Das sehr tife Tauchen

26. März 2017

Recht leise ist es die Tage um den Steirer Thomas Kirschner von der „Partei des Volkes“ geworden. Das mag zum einem an der Verurteilung seines Partners Wolfgang Pestl zu 20 Monaten bedingter Haft wegen Nationalsozialistischer Wiederbestätigung liegen, zum anderen an den Veröffentlichungen auf Richard Pfingstls neuem Internetauftritt unwiderstehlich.org, der interessante Details zur Schändung einer Grazer Moschee mit aufgehängten Schweineköpfen Anfang Mai 2016 unter Beteiligung Kirschners verbreitet.

2017-03-26_115138Auf Facebook aber, da ist Kirschner nach wie vor hyperaktiv und postet beinahe im Stundentakt geifernd seine Weltsicht. So ruft er gestern unverständlich zynisch dazu auf, sich als Schwimmlehrer für Asylwerber zu melden. Die Ernsthaftigkeit seines Aufrufes ist seinen Lesern klar, entsprechend fallen auch die Kommentare aus.

Soweit eh gelebte Kirschner’sche Normalität, aber beachtenswert ist diesmal die politische Heimat der Kommentatoren, es sind großteils in der FPÖ verwurzelte Flachwurzler.

So meint etwa Karin Ingerl, Schriftführerin der FPÖ Graz-Lend: „Tauchkurse im Haifischbecken“. Ebenfalls FPÖ-affin der Niederösterreicher Gottfried Hollerer (hier mit dem einschlägig bekannten Wiener Heinz-Christian Strache): „ICH WÜRDE DENEN DAS SEHR TIFE TAUCHEN LERNEN, IM MITTELMEER, 300 KG UM DEN HALS, DANN GIBTS KOA MITTEL MEHR [sic!]“.

Ulrike Frisch, sie kandidierte am siebten Platz der FPÖ Graz-Gösting bei der Bezirksratswahl 2017, meint: „Hab keine Zeit die können untergehen“, während Manuela Bichler, die sich gerne vom freiheitlichen AbgzNR Gernot Darmann durch das Hohe Haus führen läßt, und Kirschners zynischen Subtext reflektierend sich „schon gemeldet“ habe. Dass solche Gestalten wie Bichler das Rednerpult des Bundesrates entehren stellt mir die Nackenhaare auf.

Nur am Rande erwähnt noch die Wienerin Simone Grötz: „Niemals höchstens zum ertränken […] in einem see mit piranias [sic!]“. Da sich bei Frau Grötz das äußere Erscheinungsbild mit der moralischen Qualität ihrer Aussagen deckt, verzichte ich hier auf Photos.

Wie die Kommentare, so die Likes. Der notorische Hetzer Horst Ruhdorfer scheint ebenso auf wie der Grazer PEDIGA-Aktivist Herbert Lang und die FPÖ-Gemeinderätin in Aspern Aloisia Vanicek.

Wie weit der Konsens freiheitlicher Funktionsträger mit der rechtsextremen Kleinstpartei „Partei des Volkes“ geht, sollte nicht nur normalen Menschen zu denken geben, sondern auch die FPÖ aufschrecken. Eventuell sollten sich die Freiheitlichen darin investieren, ihre Funktionäre und Wähler zu resozialisieren. Wäre auch mal eine Idee.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 26. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=753901701438713&set=a.104970502998506.10945.100004566693438&type=3

Familienbande

25. März 2017

Vor ein paar Jahren meinte der verhaltenskreative freiheitliche Hinterbänkler Werner Neubauer mich beüben zu müssen. Auf Geheiß des verurteilen rechtsextremen Hetzers und aus der FPÖ entsorgten vormaligen AbgzNR DDr. (alter Studienordnung) Werner-Franz-Werner (so genau weiß man das nicht) Königshofer hatte Neubauer das parlamentarische Interpelationsrecht mißbraucht und drei Anfragen zu meiner Person eingebracht, die allesamt mit den üblichen Worthülsen gesetzeskonform (nicht) beantwortet wurden.

Im Rahmen der aktuellen Diskussion um die sogenannten „Freeman“ und „Souveränen“, also die Staatsverweigerer kommt mir der Abgeordnete Neubauer nun wieder ab und an in den Sinn. Ein definierendes Moment heimischer Staatsverweigerer ist es, die Existenz Österreichs abzustreiten, sich dennoch aber gerne mit diversen Sozialleistungen des Staates versorgen zu lassen.

Ein ansatzweise ähnliches Lebensmodell scheint Neubauer auszuleben. Seit knapp zehneinhalb Jahren bezieht er 14 mal jährlich das nicht eben bescheidene Salär eines Abgeordneten zum österreichischen Nationalrates. Was ihn aber nicht davon abhält die Nation Österreich zu verleugnen. So hatte er beispielsweise 2010 als Agitator der rechtsextremen und verfassungsfeindlichen deutschen Kleinpartei pro NRW sichtlich aufgewühlt vom Podium gebrüllt ein Deutscher zu sein (zit): „Liebe deutsche Landsleute, ich darf das sagen, weil ich Deutscher bin […]“. Bei einer weiteren Veranstaltung Rechtsextremer peitscht Neubauer die Anwesenden unter anderem so auf: „[…] sind wir von unfähigen Politikern in Deutschland regiert, wieweit sind wir von ausländischen Agitatoren [sic!] bestimmt, und wieweit haben wir selber noch die Möglichkeit über das, was in unserem Land [Deutschland] passiert selbst noch zu entschieden.“.

Unter dem Aspekt des § 41 (1) NRWO sind das interessante Aussagen, Ausländer – wie Neubauer eigenen Angaben zufolge einer wäre – kommen nicht in den Genuss des passiven Wahlrechtes zu unserem Parlament. Aber aktuell beschäftigt weniger Werner Neubauer, denn seine Gattin Anita Neubauer. Sie hält seit 2009 für die FPÖ als Gemeinderätin in der „Führerstadt“ Linz die Stellung. Böse Zungen könnten das Ehepaar Neubauer als das deutschnationale dynamische Duo der oberösterreichischen FPÖ umschreiben, was in diesen Kreisen zwar nicht wirklich ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber dennoch erwähnenswert.

scr_130217_2224Der Screenshot links belegt, dass zwischen Frau Neubauer und ihren Angetrauten ideologisch kein Blatt Papier passt. Im Gedenken an die Coventrisierung Dresdens am 13. Feber 1945 verbreitet sie einen Artikel des laut DÖW rechtsextremen „Schutzverein Österreichische Landsmannschaft“ zum Thema.

