 11. September 2001 eine Folge der Befreiung Afghanistans von den Taleban gewesen wären, und nicht umgekehrt.

Nicht umsonst wird dieses Video oft und gerne von Islamisten geteilt, was es aber auf der Facebook-Seite eines Kandidaten zum Kufsteiner Gemeinderat verloren haben soll verschließt sich mir völlig.

2017-03-28_163537Und weil wir gerade bei Verschwörungsmythen sind, hier links noch ein besonders schönes Beispiel. Das Photo stammt vom August 1991 und zeigt das mit mehreren tausend albanischen Flüchtlingen überfüllte Schiff Vlora.

Bei Aksak wird das Photo umgedeutet und aus flüchtenden Albanern werden Europäer, die angeblich im Ersten Weltkrieg nach Marokko und Tunesien zu fliehen versuchen würden. Demnach eine üble propagandistische Umdeutung, welche die türkische Regierungslinie der aufopfernden Rolle in der Flüchtlingsfrage reflektiert.

Im Reigen dieser türkischen Allmachts-Phantasien darf das Gördü-Zniachtel natürlich auch nicht fehlen (Original, hier gesichert), aber genug Grindiges für heute. Zusammengefasst lässt sich festhalten dass Aksaks Inhalte sehr hinterfragenswert sind, zumal er angibt Politikwissenschaften studiert zu haben (Original, hier gesichert). Anstatt aber Informationen kritisch zu würdigen gibt er völlig unreflektiert antiwestliche türkische und damit AKP-Propaganda und Fakenews wieder. Damit macht er sich zum idealen Mitläufer der Faschos in der UETD. Das natürlich nur, sollte er seinen Facebook-Auftritt selbst bedienen. Bei seiner Webseite zur DFA zumindest könnte man vermuten, dass er Hilfe an der Hand hatte welche geübter als er selbst im Umgang mit der hiesigen Landessprache ist. Aber das ist reine Spekulation und hat demnach auf meinen Seiten keinen Platz.

Quelle des Video: facebook.com, Stand 28. März 2017
Deeplink: facebook.com/hakan.gordu/videos/1039467359519875/

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 28. März 2016, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/nedim.aksak/posts/1253447031356688

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 28. März 2016, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/nedim.aksak/posts/1210563235645068

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 28. März 2016, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/nedim.aksak/posts/1192594700775255