Der von ihr verlinkte Artikel (Original, hier gesichert) ist erwartungsgemäß nicht historisch korrekt, sondern bedient die üblichen rechtsextremen Ressentiments. Die NS-Propagandalüge des Mittagsangriffes am Folgetag durch Goebbels‘ „Luftgangster“ wird ebenso wie die gefälschten Opferzahlen von bis zu 300.000 Toten wiedergegeben.

Dabei könnte Frau Neubauer sich historisches Gedenken doch so einfach machen. 350 Kilometer näher als Dresden liegt Mauthausen bei Linz. Der nationale Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 5. Mai bezieht sich auf die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen.

Ich konnte trotz intensiver Suche weder auf vom FPÖ-Nationalrat Werner Neubauer, noch auf von FPÖ-Gemeinderätin Anita Neubauer bedienter Internetauftritte ein Gedenken oder wenigstens eine Erwähnung dieses Gedenktages finden. Aber man wähnt sich ja deutsch, was interessieren da österreichische nationale Gedenktage…

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 23. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=1028098230538976&set=a.509851729030298.139128.100000164276920&type=3

Propaganda für Dummies

12. März 2017

Vor knapp zwei Wochen hatte ich kurz Hakan Gördü angerissen, er ist wie beschrieben ein halbwegs bemühter Agitator in Erdoğan’s fünfter Kolonne UETD, der mit seinen rudimentären Deutschkenntnissen durch heimischische Medien gereicht wird, wenn diese ein bemüht adrettes Patsy brauchen, das den Faschismus in Erdoğanscher Prägung verteidigt.

Trotz seiner momentanen Medienpräsenz ist Gördü aber eigentlich eine vernachlässigbare Größe, in der UETD hat er sich selbst ins Abseits gestellt, eventuell musste er die Notbremse ziehen, da nach dem erfolglosen Pseudo-Putsch in der Türkei die Gefolgschaft seiner Frau Begüm zur Gülen-Bewegung nicht mehr toleriert wird.

CropImageDas Alles wäre keine Erwähnung wert, würde Gördü nicht massive Vorwürfe gegen unsere österreichischen Parlamentarier erheben und diese damit einer realen physischen Gefahr aussetzen. Insbesondere die Abgeordnete zum Nationalrat Aslan dürfte das Primärziel der Erdoğan-Fanboys in Österreich sein. Das läßt sich oberflächlich dadurch erklären, dass Aslan der kurdischen Ethnie angehört. Weiter gedacht stellt sie für bedeutungslose Zniachteln wie Gördü aber eine noch viel größere Provokation dar. Eine selbstbestimmte, gebildete und erfolgreiche Frau paßt nun mal nicht in ein archaisch-anatolisches Weltbild, wie es das System Erdoğan und seine hiesigen Hools zu leben versuchen.

Der Screenshot links stammt aus der Puls 4 Sendung „Pro und Contra“ vom 6. März. Was Gördü da theatralisch ins Bild hält ist ein Photo, das Aslan bei einer Infoveranstaltung zu hauptsächlich sozialpolitischen Fragen in Innsbruck bei einem alevitischen Verein zeigt. Im Facebook-Eintrag des Veranstalters, der auch ursprünglich das Photo gepostet hatte, ist klar verständlich ausgeführt, dass erst im Anschluss an Aslans Vortrag das türkische Verfassungsreferendum diskutiert wurde. Glaubhafte Zeugen können bestätigen, dass sie bei dieser Diskussion nicht mehr anwesend war.

2017-03-12_085446Und was machen nun die faschistischen Agitatoren der UETD daraus? Wider besseren Wissens reißen sie das Bild aus dem Kontext und erfinden frei: „Nationalratsabgeordnete Aslan wirbt für „Nein“ für das Verfassungsrefendum in der Türkei“.

Die Markierungen am Bild sind nicht nur diffamierend, sondern im muslimischen Kontext brandgefährlich. Es ist eines, das „Nein“-Plakat der türkischen Kommunisten hervorzuheben – auch wenn die AbgzNR Aslan selbstverständlich nichts mit der Raumdekoration zu schaffen hatte – aber auch unser christliches Kreuz hervorzuheben, das impliziert dass man sie dem Vorwurf der Apostasie aussetzt. Diese wird im barbarischen System des unaufgeklärten Islam auch im 21. Jahrhundert noch mit dem Tode geahndet, auch in Westeuropa sind Bedrohungen evident. Wer also ebendieses Bild unreflektiert verbreitet setzt eine unserer österreichischen Parlamentarierinnen einer massiven physischen Gefahr aus.

Es ist nun eines, wenn sich Corinna Milborn als Diskussionsleiterin der Sendung „Pro und Contra“ durch Gördü’s antrainierte verbindliche Art übertölpeln lässt, und zulässt dass er dieses Bild lange in die Kamera hält, eine ganz andere Dimension erreicht es aber, wenn weitere österreichische Journalisten diesem Fake anheim fallen und ihn von jeglichen journalistischen Grundsätzen befreit weiterverbreiten.

2017-03-11_144656Einer davon ist der ATV-Redakteur Ruşen Timur Aksak, der zusammen mit Martin Thür 2015 den „Journalistenpreis Integration 2015″ verliehen bekam. Knapp zwei Jahre später mischt Aksak fröhlich bei der faktenbefreiten Hetze gegen eine Nationalrätin mit Migrationshintergrund mit. Am Screenshot links freut er sich über das gegenständliche Photo und vermeint eine smoking gun gefunden zu haben: „Das ist ja Gold […] Aslan hält Vortrag in Tirol, warum man mit nein beim türk. Referendum stimmen sollte […]“. Besonders erschwerend wäre hier zu werten, dass Aksak türkischstämmig ist und sehr wohl den Originalbeitrag zu lesen und verstehen in der Lage ist, das legt den Schluss nahe, dass er bewusst und wider besseren Wissens gegen die Abgeordnete Aslan hetzt, und sich im Laufe der Diskussion auch noch dem Gefährder Gördü fraternisiert.

Zustimmung erfährt er in diesem Austausch auf Facebook von Eva Zelechowski, einer Online-Redakteurin der Wiener Zeitung. Dass Zelechowski sich an dieser Hetzkampagne so bereitwillig beteiligt ist nochmal bedenklicher, da Herausgeber der Wiener Zeitung die Republik Österreich ist. Ob es zu den Aufgaben von Redakteuren staatsnaher Medien gehört, Nationalratsabgeordnete Gefahren auszusetzen, wird zeitnah anderswo beurteilt.

2017-03-11_143404Und da diese beiden „Qualitätsjournalisten“ gar so wenig von Quellenkritik halten, dokumentiere ich hier gerne ein weiteres Beispiel dafür, was von Gefährder Gördü’s beforzugter Lektüre so zu halten ist.

Das Bild zeigt wie der Parlamentsabgeordnete der in der Türkei regierenden AKP, Mehmet Babaoğlu, den Sitz der rechtsextremen MHP in Konya besucht um für ein „Ja“ zum Verfassungsrefendum zu werben. Im Text steht sinngemäß, dass jedes „Ja“ eine Ohrfeige der Osmanen an die Kreuzritter (also den Westen) sei. Am Bild zu sehen, wie sehr Babaoğlu sich über ein Spalier den faschistischen Wolfsgruß zeigender Parteigänger erfreut. Das reflektiert nun also die Quellenlage, die der ATV-Journalist Aksak mit „Gold“ umschreibt.

Grundsätzlich muss für die demokratischen Kräfte in Österreich gelten, dass wir unsere Mandatarinnen und Mandatare, egal welcher Couleur, weder von inländischen noch von ausländischen Agitatoren bedrohen, beziehungsweise irgendeiner Art von Gefahr aussetzen lassen. Wer auf diese Weise versucht den demokratischen Gestaltungsprozess zu beeinflussen, sollte mit der maximalen Härte des Gesetzes zur Verantwortung gezogen werden. Das sollte Konsens sein, umso unverständlicher ist es, dass es toleriert wird, wenn sich Journalisten wie der ATV-Redakteur Ruşen Timur Aksak und die Online-Redakteurin der Wiener Zeitung Eva Zelechowski an solchen Hetzkampagnen aktiv beteiligen. Eventuell wären hier allfällige Geldflüsse von der Türkei nach Österreich zu klären? …aber das ist pure faktenbefreite Spekulation und diese überlasse ich gerne den beiden sogenannten „Qualitätsjournalisten“.

Quelle des ersten Screenshot: puls4.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: puls4.com/pro-und-contra/videos/ganze-folgen/Ganze-Folgen/Pro-und-Contra-der-PULS-4-News-Talk-vom-06.03.2017-493540

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/ViyanaGuncel/photos/a.1398730577006978.1073741828.1398724323674270/1870195823193782/?type=3

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=10203092929241012&set=a.1043370461396.5635.1739663886&type=3

Quelle des vierten Screenshot: facebook.com, Stand 11. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/ViyanaGuncel/photos/a.1398730577006978.1073741828.1398724323674270/1873143269565704/?type=3

 

Something is rotten in…

3. März 2017

…Radenthein.

Da komme ich eben von einer zeugenschaftlichen Einvernahme in der Causa Trattnig – die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt unter der GZ 13 ST 41/17y wegen eines vermuteten Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz gegen ihn – zurück und da poppt schon am Telephon die Nachricht auf, dass Trattnig auf Medienberichte zur Anklage reagierte. Er flüchtet sich in die obskure Aussage, dass „im Wintermantel alle Soldaten gleich aussehen“ (Original, hier gesichert).

Aha.

Also ich bleibe dabei: Jeder halbwegs intelligente Soldat im österreichischen Bundesheer erkennt einen Wehrmachtssoldaten und weiß um die Problematik. Das diesbezügliche Wissen – auch jenes unserer Unteroffiziere – geht weit über das in der zivilen Schulbildung vermittelte hinaus, da kann es keine Ausflüchte geben.

Diesmal soll es aber um einen anderen Funktionär der FPÖ Radenthein gehen, Trattnigs 2. Stellvertreter als Ortsparteiobmann Arndt Burgstaller. Er echauffiert sich über die Berichterstattung zu Trattnig wie folgt:

„Jedem halbwegs gebildeten Österreicher ist sonnenklar, dass weder der eine noch der andere Sachverhalt auch nur annähernd irgendeine rechtliche Relevanz haben oder einen strafrechtlichen Tatbestand erfüllen – auch wenn dies dem Wunschdenken mancher von neofaschistischen Ideologien verblendeter Gut- und Bessermenschen entsprechen würde. Nicht nur das Verfassen derartig offensichtlicher Verleumdungsartikel, sondern auch die Weiterverbreitung offensichtlicher Unwahrheiten aus niederen Beweggründen sind allerdings sehr wohl strafbar! Derzeit arbeitet unser Anwalt daher nicht nur an den Verleumdungsklagen gegen den Herrn Mühlböck, sondern auch gegen Kurier (namentlich Herr Martinz) und Woche (namentlich Frau Niedermüller), welche bewusst den Sachverhalt in diskreditierender Form verdreht haben, sowie zusätzlich hierzu wegen bewusster (Weiter)Verbreitung offensichtlicher Unwahrheiten und wegen Rufschädigung gegen die Grünen (namentlich Herr Sebastian Glanzer) und die GR-Fraktion Liste Martin Wacker (namentlich Herr Thomas Brunner). Sämtlichen Klagen schließt sich die FPÖ-Radenthein als Streitpartei an. Wir werden uns nicht gefallen lassen, dass einige Interessensgruppen dieses Land mit ansonsten aus faschistischen Diktaturen bekanntem, Angst und Schrecken verbreitenden Gesinnungsterror gegen Einzelpersonen überzieht! Wehret den Anfängen! Die gesamte Fraktion der FPÖ-Radenthein steht geschlossen hinter (bzw. vor) ihrem Obmann und wir lassen uns von NIEMANDEM auch nur einen einzigen unserer Freunde aus unseren Reihen herausschießen!“ (Original, hier gesichert)

2017-03-03_182723Nu, das dürfte ja ein witziges Kerlchen sein, der Herr Burgstaller, und geübt in der Täter-Opfer-Umkehr auch noch. Intellektuell dürfte er sich auf einer Ebene mit seinem Obmann Trattnig bewegen.

Nebenstehendes Bild veröffentlicht Burgstaller gestern. Zu sehen ist ein totes Kind, der Text darunter: „Dieses Mädchen wurde in der Öffentlichkeit von Islamisten (Moslems) getötet, weil seine Eltern Christen sind!“, dazu noch Kritik an Medien, weil das Bild hierzulande nicht verbreitet werden würde.

Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ohne Aufwand herauszufinden ist, dass das arme Kind nicht von Islamisten ermordet wurde, sondern 2008 in Ecuador in Südamerika bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Mit anderen Worten: Arndt Burgstaller hetzt unter Zuhilfenahme einer Falschmeldung gegen eine in Österreich anerkannte Religionsgemeinschaft. Das kann er eigentlich nur bewusst tun, da er sich selbst ja in obigem Posting als „halbwegs gebildeter Österreicher“ deklariert.

Irgendwas dürfte da faul sein im Funktionärsklüngel der FPÖ Radenthein. …und die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bekommt derzeit ziemlich oft Post von mir.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 03. März 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/arndt.burgstaller/posts/1501177053250508

Josef Dangalak

26. Februar 2017

Um ein wenig Zeit an diesem faden Tag totzuschlagen heute mal untergriffige antisemitische Propaganda aus hierzulande ungewohnter Ecke. Im niederösterreichischen Baden bei Wien betreibt der türkischstämmige Mitbürger Yilmaz Barak ein Lokal namens „Josef’s Almkuchl“. Das klingt nicht nur assimiliert, das sieht auf Facebook auch so aus. Und das nicht nur, wenn sich der Badener ÖVP-Altbürgermeister Kurt Staska in Barak’s Lokal sichtlich wohl fühlt (Original, hier gesichert).

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Doch Yilmaz Barak hat auch eine andere Seite, welcher sich seine Klientel offenbar nicht wirklich gewahr ist. Nebenstehende Photomontage hatte Barak im Juli 2014 veröffentlicht, sein Kommentar dazu: Netanyahu sei ein „Rein rassige Vampir“.

Barak knüpft damit an die Ritualmordlegende an, welche schon immer durch die Köpfe geistig minderbemittelter Antisemiten geistert. Er steht damit in seiner Community nicht womöglich isoliert da, vielmehr dürfte geifernder faktenbefreiter Antisemitismus in der Türkei nicht nur Mainstream, sondern diesen Ausführungen zufolge auch Regierungslinie sein.

Dass das kein isolierter Ausrutscher von Barak ist belegt neben etlichen einschlägigen Aussagen ein weiteres gesichertes Posting, nur wenige Monate später.

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Er veröffentlicht nebenstehendes Video und kommentiert: „Ganze Welt muß sehen wie israelische Armee palästinensischen Kinder lebendig Grab!!!!! Wer sind die Terrorist?“. Allerdings lässt sich problemlos herausfinden, dass das Video kein angebliches Kriegsverbrechen der israelischen Streitkräfte dokumentiert, sondern vielmehr eine fragwürdige Trainingseinheit jordanischer Rekruten.

Das sind nun nur zwei Beispiele aus dem zwischen Hass und Familienbildern schwankenden Facebook-Auftritt von Yilmaz Barak. Dass Antisemitismus als verbindendes Element von radikalen Islamisten und Rechtsextremen dient ist keine neue Erkenntnis. So war beispielsweise der Neonazi und Holocaustleugner Horst Mahler gern gesehener Gast bei der terroristischen Organisation Hizb ut-Tahrir. Auch, dass der gesuchte NS-Kriegsverbrecher SS-Hauptsturmführer Alois Brunner bis zu seinem natürlichen Tod unter dem Schutz des syrischen Regimes in Damaskus lebte, ist kein Geheimnis.

Yilmaz Barak erweckt allerdings einen politisch völlig unauffälligen Anschein. Naheliegenderweise engagiert er sich nicht bei einschlägig bekannten rechtsextremen Gruppierungen, sondern scheint – wie zu Beginn erwähnt – nicht nur integriert, sondern assimiliert. Einzig politisch auffällig ist sein häufiges Kommentieren auf der Facebook-Seite von Hakan Gördü.

Gördü ist ein halbwegs bemühter Agitator in Erdoğan’s fünfter Kolonne UETD, derzeit als Schriftführer im Vereinsregister vermerkt. Seine Behauptung, wonach er sich aus der UETD zurückgezogen hatte ist somit falsch. Auffällig wurde dieser Meister der Taqiyya als Mitorganisator einer nichtgenehmigten pro-Erdoğan Demonstration letzten Sommer in Wien. Sein Anliegen war es den türkischen Bürgerkrieg nach Österreich zu importieren, er gab die Parole aus, dass UETD bzw AKP-Anhänger in Wien nur Lokale kurdischstämmiger Mitbürger verwüsten dürfen, keinesfalls aber andere.

In einem aktuellen Video propagiert Gördü den verqueren Verschwörungsmythos, dass die Gülen-Bewegung den potemkinschen „Putsch“ in der Türkei letzten Juli betrieben hätte. Seriöse Quellen haben das allerdings schon längst widerlegt. Inwiefern Gördüs Agitation zu Querelen mit den Eltern seiner Frau Begüm führen ist nicht bekannt. Goutieren werden sie den Hass, den ihr Schwiegersohn Gülen entgebenbringt dem Vernehmen nach jedenfalls nicht.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 26. Feber 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/yilmaz.barak/posts/4431737849737

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 26. Feber 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/yilmaz.barak/posts/10200156967605080

Versuch einer Erklärung

22. Februar 2017

In einen Gespräch heute hielt ein Journalist kurz inne und fragte mich weshalb ich mir das eigentlich antue und die hier dokumentierten durchgängig abstoßenden Fakten recherchiere und publiziere. Um es kurz zu machen: Den Ausschlag gaben die Geschichten zweier Menschen, die im Übrigen auch Beispiel dafür sind, dass man kein Linker sein muss um sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren:

Sr Angela Autsch

 

Zum einen wäre das Sr Angela Autsch, eine Trinitarierin. Sr Angela diente in einem Kloster im Tiroler Ort Mötz. 1940 wurde sie wegen „Beleidigung des Führers“ und „Aufwiegelung der Bevölkerung“ von der GESTAPO verhaftet. Selbst als Internierte hatte sie sich in den Konzentrationslagern Ravensbrück, Auschwitz und Birkenau um das Wohl ihrer Leidensgenossen bemüht. Am 23. Dezember 1943 kam sie in Auschwitz ums Leben.

 

 

Friedlander

 

Dann wäre da Feldmarschalleutnant Johann Friedländer. Er war ein hochdekorierter Soldat der Streitkräfte Österreich-Ungarns und diente auch im Bundesheer der ersten Republik. Im Oktober 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert. Als sogenannter Halbjude wäre er von der Deportation nicht betroffen gewesen, er meldete sich aber freiwillig, als seine jüdische Frau nach Theresienstadt verschleppt wurde. General Friedländer wurde auf einem Todesmarsch am 20. Jänner 1945 von einem SS-Mann ermordet.

 

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – ich bin mir gewahr, dass wir von solchen Verhältnissen heute weit entfernt sind. Aber solange es dort draußen Menschen gibt, die diesem dunklen Abschnitt unserer Geschichte nachhängen und sich in letzter Konsequenz ebendiese Verhältnisse wieder herbeiwünschen bin ich motiviert dagegen anzuschreiben.

In diesem Sinne – Oderint dum metuant!

 

Weihnachtliche Nachwehen

11. Februar 2017

Wenn man Wert darauf legt – was eigentlich selbstverständlich sein sollte – dass alle Fakten wirklich zu 100% wasserdicht sind, dann kann es vorkommen, dass sich eine Veröffentlichung verzögert.

Bild (16) Bild (17)Für diesen Blogeintrag hier musste ich zur Verifizierung des Sachverhaltes ein historisches NS-Propagandamittel beschaffen, das ich nach langwieriger Suche bei einem holländischen Militariahändler auftreiben konnte. Und so kommt es, dass es Mitte Feber nochmal kurz weihnachtlich wird. Das hier ist der Scan eines mir vorliegenden Originales einer Propaganda-Postkarte des nationalsozialistischen Regimes, klar erkennbar der Wehrmachtssoldat. Herausgegeben wurden solche Postkarten vom Verlag „Die Wehrmacht“, erste Zielsetzung war es Jugendliche für die verbrecherischen Aktivitäten der Wehrmacht zu begeistern.

13076982_510832495773240_4897078525574569773_n Am Bild links zu sehen ist der Wahlverlierer Norbert Gerwald Hofer und daneben in respektlos lädierter Hose Werner Trattnig. Trattnig ist Stadtrat und Ortsparteiobmann der FPÖ im Kärntner Radenthein. Aufgefallen ist die FPÖ Radenthein unlängst, als diese im Zuge des gescheiterten Hofer-Wahlkampfes den Videoclip der 89-jährigen Holocaust-Überlebenden „Gertrude“ als „übelstes Hetzvideo“ verunglimpft hatte.

In seine Zuständigkeit als Stadtrat fallen unter anderem Kultur und Brauchtum. Dem § 21 (3) der Kärntner Allgemeinen Gemeindeordnung zufolge ist Trattnig auf die Verfassung der Republik Österreich vereidigt.

Beruflich ist Trattnig als Unteroffizier im Jägerbataillon 26 tätig. Und selbst wenn er nur Unteroffizier ist muss ihm der sogenannte „Traditionserlass“, also die Anordnungen für die Traditionspflege im Bundesheer, bekannt sein. Unter Punkt 2 (b) heißt es wie folgt: „Das Dritte Reich als ein Unrechtsregime und die Deutsche Wehrmacht als dessen missbrauchtes Instrument können Tradition im Bundesheer nicht begründen, da sich der Dienst in den österreichischen Streitkräften der Zweiten Republik an den Grundprinzipien der österreichischen Verfassung und des Völkerrechtes orientiert.“.

2017-02-10_004109 Aber geradezu als würden oben angeführte Regulierungen nicht weiter relevant sein veröffentlicht Werner Trattnig am Heiligen Abend 2016 die eingangs beschriebene NS-Propaganda. Ich unterstelle, dass er das bewusst tut. Ein österreichischer Soldat erkennt selbstverständlich eine Wehrmachstuniform und weiß um die Problematik. Wenn er dazu nicht in der Lage ist würde ich meinen dass seine intellektuelle Kompetenz insofern zu hinterfragen ist, als dass seine Dienstfähigkeit im Bundesheer zur Disposition steht, vor allem im Dienst an der Waffe stellt jemand der sich offenbar nicht der Verfassung der Republik Österreich gebunden fühlt ein schwer kalkulierbares Risiko dar.

Der Oberste Gerichtshof hat bereits 2010 festgehalten, dass eine Darstellung wie die gegenständliche strafwürdig ist. Die innere Tatseite, also den Vorsatz, würde ich als gegeben annehmen, da es auszuschließen ist dass Trattnig nicht wusste, was er da verbreitet. Trattnig ist womöglich nicht nur ein mutmaßlicher Verstoß gegen das NS-Verbotsgesetz, sondern auch eine Verletzung seiner Dienstpflichten nach dem Beamten-Dienstrechtsgesetz anzukreiden.

heimatwerte Vom Vorsatz gehe ich nicht zuletzt auch deshalb aus, weil Trattnig auch rechts der FPÖ in einschlägigen Facebook-Gruppen anzutreffen ist. Der Screenshot zeigt die Startseite der „geschlossenen“ Facebook-Gruppe „Unsere Heimat, unsere Werte“. Das Profilbild zeigt ein Spanferkel, dem ein Koran in das Maul geschoben wurde. Das ist eine verhetzende Herabwürdigung einer in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaft welche durch die Gruppenmitgliedschaft unreflektiert in Kauf genommen wird.

Trattnig befindet sich hier in illustrer Gesellschaft. Unter den knapp 4.500 Mitgliedern der Gruppe finden sich neben dem wegen Verhetzung rechtskräftig verurteilten und aus der FPÖ ausgeschlossenen Werner Königshofer etliche aktive FPÖ-Funktionäre. Sie alle haben eines gemeinsam: Indem sie durch ihre Mitgliedschaft die Inhalte dieser Gruppe akzeptieren treten sie nicht für österreichische Werte ein, sondern üben vielmehr Verrat an diesen.

Erst vor wenigen Tagen, in der Plenarsitzung am 31. Jänner, hatte der Bundesminister für Justiz Brandstetter ausgeführt, dass dergestalte Anklagen seitens der Staatsanwaltschaft nur dann angedacht werden, wenn eine Verurteilung wahrscheinlich scheint. Angesichts des weiter oben erwähnten OGH-Entscheides dürfte das kein wirkliches Problem sein. Um den Rest kümmert sich die Disziplinarkommission im Bundesheer.

Es darf nicht sein, dass es in der FPÖ zu einer abstoßenden Normalität wird dass in einer Ortsgruppe Holocaust-Überlebende als „übelste Hetzerinnen“ bezeichnet werden und kurz darauf NS-Propaganda verbreitet wird. Distanzierungen zur Thematik gibt es von maßgeblichen Freiheitlichen zur Genüge, zuletzt beeindruckend glaubwürdig in erwähnter Plenarsitzung vom Nationalratsabgeordneten Walter Rosenkranz. Die Reaktion der FPÖ auf den aktuellen Vorwurf wird zeigen, ob das nur ein Lippenbekenntnis gewesen war. Der Umgang der FPÖ mit Werner Königshofer darf als Empfehlung nahegelegt werden.

Quelle des ersten Screenshot: facebook.com, Stand 08. Feber 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=510832495773240&set=a.314970488692776.1073741832.100005394811850&type=3&permPage=1

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 08. Feber 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=611081199081702&set=a.314970488692776.1073741832.100005394811850&type=3&theater

Quelle des dritten Screenshot: facebook.com, Stand 08. Feber 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/groups/1480651672248736/

Hetze outsourced

19. Januar 2017

Es war an der Zeit, dass die kritische Würdigung von sogenannten Fakenews endlich im Mainstream angekommen ist und sich im zivilisierten Teil der politischen und medialen Kaste ein Konsens zur Bekämpfung der Verbreitung von Hetze und Falschmeldungen bildet. Nicht wirklich angekommen scheint dies in den Resten des Team Stronach zu sein, anstatt vernünftig und verantwortungsvoll zu handeln rüstet der Team Stronach Parlamentsklub in Sachen Hetze und Lüge auf und vereinbart eine Kooperation mit dem einschlägig bekannten Hans-Georg Peitl und seinen Komplizen.

peitl_schwoerer_richter Nebenstehendes Photo zeigt von links nach rechts den notorischen amtsbekannten Hetzer Hans-Georg Peitl, seinen Vorarlberger Neuzugang Gerhard Schwörer und den Klubkoordinator des Team Stronach Wolfgang Richter. Im dazugehörenden Blogeintrag (Original, hier gesichert) auf Peitls Seite wird von einer geplanten „fruchtbaren Zusammenarbeit“ gesprochen.

Mit wem sich das Team Stronach da eingelassen hat kann man hier detailliert nachlesen. Teil der Sezierung auf der verlinkten Seite ist auch die Schilderung Peitls gescheiterter Andockversuche bei FPÖ und REKOS, der Kerl wechselt seine Parteipräferenz wie andere Leute die Hemden. Alsdann, genug vom Beidl Peitl für heute, widmen wir uns seinem Neuzugang Gerhard Schwörer.

bregenzSchwörer ist bestens für eine Komplizenschaft mit Peitl qualifiziert, im September 2015 wurde er aus der FPÖ ausgeschlossen. Unmittelbarer Anlaß dürfte gewesen sein, dass er eine frei erfundene Geschichte über eine angebliche Vergewaltigung einer 14-jährigen durch einen algerischen Asylwerber in Braunau verbreitet hatte. Es gibt keinen Beleg für diesen Vorfall, er taucht auch ausschließlich bei Schwörer auf.

Wohin aber wendet sich jemand, dessen Hetzgeschichten sogar der FPÖ zu heiss sind – richtig, zum rechten Bodensatz um Peitl. Und so nutzt Schwörer seit Dezember 2016 eifrig Peitls Internetauftritt um mit Lügen zu verhetzen und seinen geifernden Hass unter die Leute zu bringen. Als etwa nach dem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtklub mit 39 Ermordeten das Berliner Brandenburger Tor in den türkischen Nationalfarben illuminiert wurde behauptet Schwörer, dass vergleichbares nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt nicht geschehen war (Original, hier gesichert). Eine glatte Lüge um Ressentiments zu schüren, selbstverständlich wurde das Brandenburger Tor auch in den deutschan Nationalfarben bestrahlt.

Wenige Tage später behauptet Schwörer, dass CNN in den verbreiteten Täterphotos die Hautfarbe des Attentäters auf den Flughafen von Fort Lauderdale in Florida „vermutlich vor lauter political correctness, mittels Fotoshop auf weiß getrimmt“ habe (Original, hier gesichert). Entgegen seiner Behauptung hatte CNN allerdings immer das korrekte Bild des Schützen verwendet, Schwörer hingegen verbreitet – wohl aus rassistischer Motivation – ein falsches Photo eines völlig Unbeteiligten und versieht das auch noch mit Titel „Der Lackierte“.

Es lassen sich noch einige Beispiele finden, aber eine vollumfängliche Dokumentation von Schwörers Lügen würden den Rahmen meines Blog sprengen. Abschließend noch etwas Heiteres: Schwörer behauptet, ich hätte mit diesem Tweet Alexander Van der Bellen der Hochstapelei bezichtigt (Original, hier gesichert). Ich versuche das mal so zu erklären, dass es auch ein Gerhard Schwörer mit etwas Glück versteht: Universität Wien verhält sich zu Wirtschaftsuniversität Wien wie Sonderschule Dornbirn zu Sonderschule Lustenau. Also Vermittlung teils ähnlicher Inhalte, aber nicht unbedingt identes Lehrpersonal. Alles klar?

Mir ist hingegen nicht ganz klar weshalb sich das Team Stronach mit solchen Leuten einläßt, zumal Informationen zu Peitl und seinen Komplizen im Internet seit jeher frei zugänglich sind. Womöglich reflektiert das die Relevanz der Reste des Team Stronach – frei nach Motto „Eh schon wurscht!“. Möglich wäre allerdings auch ein Richtungswechsel, noch letzten Oktober hatte Robert Lugar, Klubchef des Team Stronach über Hasspostings ausgeführt: „Die Leute werden merken, dass man sich auch im Internet zusammenreißen muss.“ – nur wenige Monate später läßt er sich von Hetzern bewerben (Original, hier gesichert).

Quelle des ersten Screenshot: jachwe.wordpress.com, Stand 19. Jänner 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: jachwe.wordpress.com/2017/01/12/termin-in-wien/

Quelle des zweiten Screenshot: facebook.com, Stand 19. Jänner 2017, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=985771574817056&set=a.985769984817215.1073741833.100001526686577&type=3&theater

Die mißverstandene Winkerkelle

22. September 2016

Am 20. September wurde am Landesgericht Wels gegen den oberösterreichischen Rechtsextremisten Ludwig Reinthaler wegen eines vermuteten Verstoßes gegen § 3h Verbotsgesetz verhandelt. Ich war zu dieser Verhandlung als Zeuge geladen … und das war wahrlich ein Erlebnis für sich.

screenshot-25112014_111117_bVerfahrensgegenständlich war der hier links wiedergegebene Screenshot einer von Reinthaler erstellten und administrierten Facebook-Gruppe „Alles Lüge“. Unreflektiert hatte er auf einen Blogeintrag verlinkt, in dem unter anderem wie folgt ausgeführt wird: „Wiener Oberrabbiner Moishe Ayre Friedman erklärte den Teilnehmern und der Weltpresse in Teheran: ‚Der Holocaust ist eine erfolgreiche historische Fiktion.'“.

Den Umstand an sich, also dass er den Beitrag gepostet hatte, bestritt Reinthaler gar nicht, aber er suchte sich damit zu rechtfertigen, dass er den Link nur deshalb verbreitet habe um Dritte davor zu warnen. Den verlinkten Artikel selbst habe er gar nicht gelesen. Im Übrigen sei der Name seiner Facebook-Gruppe „Alles Lüge“ gewesen und damit habe er selbstverständlich nicht den Holocaust, sondern dessen Leugnung gemeint. In einem parallelen Argumentationsstrang stellte er seine Facebook-Gruppe als ein Archiv solcher Artikel dar, was – wenn ernstgemeint – ziemlich einfältig ist, da jede Änderung an der Quelle die Verlinkung auf Facebook obsolet macht.

Das ist nun schon eine erstaunliche Wandlung, die Reinthaler da vom notorischen rechtsextremen Hetzer zum alarmistisch antifaschistischen Gutmenschen angeblich durchgemacht hat. Offenbar fehlt auch der Staatsanwaltschaft Wels der Glaube an solche Wunder und so wird die Reinthalersche Argumentation in der Anklageschrift auch als das verstanden, was sie ist: eine Schutzbehauptung, zumal er diesen Link unkritisch ohne allfällige Distanzierung weiterverbreitet hatte.

Beschuldigte im Strafverfahren genießen im Unterschied zu Zeugen einen aus ihrer Sicht immensen Vorteil: sie müssen nicht die Wahrheit sagen. Und es drängt sich der Eindruck auf, dass Reinthaler von diesem Recht exzessiv Gebrauch machte.

Exzessiv waren auch seine weiteren Ausführungen, sehr lange referierte er über eine vernachlässigbare Vorstrafe, eine wohl seiner Ansicht nach mit viel Pech zustande gekommene Sachbeschädigung bei der eine tieffliegende Winkerkelle eine ominöse Rolle gespielt hatte. Jedenfalls suchte er mit dieser Geschichte die Geschworenen minutenlang einzuschläfern und konstruierte von diesem Vorfall ausgehend einen Verschwörungsmythos in eigener Sache, er sieht sich mißverstanden und verfolgt. Anschließend referierte er länger über eine annähernd 20 Jahre alte von Ewald Stadler eingebrachte parlamentarische Anfrage zum „Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstandes“ als angebliche „kommunistische Tarnorganisation“. Wieso er die Anwesenden damit langweilt wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Zur Sache echauffierte sich Reinthaler über den vormaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der 2006 zu jener Konferenz von Holocaustleugnern geladen hatte, um die es im verlinkten Artikel ging. Und da Ahmadinedschad Moslem sei, und er – Reinthaler – Muslime „nicht mögen würde“, hatte er durch die Verbreitung dieses Link seine Leser vor der Verkommenheit der Holocaustleugner warnen wollen. Selbst als er sich in Rage geredet hatte blieb er also bei seiner oben geschilderten Schutzbehauptung.

Die Staatsanwältin verhielt sich während der gesamten Verhandlung eigenartig phlegmatisch und desinteressiert. Ausser Eingangsstatement und Schlussvortrag war nicht viel von ihr zu hören, an mich als Zeuge hatte sie keine Fragen, auch an ihre Argumentation stützende Materialien hatten sie nicht weiter Interesse.

Meine Befragung durch Reinthalers Verteidiger Klaus Burgholzer allerdings kratzte hart am Kabarett. Er erblödete sich nicht mich zu fragen ob ich denn von der vormaligen ostdeutschen STASI in der sozialistischen Diktatur SBZ geschult worden wäre, ich würde so deutsch klingen. Nachvollziehen kann ich es nicht, dass man mich mit einem sozialistischen Unterdrückungssystem in Zusammenhang zu bringen sucht, in eindimensionalen Hirnen scheint kein Platz für den Gedanken zu sein, dass man nicht zwingend „links“ sein muß wenn man sich in Opposition zur rechtsextremen Gedankenwelt stellt. Gänzlich unbefriedigt wirkte er, als ich ihn auf Nachfrage wiederum enttäuschen mußte, nein, es steht keine Organisation hinter mir, niemand beauftragt mich. In dieser Phase der Befragung tauchten leise Zweifel daran auf, ob Burgholzer auch wirklich firm in der Strafprozessordnung ist, aber das wäre nun wirklich allenfalls Reinthalers Problem.

In seinem Schlußplädoyer versteigt sich Burgholzer endlich komplett in sein schwarz-weißes Reich der Phantasie und fabuliert ich sei ein „selbsternannter Wächter von Moral und Sitte“. …also sowas wurde mir bislang noch nie unterstellt… 😉 Auch die Staatsanwältin bekommt ihr Fett ab, sie würde auf der „untergehenden Welle der politischen Verfolgung schwimmen“ – wie auch immer das zu verstehen sein soll. Getoppt wurde das nur noch von einem der wenigen Groupies Reinthalers, die trotz Aufruf auf Facebook nicht wirklich zahlreich erschienen waren. Eine ältere Dame, gepflegte Erscheinung, hochgestecktes Haar, dezente Perlenkette, gedecktes Twinset und Steppjacke. Sieht also völlig normal aus und paßt eher nicht zu den ärmlich-abgerissenen Typen die sich ansonsten um Reinthaler geschart hatten. Nach meiner Aussage dreht sie sich um, fixiert mich und streckt mir unvermittelt die Zunge raus, die „Dame“ legt den Habitus einer schlecht erzogenen Dreijährigen an den Tag. Ich kann nur hoffen, dass das nicht als eindeutiges Angebot gedacht war, mein Hang zur Nekrophilie ist nicht existent.

Die Geschworenen haben Reinthaler schließlich 1:7 freigesprochen, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, während ich das schreibe ist das Urteil also noch nicht in Rechtskraft erwachsen. Interessant wären die Wortprotokolle der Äußerungen von Reinthaler und Burgholzer, ob da nicht gelegentlich die Grenze zur Verhetzung überschritten wurde wäre zu klären. So gelangweilt wie ich die Staatsanwältin erlebte wird das aber wohl eher nicht der Fall sein.

Als Fazit bleibt die Frage ob Geschworenenprozesse wirklich ein geeignetes Mittel zur Begegnung von Delikten nach dem NS-Verbotsgesetz sind, ein Berufsrichter könnte meines Erachtens über solch delikate Fragen realitätsnäher entscheiden.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 26. August 2014, nicht mehr abrufbar.

Sie werden sich noch wundern…

10. September 2016

…wie dilettantisch Dirty Campaigning angelegt sein kann. Vorbeugend hat Norbert Hofer ein Fairnessabkommen verweigert, wenn man sich mit dem Gebaren und den Aussagen von Hofer-Wählern befaßt wird einem auch schnell bewußt weshalb eine solche Übereinkunft das Papier nicht wert gewesen wäre. Abgesehen davon sind Hofers diesbezügliche Aussagen völlig irrelevant, seine Wähler rechts unten nehmen allfällige Distanzierungen mit einem wissenden Augenzwinkern zur Kenntnis und verharren in ihrem geiferndem Hass.

Norbert Hofer hat einen gewissen Hang dazu sich selbst als bedauernswertes Opfer darzustellen, sei dass nun wegen seines selbstverschuldeten Freizeitunfalles oder auch politisch wegen diverser Kommentare politisch Andersdenkender. Was er und sein Umfeld da allerdings als Hasspostings zu qualifizieren sucht ist im Vergleich zu den Wortmeldungen seiner Anhänger an Harmlosigkeit kaum zu überbieten.

Die Aktivitäten der Hofer-Wähler im Internet finden im Rahmen einer unausgesprochenen Übereinkunft statt, welche man sich als einen ungustiösen Grundkonsens vorstellen kann. Wie Hofer selbst fabriziert man für sich selbst eine Opferrolle und vermeint sich permanent gegen alles, was irgendwie „anders“ ist, wehren zu müssen. Gewünscht ist das von der freiheitlichen Hautevolee um Hofer und den gescheiterten süssen Rächer Strache offensichtlich, ob einzelne Aktionen auch befohlen sind wäre hinterfragenswert. Einen solchen Vorgang beschreibe ich heute.

hofer_01Nebenstehendes Email hatte Hofer mit 24. April 2016 erhalten. Hofers Büroleiter, der ehrliche und anständige Rene Schimanek – hier am Photo der Vierte von rechts mit Schlagstock – leitete dieses Email unverzüglich an andere Ehrliche und Anständige weiter, an den AUF-Funktionär im Wiener Landesamt Verfassungsschutz Nikolaus Kapuy und an Joachim Stampfer, den „Salzburger Nachrichten“ zufolge Straches rechte Hand in den sozialen Netzwerken.

Er ist aus den Prozessen um den neutralisierten vormaligen AbgzNR DDr. (alter Studienordnung) Werner-Franz-Werner (so genau weiß man das nicht) Königshofer in Erinnerung. Stampfer ist damit gescheitert Königshofer zu entlasten, er hatte ohne entsprechende Ausbildung in verfahrensgegenständlicher Hardware gestöbert – ob er damit wissentlich oder unwissentlich allfällige Beweise manipuliert hat ist nicht bekannt.

Aber zumindest hatte Schimanek mit Stampfer jemanden in die Causa eingebunden, der sich zumindest ein klein wenig mit IT-Belangen auskennt. Vom technischen Standpunkt her ist es daher umso unverständlicher, dass Hofers Entourage das Risiko einging mich zu verleumden. Man vermeinte in diesem Email eine gefährliche Drohung gegen Norbert Hofer zu erkennen und das Wiener Landesamt Verfassungsschutz begann mit Segen der AUF gegen mich zu ermitteln. Mit wenig Aufwand war vermittelbar, dass ich nicht Urheber dieser Email war, eigentlich hätten die entsprechenden Momente auch Stampfer auffallen müssen, aber Sinn der Anzeige war ja nicht die Wahrheitsfindung, sondern der Versuch politisch andersdenkende zu drangsalieren.

Da ich seit geraumer Zeit mit gefälschten, angeblich von mir stammenden, Emails konfrontiert bin, bin ich dazu übergegangen meine Emails mit meiner Bürgerkarte zu signieren. Das habe ich auch seit einem halben Jahr auf meinem Twitter-Account angepinnt.

2015-09-13_192510Vieles in diesem Email läßt einen Namen als mutmaßlichen Urheber rot aufleuchten – ich habe im Zuge meiner Vernehmung stabile Indizien vorgelegt, dass es sich sehr wahrscheinlich um Horst Ruhdorfer (hier am Screenshot links) handeln dürfte. Ruhdorfer ist in meinem Blog kein Unbekannter, auch anderswo verortet sich Ruhdorfer ausserhalb des zivilisierten Konsens.

Ruhdorfer ist ein in der Wolle gefärbter Rechter, war FPÖ-Gemeinderat in Perchtoldsdorf und trat 2006 für das BZÖ bei der Nationalratswahl an. Seine Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken sind durchgängig widerwärtig abstoßend und von Hass triefend. Seit Monaten agiert er als Propagandist für Norbert Hofer. Ob er das aus eigenem Antrieb oder gelenkt von der FPÖ tut sei dahingestellt. Dass allerdings Norbert Hofer seine engsten Mitarbeiter unter Kontrolle hat ist anzunehmen. Ergo gehe ich davon aus, dass die Anzeige gegen mich mit Wissen und Zustimmung Hofers erfolgte. Nun wird sich eventuell im Zuge meiner Anzeige gegen Norbert Hofer wegen Verleumdung herausstellen, ob er und seine Mitarbeiter Ruhdorfer beauftragt hatten, oder ob er unkontrolliert handelt.

***

Abschließend eine kurze Bemerkung zu der immer wiederkehrenden Diskussion um den Gesundheitszustand von Norbert Hofer. Seines und das Mimimi der Freiheitlichen ist groß wenn ab und an zugegebenermaßen gelegentlich auch geschmacklose Kommentare zu Hofers Behinderung veröffentlicht werden. Auch ich wurde dafür schon kritisiert.

Während meiner Aktivdienstzeit wurde ich während einer Verwendung für die Vereinten Nationen schwer verletzt. Ich musste in der Mitte von Nirgendwo drei Tage mit mehreren offenen Brüchen ohne ärztliche Versorgung zubringen. Der Vorfall wurde weder von der Republik Österreich, noch von den Vereinten Nationen kompensiert.

Ich habe daher noch weniger als kein Verständnis für Zivilisten, die sich selbstverschuldet aus Jux und Tollerei verletzen und damit mutwillig unser Sozial- und Gesundheitssystem belasten. Noch weniger Verständnis kann ich in der Folge für jene aufbringen, die aus solchen Vorfällen auch noch politisches Kapital schlagen wollen.

Quelle des Screenshot: facebook.com, Stand 13. September 2015, zum Vergrößern anklicken
Deeplink: facebook.com/photo.php?fbid=102664546563901&set=a.102663616447994.1634.100001130686278&type=3&theater